Wir haben 14 Gemeinden auf der Insel, was, bedenkt man die Einwohnerzahl, wirklich richtig viel ist. Eigentlich wäre es ja sinnvoll, dass man da einiges zusammenlegt, aber sämtliche Versuche in die Richtung sind bislang kläglich gescheitert. Was nicht nur an den lokalen Volksvertretern liegt, die man da dann wegrationalisieren könnte, sondern auch am ausgeprägten Lokalpatriotismus, den man in der Bevölkerung vorfindet. Alleine schon eine Zusammenlegung der 3 Gemeinden des Aridanetals scheint unmöglich. Hier in El Paso gibt es eine ganz bewusste Abgrenzung zu Los Llanos und über die Bagañetes unten am Wasser, da wollen gar nicht reden, sondern sind froh, dass da Los Llanos noch dazwischen liegt. Natürlich könnte man den Menschen sogar rational beikommen, aber das Gefühl von Identität hat nichts mit Rationalität zu tun. Wobei so eine Geschichte ja nicht auf La Palma beschränkt ist. Eingemeindungen in Deutschland haben bei einem Teil der Bevölkerung ja auch häufig emotionale Schäden hinterlassen. Wir halten also hier massenhaft Infrastruktur bereit, jede Gemeinde für sich, und manchmal ist das vielleicht auch ganz im Sinne der Bürger, weil es eben dann an verschiedenen Stellen Anlaufpunkte gibt, die nicht so einfach wegrationalisiert werden können. Ganz praktisch gibt es z.B. eine Bibliothek in Los Llanos in El Paso und auch in Tazacorte. Man kann auch die Frage stellen, ob es in El Paso jemals eine Vorschule für die 0 bis 3 – jährigen gegeben hätte, wenn das spanische Gesetz dies nicht für Gemeinden mir Stadtrecht vorschreiben würde. Bei einer Zusammenlegung hätte man sich das Geld also einfach sparen können und die Eltern hätten ihre Sprösslinge nach Los Llanos fahren müssen. Was auch ein ganz praktischer Vorteil an der Zerstückelung ist, ist der Umstand, dass es in jeder Gemeinde eine Parada de Taxis gibt, wo der beförderungswillige Einwohner oder Besucher einfach hin latschen und einsteigen kann. Allerdings kommt da auch gleich das nächste Problem um die Ecke, alldieweil die Lizenzen der Taxistas auf die Gemeinde beschränkt sind. Man darf also nur in der Gemeinde Fahrgäste aufnehmen, die einem die Lizenz ausgestellt hat. Ein Taxifahrer aus Tazacorte kann also jemanden zum Flughafen fahren, muss dann aber leer zurück und darf niemanden nach Tazacorte zurücknehmen, was in Anbetracht der doch recht kleinen Gemeinden und teilweise winzigen Gebiete dann doch recht albern ist. Da soll nun aber doch Abhilfe kommen. San Andrés y Sauces, Puntallana, Breña Alta, Breña Baja, Santa Cruz de La Palma, Villa de Mazo und Tazacorte werden die erste gemeinsame Taxi-Servicezone der Insel bilden. Zumindest die ganzen Ostgemeinden haben sich zusammengetan und noch Tazacorte dazugeholt. Ganz praktisch gedacht ist das tatsächlich bislang recht albern. So befindet sich der Flughafen auf dem Gemeindegebiet von Mazo, Los Cancajos, einen Steinwurf entfernt, gehört zu Breña Baja, in die andere Richtung schließt direkt Santa Cruz an. Der Inselrat für Verkehr, Darwin Rodriguez, freut sich darüber, dass zumindest 60% der Taxiinfrastruktur nun zusammengelegt werden können. Die anderen Gemeinden wollten da bislang nicht mitmachen. Ob das an den Gemeinden, oder an den Taxifahrern liegt, die da entsprechend Druck machen, oder die man nicht vor den Kopf stoßen möchte, darüber gibt es keine Informationen. Aber dass z.B. die Taxifahrer aus Los Llanos ihr Exklusivrecht des Calderazugangs ungern hergeben wollen scheint zumindest nachvollziehbar. Wann die ganze Geschichte dann wirklich umgesetzt wird, das weiß man derzeit noch nicht. Gleichzeitig ist man von Seiten der Inselregierung gerade wohl auch dabei eine App zu basteln, mit der man Taxis bestellen kann und sogar die Wartezeit einsehen könne. Geleichzeitig soll da auch abgesichert werden, dass eben nur Taxis da bestiegen werden, wo die Fahrzeuge auch eine Lizenz haben.
Am Wochenende war Großreinemachen Am Montaña El Laurel. Das ist der erste der drei größeren Hügel von Los Llanos aus gesehen Richtung Süden, oberhalb von Tazacorte. Die Initiative „Somos una Ola“ (Wir sind eine Welle) hat sich da am Samstag zusammengetan und sage und schreibe 730 kg Müll aufgelesen. Die Wellenbewegten haben das schon öfter auf an verschiedenen Stellen auf der Insel gemacht, und rufen da auch immer Freiwillige zur tatkräftigen Mithilfe auf. „Unsere Insel braucht Taten, und wir sind unermüdlich“, so wird Gustavo Díaz, Umweltaktivist und Künstler in den lokalen Medien zitiert. „Schutzgebiete wecken aufgrund ihrer Fragilität großes Interesse bei uns“, betont er und fügt hinzu: „Viele Menschen genießen seit ihrer Kindheit die Umgebung, die Spaziergänge und die Entspannung, die der Berg El Laurel bietet – ein geschützter Schatz, ein Ort, den es zu pflegen und zu bewahren gilt.“ 730 kg sind aber auch wirklich nicht wenig, da waren Autoreifen und Sperrmüll dabei und man fragt sich eben auch, wie das Zeug dahin kommt. Dass es die Leute gibt, denen das alles egal ist, das ist hinlänglich bekannt. Allerdings liegt es eben auch an der Verwaltung dagegen vorzugehen. Das müssen nicht unbedingt Kontrollen sein, das ist ja kaum möglich, aber in den letzten Jahren, gingen die Aufrufe was die soziale Verantwortung angeht, eben auch stark zurück. Und wenn das den einzelnen nicht juckt, dann wird durch sowas eben immer noch ein gewisser sozialer Druck aufgebaut, der den einen oder anderen doch dazu bringt, seinen Unrat zum Punto Limpio zu bringen, anstatt auf öffentlichem Grund zu entsorgen. Die Macher hinter der Putzaktion danken auch noch der Gemeinde Los Llanos, für die logistische Unterstützung für die anschließende Entsorgung und auch die Sicherheitsmaßnahmen (Verkehr?) während der Aktion. Wobei das dann eben doch wieder irgendwie verkehrt herum daher kommt. Eigentlich müsste ja die Gemeinde da sauber machen.