Wir haben auf den Kanaren eine Transparenzbeauftragte, bzw. sogar eine ganze Behörde, die sich mit dem Thema beschäftigt. Hier kann man, als Bürger oder Verein oder sonst wie, Beschwerde einlegen, wenn man das Gefühl hat, dass da eine Geschichte seitens der Behörden oder einer Firma der öffentlichen Hand, nicht ganz sauber abläuft, oder dass einem da Informationen vorenthalten werden. Chefin der Behörde und damit oberste Durchleuchterin, ist die ehemalige Bürgermeisterin aus Los Llanos, Noelia Garcia. Einmal im Jahr wird dann ein Bericht vorgelegt, und die Anzahl der Beschwerden gegenüber den Institutionen in Sachen Transparenz veröffentlicht. Nun kam die Liste für 2024 raus. Eingegangen sind in der Summe kanarenweit 771 Beschwerden, wovon 88% bearbeitet/gelöst wurden. Die kanarische Regierung erhielt 183 Beschwerdeanträge, wobei dabei sich 70% auf nur 3 Behörden verteilt haben. Vorne dabei ist immer das Gesundheitssystem, dass ist zu erwarten, weil jeder Bürger mit denen zu tun hat, und die langen Wartezeiten für Frust sorgen. Da kann man sich dann auch mal beschweren, z. B. wenn Informationen darüber fehlen, warum das nichts wird, mit dem Facharzttermin. Auch das Ministerium für Justiz und Sicherheit, und das Familienministerium waren stark von Beschwerden betroffen. Das ist alles so erwartbar, und Noelia Garcia betonte, dass man, trotz eines stetigen Anstieges der Beschwerden auf einem guten Weg sei. Man führe die Geschichte vor allem auf ein Fehlen von Verwaltungskräften und weniger auf bösen Willen seitens der Behörden zurück. Auf Inseleben sieht das auch gar nicht so schlecht aus, auf La Palma. Über das Cabildo von La Palma gingen 8 Beschwerden ein, das geht tatsächlich, betrachtet man die anderen Zahlen auf der Insel. 8 Beschwerden gab es auch in der Gemeinde Mazo. Damit liegen die auf einem geteilten 4. Platz was die Inselinstitiionen angeht, und Mazo ist ja nicht so groß. Auf Platz 3 schaffte es Breña Baja, mit 14 Beschwerden, knapp hinter Barlovento mit deren 17. Das Ganze ist aber ja ein Negativranking. Und deshalb kommen wir nun zum Sieger. Nicht nur auf La Palma sondern mit großem Abstand auf allen Kanaren. Noch vor den einzelnen Ministerien, schafft es das Rathaus Fuencaliente mit sage und schreibe 77 Beschwerden über Intransparenz über die Ziellinie. Man vergleiche den Gesundheitsdienst der Kanaren, die haben gerade mal 54. Auf Gemeindeebene auf allen Kanaren kommt Santa Cruz den Tenerife auf gerade einmal 49 Beschwerden. Dort leben über 200.000 Menschen, die sich alle theoretisch beschweren könnten, und in Fuencaliente sind es nicht einmal 2.000. Da läuft also etwas krumm. Nur kann man gar nicht sehen was das ist. Theoretisch gibt es ja zwei Möglichkeiten. Entweder die im Rathaus arbeiten mit einer völligen Willkür oder aber da leben Menschen die besonders renitent sind, und gerne mal eine Anzeige raushauen. Motivation könnte dafür alles sein. Neben persönliche Animositäten könnte es auch eine politische Agenda sein, die dort betrieben wird. Das Problem ist, dass man eben nicht sagt, warum und vor allem wer da Beschwerde eingelegt hat. Die Onlinezeitung „elperiodicodelapalma.es“ bringt da aber zumindest etwas Licht ins Dunkle. Die haben nämlich die Reaktionen auf den Bericht in den sozialen Medien der größten Oppositionspartei im Stadtrat dort im Süden angeschaut, und da könnte man dann draufkommen, dass die PSOE für einen gewaltigen Teil der Beschwerden zuständig ist. Zwar werden da keine Zahlen genannt, aber es wird eben darauf hingewiesen, dass man im Rathaus seiner Oppositionsarbeit nicht nachkommen könnte, weil die Coalicion Canaria, mit absoluter Mehrheit regierend, ständig die Herausgabe von Unterlagen, Rechnungen und anderen Geschichten verweigern würde, und erst eine Anordnung der Beschwerdestelle dazu führen würde, dass man ihnen die Unterlagen zustellen würde. Allerdings sieht das nun dann aber doch nach mächtig Theater aus, was da geschieht. Anstatt mal einzusehen, dass man am Ende eben doch transparent sein muss, wenn sich die Opposition beschwert, scheinen die Regierenden da auf Trotz zu stellen, nach dem Motto“ ihr könnt euch ja beschweren, macht ihr doch eh immer.“