Jetzt wird abgebaut

Und schon haben wir die Diskussion, die sich vor allem in den sogenannten sozialen Medien ausbreitet. Gestern wurden die ersten beiden Holzhäuser aus der postvulkanischen provisorischen Siedlung in El Paso abmontiert. Die ehemaligen Bewohner haben nun auf anderem Weg eine Unterkunft gefunden, und deswegen waren die Hütten nun leer. Das soll aber nur der Anfang sein. Stück für Stück sollen nun die Hütten und auch die Container in Los Llanos demontiert werden. Immer wenn jemand ausgezogen ist, kommen die Teile dann weg. Aufgrund der Tatsache, dass wir hier einen massiven Anstieg der Miet- und Kaufkosten hatten, und viele sich keine Wohnung mehr leisten können, ging die Diskussion direkt los, und auf den ersten Blick haben die Empörten da recht. „man könnte die Unterkünfte doch weiterhin als Provisorium nutzen, so die Argumentation. Diesmal eben für andere Bedürftige. An sich stimmt die Argumentation, aber gerade was El Paso angeht, geht es dann eben doch nicht ganz auf. Die Hütten und Container gehören nicht der Gemeinde und auch nicht der Inselregierung sondern der kanarischen Regierung. Diese planen die Teile nun einzulagern, und für andere Notfälle zu nutzen, so wird zumindest berichtet. Ob dem nachher so sein wird, da muss man mal abwarten. Nun kommt aber der wichtige Punkt. Das Gelände in El Paso, auf dem die Hütten stehen, gehört nicht mehr der Gemeinde. Die haben das nämlich schon länger abgetreten und das eben an die kanarische Regierung. Und siehe da, der Plan ist, dass dort Sozialwohnungen gebaut werden sollen. Also eben nichts Provisorisches, sondern fest gemauert. Dass das nun schnell geht kann man freilich nicht erwarten. Die Mühlen mahlen langsam und solange noch Hütten bewohnt sind, kann man da auch nichts errichten. Aber man plant die Leute da schon, nach eigenen Angaben, „sozialverträglich“ raus zu bekommen, auch unten in Los Llanos. Die meisten haben längst Entschädigungen erhalten, allerdings noch nicht alle. Und dann kommt halt auch noch dazu, dass die Entschädigungen nicht unbedingt ausreichen, um sich etwas Neues zu kaufen. Aber auch da plant man seitens der Inselregierung eine weitere Unterstützung. Hier werden die 53 Wohnungen, die gerade am östlichen Ende von Los Llanos gebaut werden, als Sozialwohnungen angeführt. Wer nichts findet, dem soll die Möglichkeit gegeben werden, eine dieser Wohnungen zu beziehen. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant, und bis dahin dürfen die Kandidaten auch noch bleiben wo sie sind.  Natürlich reichen die Geschichten nicht, um den Mangel an bezahlbaren Wohnraum auf La Palma ab zu stellen, aber immerhin tut sich da gerade was an den verschiedenen Stellen. Von jetzt auf nachher etwas zu zaubern ist eben auch nicht möglich, da hat man in den letzten 20 Jahren, was den sozialen Wohnungsbau angeht in ganz Spanien zu viel verpennt. Dass die Bewohner der Holzhütten und Container nun natürlich etwas Druck bekommen, ist aus deren Sicht nicht wirklich schön. Wer die finanziellen Mittel hatte, sich wieder was Eigenes aufzubauen ist längst weg, die Leute sind ja nicht umsonst dort geblieben. Aber die generelle Kritik passt dann auch nicht. Man kann die Verwaltung nicht kritisieren, wenn es nur Behelfsbehausungen aus Stahl oder Holz gibt, und wenn die dann geräumt werden und den Bewohnern amtliche Wohnungen angeboten werden, dann kritisiert man weiter. Die Schwierigkeit ist eben, dass nach dem Vulkan gar nichts gerecht ablief. Einige haben den fetten Reibach gemacht, andere schauen immer noch in die Röhre, sei es, weil irgendwelche Unterstützungstöpfe von denen mit den clevereren Steuerberatern, längst leergeräumt sind, oder weil man immer noch auf einen Anschluss in Sachen Straßen und anderer Infrastruktur wartet, um sein neues Heim zu errichten.