Ganz großer Alarm und Arbeiten am Hang

Es ist heiß auf der Insel und im Haus auch. Die Klimaanlage rattert quasi unter Volllast dauerhaft durch, aber ganz reichen tut das nicht. De Ventilator neben dem ehelichen Bett sorgt eher für Unstimmigkeiten, weil die Frau mehr Probleme mit dem Luftzug als mit der Hitze hat. Das unangenehme ist, dass das nun noch eine Weile so weitergehen soll. Wobei wir dieses Jahr bislang ja recht gut durch den Sommer gekommen sind. Deshalb will man sich ja auch gar nicht beklagen. Wenn es zu heiß ist, dann bleibt man eben drinnen und trinkt ordentlich Wasser, oder man geht dann eben ans Wasser und hopst da hinein um sich Linderung zu verschaffen. Allerdings gibt es eben auch Begleitumstände, die das Wetter mit sich bringt. Wirt haben mal wieder maximalen Alarm, so hat es die Inselregierung gestern am Nachmittag verkündet. Nicht nur der Notfallplan für Waldbrände (INFOPAL) ist aktiviert, auch der territoriale Notfallplan für La Palma (PAINPAL) ist in Kraft getreten und das in seiner höchsten Stufe. Es besteht ausdrücklich ein Risiko für größere Brände, nicht nur im Wald, sondern es wird ausdrücklich vor dem Risiko für die Gesundheit und das Eigentum der Menschen gewarnt. Auch die kanarische Regierung hat sich schon gemeldet, und meint, dass die momentane Trockenheit und der Vegetationsstress der Pflanzen, ein enormes Risiko darstellen würde. Das ist nun alles kein Grund zur Panik, sondern ein Grund zur Vernunft. Alles was ein Feuer verursachen könnte ist bitte zu vermeiden. Der Grill bleibt also aus. Wer nun meint, dass man sich, zwecks Schatten in höhere bewaldete Gebiete begeben könnte, der möge bitt dringend die Seite der Inselregierung mit den Wanderouten aufschlagen. Da kann man dann feststellen, dass tatsächlich fast alles gesperrt ist. Und nein, das zu ignorieren hat dann nichts mit einer freien Entscheidung zu tun. Im Notfall holen die einen dann nämlich da raus, und da begeben sich dann auch die Retter in Gefahr. Auch sollte man sein Auto nicht an den Startpunkten der Wanderwege parken, Zum einen, weil die Zufahrten für etwaige Einsätze frei bleiben sollten, und zum anderen, dass die Feuerwehr nicht denkt, dass da noch jemand durch den Wald rennt. Momentan geht man davon aus, dass die erhöhte Gefahr für größere Brände noch die nächsten acht Tage gelten wird, was aber die Kanaren gesamt betrifft.

Die Abteilung für Infrastruktur des Cabildos hat Geld zur Verfügung gestellt. Knappe 43.000 Euro gibt es für eine Sofortmaßnahme für Hangabsichungsarbeiten an der LP1. Bei Kilometer 99 + 900 im Barranco de las Angustias. Der Inselrat Darwin Rodriguez betont, dass man da ganz zackig reagiert habe nach dem Unfall. Dieser Unfall ist nun einige Wochen her, und man hat eigentlich nicht wirklich etwas davon mitbekommen, weil nämlich die Meldung auf 112 Canarias ausblieb und deshalb die Presse mit Ausnahme von wenigen, dann nicht reagiert hat. Da gab es nämlich wegen eines Steinschlags einen Todesfall. Ein fahrendes Auto wurde wohl getroffen und irgendwie kam die Meldung nicht wirklich durch. Und natürlich fingen dann auch sofort die Spekulationen an, warum das nicht offiziell gemacht wurde. Dass der Todesfall in der Erklärung nun nur am Rand erwähnt wird, lässt die kritischen Stimmen nicht unbedingt verstummen. Und man muss sich die Frage stellen ob ein offenerer Umgang mit dem Vorfall nicht weniger schädlich für die politische Reputation der Mandatsträger gewesen wäre, als das nun entstandene Geraune. Jetzt wird jedenfalls reagiert und es werden erste Notarbeiten durchgeführt, weil man bereits am Tag des Unfalles festgestellt habe, dass die Gefahr eines größeren Erdrutsches bestehen würde. Man sei aber dabei, die Sache auch im größeren Umfang abzusichern. Die jetzigen Arbeiten würden auch dazu dienen den Grundstein für ein größeres Projekt zu schaffen. Man sei bereits in Verhandlungen mit der Generaldirektion für Straßeninfrastruktur der Kanarischeren Regierung um weitere Schritte zu planen. Der Hang soll mit Fangnetzen und Spritzbeton befestigt und gesichert werden.