Das Wasser ist weg

Vielleicht ist es auch nicht weg, und es hat nur ein anderer. Die Ursachen für den Wasserschwund im Inselnetz sind nämlich nicht genau erfasst.  Laut Inselrat für Wasserwirtschaft verschwinden 37 % des Wassers, welches in die Netze der Gemeinden fließt auf wundersame Weise. Im nun offen ausliegenden Wasserplan für 2027-2033 will man dieses Problem angehen. Ganz vorne dabei, in Sachen Verlust sind Fuencaliente (60%), Mazo (57%), Barlovento (55%) und El Paso (52%). Sprich das eingespeiste Wasser in die Netze der Gemeinden taucht nicht als „verbraucht“ wieder auf. Sondern über die Hälfte ist eben irgendwo gelandet. Es geht auch besser: In Garafia verschwinden nur 12% Wasser und in Santa Cruz und Tazacorte sind es auch nur 20%. Die Überschrift, die „elperiodicodelapalma.es“ nachdem eben die 4 erstgenannten Gemeinden über 50% des Wassers verlieren, geht aber nicht ganz auf. Das ergibt sich dann aus dem Artikel selbst. Das bedeutet nämlich gar nicht, dass das komplette „verlorene“ Wasser durch irgendwelche Lecks rausläuft, sondern erst einmal nur, dass so und so viel Liter eingespeist werden, am Ende aber nicht als „verbraucht“ das Netz wieder verlassen. Neben den Lecks, die nach wie vor ein riesiges Problem darstellen, welches sich durch Bodenbewegungen zum Beispiel auch während des Vulkanausbruchs sicher nicht verbessert hat, fehlt es an Zählern, mangelt es dafür nicht an falsch konfigurierten Zählern und es wird einfach Wasser aus dem System entnommen, welches eben nur beim Einspeisen ins Netz erfasst wird, aber eben nicht beim Verlassen, obwohl es vielleicht ganz einfach aus einem regulären Wasserhahn geflossen ist. Der nun vorgelegte Wasserwirtschaftsplan macht keine genaueren Angaben, wo das Wasser hinsickert, spricht aber von Problemen in den Verteilernetzen, an den Anschlussstellen und auch von Einleitungen in Staubecken, welche nicht registriert werden. Dazu kommen dann eben noch andere Verbrauchstellen, wie private Haushalte, bei denen die Verwaltung nicht in der Lage ist, den Wasserverbrauch entsprechend zu erfassen und abzurechnen. Hier gibt es ganz kuriose Abläufe. Manche Häuser haben z. B. keine Wohnbarkeitsbescheinigung. Die Bearbeitung steht der Anträge steht nun aber, wegen der vielen Bauprüfungen der neuen Häuser der Vulkanopfer, ganz hinten an. Die Regel, nachdem die Gemeinden nur 3 Monate haben um die Papiere auszustellen ist gerade außer Kraft gesetzt.  Um Wasser zu beantragen braucht es die Bescheinigung  aber. Aber es handelt sich dabei eben um ganz reguläre Häuser, die Verwaltung kommt aber nicht hinterher, diese Bescheinigungen auszustellen.  Wenn da nun aber trotzdem Menschen drin wohnen, dann braucht es eben Wasser, und man legt schon mal den Anschluss. Dann geht erstmal Zeit ins Land und die Bewohner bekommen dann eben irgendwann einmal eine saftige Rechnung präsentiert. Das liest nämlich niemand ab, bis nicht alles offiziell ist. Dieses Wasser wird dann eben irgendwann einmal bezahlt, aber taucht erstmal nicht als „verbraucht“ auf, weil der Zähler ja offiziell gar nicht installiert ist und damit auch nicht abgelesen werden kann. Diese ganzen „Verluste“ machen dann aber Probleme. Die Gemeinden zahlen das Wasser, haben aber die entsprechenden Einnahmen nicht. Dadurch wird dann der preis gegebenenfalls auf die registrierten Verbraucher umgelegt, sprich die Verluste, die vielleicht gar keine sind, sorgen für einen höheren Preis. Der Wasserbericht sieht dadurch aber noch ganz andere Probleme. Die Planbarkeit für Notsituationen fällt nämlich dann richtig schwer. Man weiß also gar nicht, wieviel Wasser noch im Netz ist, ob es verloren, oder nur woanders ist.