Schnell in den Griff bekommen und nun wird auch in der Los Llanos abgebaut

Nach wie vor herrscht hier auf der Insel höchste Alarmstufe in Sachen Feuer. Es ist trocken, in höheren Lagen windig und der recht feuchte Winter hat dafür gesorgt, dass viel Gestrüpp gewachsen ist, welches nun, schön ausgedörrt, eine zusätzliche Gefahr darstellt. Bislang hatte wir großes Glück, es ist nichts passiert. Gestern gab es allerdings dann doch ein kleines Feuer in Garafia, genauer gesagt, im Barrio Cueva de Aqua. Nicht der Wald, sondern eben jenes vertrocknete Buschwerk ging da in Flammen auf. Aber die Sache lief dann eben doch recht glimpflich ab. Dank umsichtiger Anwohner und dem Einsatz von Mitarbeitern der Umweltbehörde, war die Geschichte zügig stabilisiert und konnte auf 2.500 qm eingegrenzt und stabilisiert werden. Einheiten von Brif aus Puntagorda sowie der „Intervención y Refuerzo en Incendios Forestales“ (EIRIF) und die Feuerwehr waren dannvor Ort, um die Umgebung mittels Wasser zu kühlen und ein erneutes Aufflammen zu verhindern, so teilte es die Vizebürgermeisterin der Gemeinde Garafia, Daina Sgobino, mit, und verwies dabei auch direkt auf das momentane Problem. Dass Truppen von verschiedenen Einheiten zum Einsatz kamen, hängt nämlich auch damit zusammen, dass ein ordentlicher Teil unserer BRIF-Einheit, also der Löschtruppen, die genau für solche Dinge da ist und dem Feuer dann mit den gelben Helikoptern zu Leibe rückt, gerade nicht auf der Insel verweilt, sondern in Galicien ist, weil da gerade richtig der Baum brennt. Als die Mannschaften vor einigen Tagen abgerückt sind, wurde natürlich die Sorge geäußert, dass nun, bei offiziell höchster Alarmstufe auf der Insel, mal gar nichts passieren dürfe. Da mittlerweile aber auf dem Festland Einsatzkräfte aus der EU, unter anderem auch aus Deutschland, den verheerenden Bränden zu Leibe rücken, ist es wohl nur folgerichtig, dass da auch unsere Profis aus Puntagorda abkommandiert werden um da zu helfen. Auch mit dem Blick auf die Anhäufung von Einheiten während des Vulkans, die aus ganz Spanien kamen und hier über Monate geholfen haben, sollte es eigentlich klar sein, dass unsere Profis da nun mithelfen. Wichtiger als die Feuerwehr bleibt das Verhalten der Bewohner und Besucher. Offenes Feuer ist nicht, und dass man die Kippe nicht einfach brennend auf die Straße wirft, sollte auch mittlerweile in allen Köpfen angekommen und sich fest eingebrannt haben. In der sich „sozial“-nennenden Netzwerken wird jetzt schon wieder eifrig gegeifert und über Brandstiftung spekuliert, weil wohl der Nachbar vom Cousin von Emilios Schwester da was beobachtet haben soll. Bislang gibt es aber gar keine Information zur Ursache des Feuers, dabei hätte man doch so gern einen Schuldigen.

In Los Llanos wird derweil mit dem Abbau begonnen. Gestern wurden die ersten Container, die oberhalb des Sportplatzes für die Vulkanopfer aufgestellt wurden, mit einem Kran, auf einen Laster verladen. Bereits vor 3 Wochen wurden die ersten Holzhauser in El Paso demontiert, jetzt ist es auch in Los Llanos soweit. Die Wohncontainer mit den Rostbeulen bleiben im Besitz der kanarischen Regierung und sollen in Zukunft wieder als Notunterkunft bei Katastrophen dienen. Man darf gespannt sein, wie die Teile gelagert werden. Im laufenden Betrieb der vergangenen 4 Jahre haben die Blechbüchsen schon ordentlich Schaden genommen und wenn die dann unbewohnt noch irgendwo gelagert werden, dann will man gar nicht wissen, was da alles vor sich hin oxidiert. Abgebaut wird nun aber Stück für Stück. Was leer ist kann weg, und der Rest bekommt, so heißt es von Seiten der Beteiligten Behörden einen angemessenen Zeitraum, den Container zu verlassen. In 15 Monaten, so plant man, sollen die Wohnungen am Ortseingang von Los Llanos fertig sein, und die Betroffenen haben dann quasi das Recht sich eine der Wohnungen unter den Nagel zu reisen, bevor andere bedürftige zum Zuge kommen. Allerdings räumt man ein, dass immer noch nicht alle Entschädigungszahlungen abgewickelt seien, was aber eben nicht an der langsamen Arbeit der Behörde, sondern an den unklaren Besitzverhältnissen (Erbschaften, Aufenthaltsort der Eigentümer usw.) liegen würde. Von 25 Fällen ist da die Rede. Was auch noch erschwerend hinzukommt ist die Tatsache, dass es eben nicht so ist, dass die Vulkanopfer tatsächlich überall bauen dürfen. Zwar trägt man dieses, von Seiten der Verwaltung gerne vor sich her, das Problem bleibt aber häufig die mangelnde Infrastruktur auf den einzelnen Grundstücken, sollten die zu nahe an der Lava liegen. Ohne Wasser und Strom geht in manchen Gegenden gar nichts und man bekommt da auch keinen Antrag bewilligt. Teilweise sind Grundstücke auch nach wie vor nicht erreichbar, weil die ehemaligen Zufahrten verschüttet sind. An anderen Stellen kann dann wiederum nicht gebaut werden, weil die Inselregierung sich überlegt, dass man irgendwann mal eine Straße verbreitern oder bauen möchte. Die Realität sieht also manchmal anders aus, als man auf den ersten Blick denkt, auch weil die Preise für Ackerland mittlerweile so hoch sind, weil das ja für die Betroffenen den Wert von Bauland hat, und das lässt man sich dann geschäftstüchtig so bezahlen. Die meisten die noch in den Containern wohnen, wären lieber schon lange ausgezogen, hatten aber nicht wirklich eine Möglichkeit. Nicht alle der Blechteile werden übrigens eingelagert. Ein Teil soll nach Puerto Naos verbracht werden, um da als Überwachungszentrum für die CO2-Messungen zu dienen.