Der Sommer neigt sich dem Ende

Es ist immer noch recht warm, aber eben nicht mehr ganz so heiß, wie noch vor einer Woche. Dennoch war es, abgesehen von ca. 2 Wochen, ein ganz moderater Sommer und bislang sind wir hier auf La Palma ganz gut durchgekommen. Die Rede ist von Bränden. Bis auf das kleine Feuer in Garafia diese Woche, war bislang nichts, und wir atmen fast schon durch, angesichts der Situation auf dem Festland und der Erfahrungen aus den letzten Jahren. Aber wir sind noch nicht durch, wie sich gestern auf der kleinen Nachbarinsel El Hierro gezeigt hat. Da brannte es an verschiedenen Stellen, wobei ein Brandherd wohl durch ein Auto ausgelöst wurde. Zumindest diesen hatte man schnell wieder kontrolliert, aber in El Pinar dauerte der Kampf gegen das Feuer länger und heute Mittag gab es dann erst die Meldung, dass man die Sache unter Kontrolle habe. Hubschrauber und Einheiten von anderen Inseln, auch aus La Palma waren zügig zur Stelle um da zu helfen und man scheint nochmal Glück gehabt zu haben. Die wirklichen Ausmaße sind noch nicht bekannt, aber bis auf einen Campingplatz musste auch nichts evakuiert werden. Im Gegenteil, die Bewohner der Gegend wurden aufgefordert zuhause zu bleiben um erstens die Löscharbeiten nicht zu behindern und um nicht durch bewaldete Gebiete zu fahren und sich unnötig in Gefahr zu begeben. Über die Ursache ist bislang nichts bekannt, aber der Inselpräsident von El Hierro Alpidio Armas zeigte sich gegenüber der Presse verwundert, dass der Brandherd an der gleichen Stelle liegen würde, wie beim großen Feuer von 2006. Ob es ratsam ist, hier Spekulationen anzustellen muss man aber hinterfragen. Da liegen nun fast 20 Jahre dazwischen. Das Ganze bedeutet aber für uns, dass wir eben auch weiterhin vorsichtig sein müssen, auch wenn ich eigentlich ganz dringend Grillen möchte.

Dass der Sommer zu Ende geht merkt man auch daran, dass nun die großen Veranstaltungen auslaufen. Gestern war dann noch der Herr Camilo auf der Insel und hat vor 6.500 Anhängern (so berichtet zumindest der Veranstalter) im Stadion von El Paso seinen Auftritt gehabt. Der Mann aus Kolumbien ist ein Phänomen. Cumba und süßliche Balladen gibt der zum Besten und zu behaupten, dass er ein Teenie Schwarm sei, wäre gelogen. Die weiblichen Fans, die der Mann zum Ausflippen bringt, sind meist noch gar nicht in dem Alter. Meine Frau musste da gestern hin, nicht freiwillig, sondern um die Tochter zu begleiten. Die hat sich in den letzten Jahren von den Freundinnen aus der Schule anstecken lassen und deshalb war man nun schon lange im Besitz der Eintrittskarten. Die ganz große Euphorie blieb dann aber aus, weil die Begeisterung für den Camilo in den Monaten zwischen Kartenkauf und Auftritt eben entsprechend nachgelassen hat, was ich erstmal sehr begrüße. Jetzt wird die Bühne wieder abgebaut und damit kehrt dann eben auch wieder die Normalität in Sachen Stadionnutzung ein. Schließlich haben alle ja schon längst Trainingsauftakt gehabt und man musste in der letzten Woche, wegen der Arbeiten zur Großveranstaltung auf andere Plätze ausweichen, was wenn man dann den Nachwuchs kutschieren muss, recht nervig sein kann. Diese Riesenkonzerte gibt es nun schon einige Jahre im Stadion und mindestens genauso lange hallt die Kritik durchs Dorf. Da steckt nämlich ein privater Veranstalter dahinter, der ganz gut daran verdient, und so behauptet man, den Profit gleich in eine Burgerbraterei investiert hat. Was einigen dabei aufstößt ist, dass da wohl nicht nur öffentliche Gelder zur Risikominimierung fließen, sondern auch, dass die öffentliche Infrastruktur dafür herhalten muss, und kaputt geht.  Seit die Konzerte da stattfinden muss im Stadion regelmäßig ein neuer Kunstrasen verlegt werden, und den zahlt eben nicht der Veranstalter, sondern die Gemeinde. Früher hielt sowas einige Jahre, jetzt geht das nicht mehr. Und sogleich kommt dann aber das Problem. Es wird eben schon längst wieder trainiert und auch gespielt, schließlich ist der Sommer ja fast zu ende. Die Zeit den Rasen zu tauschen, reicht eben nun nicht, und deshalb müssen nun nicht nur die Semiprofis, sondern auch alle Jugendmannschaften bis zur Winterpause warten, bis der runtergerockte Belag gewechselt werden kann, was dann natürlich die Gemeinde bezahlt, bis dann im nächsten Jahr das nächste Konzert da stattfindet.