Land unter und ein neuer Heli

In den letzten Tagen war hier ordentlich Welle. Ganz schlimm war es Puerto de Tazacorte, da ist am Strand das Wasser über die Promenade geschwappt und hat denn auch noch den Sand weggespült. Dass es bei hoher Welle da zu Problemen kommt, das kennt man ja schon lange, aber ein steigender Meeresspiegel verschärft die Situation zusätzlich. Nun meldet sich der Bürgermeister David Ruiz zu Wort und beschwert sich, dass das Geld, immerhin 160.000Euro, die man da investiert hat und eben dieses zu verhindern, jetzt erneut verloren seien. Jedes Jahr würde die Gemeinde Geld in die Hand nehmen um Auszubessern und Abzusichern, aber innerhalb von wenigen Stunden sei das alles verloren. Deswegen fordert er nun Hilfe an. Im Prinzip geht das schon länger so. Man hätte ganz gerne einen Deich, der den Strand komplett schützt und gleichzeitig natürlich jemanden, der das bezahlt. Richtig weit ist man da noch nicht gekommen. Der Inselpräsident Sergio Rodriguez teilte prompt mit, dass man da schon irgendwie am planen dran sei und am Projekt der Neugestaltung der Küste arbeite. Man habe nun sogar sofort ein treffen mit der staatlichen Küstenschutzbehörde beantragt, um den Neubau zu besprechen. Durch die Blume bedeutet das, dass es noch ein Weilchen dauern könnte, bis da was passiert. Erstens ist so eine Küstenschutzbehörde nicht wirklich flexibel, weil die eben auch noch ganz andere Aspekte, wie die Umweltverträglichkeit und den Naturschutz beachten und zweitens wird es am Ende sicher wieder darum gehen, wer den Schutzwall, also den ganz großen und dauerhaft haltenden Wurf finanzieren wird.  David Ruiz betont bei seiner Forderung auch, dass der Strand von Tazacorte nicht nur für die Einheimischen von großer Wichtigkeit sei, sondern auch eine der größten touristischen Attraktionen darstellen würde. Allerdings ist das immer so eine Sache. Wenn es nicht gerade Sturm gibt, dann ist das Wasser da recht dümmpelich und eben nicht so gut durchspült, wie andere Küstenabschnitte. Und dann kommen da eben Abwasser und auch die Fischzuchtbecken ins Spiel, die die Wasserqualität eben nicht gerade verbessern. Ein zusätzlicher Deich könnte das Problem dann noch verstärken. Und was nützt der schönste Sand, wenn keiner mehr schwimmen gehen will?

Gestern schrabberte wieder ein Hubschrauber über unser Dach. Meist passiert das, wenn man familiär am Küchentisch sitz, und die Kinder rennen dann immer raus um zu schauen. „Vorne gelb und hinten blau!“, so teilte Töchterchen mit, was bei uns nur ein Schulterzucken und ein “noch nie gesehen!?!“ hervorbrachte. Kurze Zeit später war der Propellerte dann in der Zeitung zu sehen. Und auch gleich die Erklärung, warum wir den Vogel noch nie gesehen hatten. Der ist nämlich brandneu und hat da gestern seinen insularen Jungfernflug auf LA Palma abgehalten. Allerdings bleibt der nicht bei uns, sondern wird auf El Hierro stationiert sein, gehört aber zur gleichen EIRIF-Einheit, wie die beiden Airbus-Helis, die am Flughafen stehen und nicht mit denen aus Puntagorda zu verwechseln sind. Der neue ein KOALA genannter Augusta Westland AW-119 MK2 ist schon seit 1. August auf El Hierro und durfte sein Können beim Brand letzte Woche gleich unter Beweis stellen. Die EIRIF-Einheiten unterstehen dem Ministerium für ökologischen Wandel und Energie Sie verfügen über inselübergreifende Kapazitäten, um schnell auf Waldbrände überall auf dem Archipel reagieren zu können. Die ganze Geschichte mit den verschiedenen Einheiten, die dann noch ganz unterschiedlichen Ministerien oder sonst wem unterstehen, ist schwer zu überblicken. Hinzu kommt dann noch, dass bei einem Waldbrand, je nach Gefahr und Heftigkeit, das Oberkommando zu Bekämpfung in der Verwaltungshierachie nach oben wandert. Das mag auf den ersten Blick komisch sein, aber damit hat eben irgendwann eine zentrale Stelle das Kommando und kann Löschtruppen auf allen Ebenen koordinieren. Man muss also nicht erst an höherer Stelle Löscheinheiten beantragen.