Wir haben eine neue Partnerfirma auf der Insel. Also nicht wir, sondern SODEPAL. Die Firma ist aber inseleigen deswegen schon irgendwie wir. Dabei handelt es sich um AR Associated Activos SL, eine Firma aus Tarragona in Katalonien, die laut eigener Darstellung auf der Homepage, als Beratungs-, Investment- und Exportunternehmen international tätig und über Niederlassungen weltweit verfügt. Wo überall sagen die nicht direkt aber Partnerfirmen werden gezeigt, und da sind dann solche Geschichten wie die Verwaltung in Galizien und nun eben auch Sodepal (Sociedad de promocion y desarrollo economico de la Palma, was eben Gesellschaft für Werbung und wirtschaftliche Entwicklung auf La Palma bedeutet). Allerdings ist das mit der Partnerschaft nicht ganz so, wie man sich das vorstellt. Wir bezahlen und die sollen liefern. Und es ist nicht wenig, was wir da auf den Tisch legen. 1,36 Millionen für 2 Jahre bekommen die Katalanen für ihre Werbe- und Vermittlungstätigkeit. Was mehr als 55.000 Euro pro Monat entspricht und ganz schön viel Geld ist. Spannend ist aber der Auftrag der wiederum nun einen Aufschrei und Wiederworte seitens eines gehörigen Teils der Bevölkerung hervorruft. Die sollen nämlich Investoren finden. Bevorzugt aus dem arabischen Raum. Und da sind wir dann wieder bei der Geschichte, dass wir Bananentechnisch zum globalen Player aufsteigen wollen. Angeblich sollen die Investoren ja auch schon da sein. Die wollen aber nicht die Banane, sondern das Land, und das Zeug dann hier produzieren und anschließend in die VAE schicken. Vor Monaten kam schon die Meldung und man zeigte sich hier recht empört, wegen des geplanten Ausverkaufs der insularen Ländereien. Die Inselregierung erzählt schon länger von der „Partnerschaft“ mit den VAE und meint, dass man sogar, unter Umständen und vielleicht, in Abu Dhabi ein Büro aufmachen würde. (Die Vorgeschichte finden Sie hier). Schon im Juni gab es Empörung auf der Insel, weil man einem Agrarkonzern eine Liste mit „verfügbaren Ländereien“ auf der Insel hat zukommen lassen. Warum man nun, obwohl man ja so gute Kontakte dorthin hat, auch noch Geld für eine zusätzliche Beratungsfirma aufmacht, ist dann noch in Sachen Fragwürdigkeit die Sahnehaube auf der Empörungstorte. Jedenfalls haben sich nun wieder verschiedene Agrarverbände und Umweltschützer zu Wort gemeldet, die den Ausverkauf nicht für gut befinden. Die Rede ist von der Abkehr der Ernährungssouveränität und von der Gefahr für das Weltbiosphärenreservat. Auch die gestiegenen Preise für Agrarland sind bei dem Widerspruch Thema sowie die Menschenrechtslage im potentiellen Investorenland. Man fordert die Inselregierung und Sodepal also auf den Vertrag mit den Katalanen zu stoppen und einen Dialogprozess mit den Agrarverbänden der Insel zu beginnen. Überhaupt wird die Geschichte immer undurchsichtiger und man möchte glauben, dass da Absicht dahinterstecken könnte. Der Widerstand, der sich da auftun würde wenn alles offen kommuniziert werden würde, käme zur Abwechslung nämlich nicht nur von irgendwelchen linken, sondern auch von der konservativen Seite. Und dass es eben die kanarischen Nationalisten sind, die da am Ausverkauf arbeiten, kommt bei der eigenen Wählerschaft, die arg auf Bewahrung der eigenen Traditionen und auch der Besitzverhältnisse sind, sicher nicht so gut an. Deswegen ist dann eine eigene Firma wie Sodepal ganz praktisch. Wenn die Inselregierung selbst den Beratervertrag abschließen würde, dann müsste der öffentlich ausgeschrieben werden und die ganze Sache wäre erheblich transparenter.
Und wer nun wirklich glaubt, dass der Araber bei uns investieren will, der weiß nicht wirklich, dass es sich bei unseren Ländereien um kleinparzelligen Privatbesitz handelt. Die „Investoren“ könne mit sowas im Prinzip null anfangen. Große landwirtschaftliche Betriebe sind hier gar nicht möglich. Zudem fehlt es an rentablen Transportwegen um die „Produkte“ weg zu bekommen. Der Araber wird also wohl nichts bei uns kaufen. Aber jemand hat gerade richtig viel Geld verdient mit seiner Beratungsfirma, die angeblich Büros auf der ganzen Welt hat, aber nur über € 3.000,- Eigenkapital verfügt.