Bald fällt die Entscheidung, wobei es schon eine gibt

Gestern tagte der spanische Ministerrat und hat dabei gleich zwei Sachen beschlossen, die für La Palma von Bedeutung sind. Das eine ist, dass es ein nationales Vulkanforschungszentrum geben soll, das möglichst schnell auch seine Arbeit aufnehmen soll. Dass es so was geben soll und wird, war im Prinzip klar, nun ist es aber offiziell. Bewerben darf sich jeder, und beim Geplänkel im Vorfeld, hat La Palma immer schon lauthals „hier“ geschrien. Klar ist zumindest, dass das Ding auf die Kanaren gehen wird, auch der Ministerrat hat das so formuliert, wobei sich dennoch theoretisch alle darum bemühen könnten, was aber, in Ermangelung an vulkanischen Aktivitäten, einfach nur Blödsinn wäre. Allerdings wollen die auf Teneriffa das Ding eben auch haben, und die anderen Institutionen, wie INVOLCAN, das IGN oder auch die Uni von La Laguna, verschaffen denen im ersten Augenblick einen Vorteil, weil die Kooperation dann entsprechend einfacher wäre, wenn alle eng beisammen liegen. Allerdings haben wir auch noch einen Trumpf, und der hängt mit der Verpflichtung des spanischen Staates zusammen, dass hier postvulkanisch wieder was auf die Beine gestellt werden soll, was die lokale Wirtschaft voranbringen soll. Der Sonderbeauftragte für den Wiederaufbau von La Palma, Héctor Izquierdo meinte nämlich direkt, dass, sollte La Palma den Zuschlag erhalten, ein großer Impuls davon ausgehen könnte. Bis zu 8% des lokalen BIBs würden dann durch die Wissenschaft erwirtschaftet werden. Von einer weltweiten Referenz für Vulkanologie ist da die Rede und ein Imagegewinn für La Palma als Wissenschaftsstandort käme da freilich noch obendrauf. Schließlich träumen wir immer noch vom TMT.  Die auf Teneriffa wollen aber natürlich auch so ein Forschungszentrum haben, und denkbar ist, das hat man im Vorfeld schon besprochen, eine gewissen Aufsplittung, was im Notmalfall eben eine kleine Filiale bei uns bedeuten würde. Und da nun zeitnah über die Vergabe entschieden werden soll, kommt es den Tinerfeños vielleicht gar nicht so ungelegen, dass der Teide da gerade ein wenig wackelt. Die Vulkanologen sagen zwar, dass man weder kurz- noch mittelfristig mit einem Ausbruch rechnen würde, aber man bereitet sich vor. Ende September soll es eine richtige Übung geben. Inklusive Handywarnungen und sogar einer Evakuierungsübung von bis zu 1.000 Menschen, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Ob das den Leuten Sicherheit gibt, muss man mal abwarten. Die Aussage von INVOLCAN, dass es eben früher oder später auf jeden Fall zu einem Ausbruch am höchsten Berg Spaniens kommen würde, beunruhigt viele dann wieder. Von Verschweigen bis hin zur Unfähigkeit der Wissenschaftler macht da schon wieder die Runde. Schließlich sollen die Vulkanologen mal was für ihr Geld tun, und wer nichts präzise vorhersagt, der ist sein Geld nicht wert, so schallt es aus den Köpfen der Einfachstrukturierten.

Eine andere Entscheidung hart der Ministerrat gestern dann im gleichen Atemzug verkündet. Bei denen geht es eben immer um die Finanzierung. Und da kommt im postvulkanischen Zusammenhang, dann eben immer wieder die Straßensituation zum tragen. Wir hätten gern ganz viel und am besten eben aus Madrid bezahlt. Und siehe da, die Straße wird gebaut. Die LP2 so steht es im Beschluss, aber eben in der „Variante El Remo-La Zamorra“. Dass die den Tunnel da hinbauen wollen, aber die 220 Millionen, die da berechnet sind nicht alleine stemmen können ist schon lange klar. Jetzt kommt der spanische Staat und bezahlt. Das Projekt, dass man sich nun finanzieren lässt, ist in die bis 2030 verlängerte Phase von Projekten gerutscht, aber wichtig bei der Meldung ist noch eine andere Sache. Das ist als einziges stehen geblieben. Die anderen gewünschten Projekte sind raus, und das dann eben bis mindestens 2030. Und da war dann eben auch die El Paso Umgehung mit drin, aber man wollte eben auch, dass der Spanische Staat die LP2 neu baut, beziehungsweise bezahlt. Und da ist dann einfach die richtige eine gemeint, die zwischen El Paso und Las Manchas. Und deswegen fragt man sich dann schon, wieso die Straße von El Remo nach Zamorra plötzlich auch LP2 heißen soll. Gibt es die dann doppelt? Einmal von Las Manchas nach Fuencaliente und einmal ebenunten am Wasser. Irgendwie scheint es ein wenig so zu sein, dass man die komplette Umrundungsstraße neu konzipiert. Das aber freilich langfristig. Die Straße zwischen dem Charco Verde und El Remo ist ja auch nicht dolle, da kann man dann gleich weiter machen. Und bislang ist das ja die LP213 und eben nicht die LP2. Ob es gut ist, von Las Indias zügig ins Tal zu kommen fragt man sich, und natürlich ist das schon nicht schlecht. Ist das das Geld wert? Da will man nun nichts zu sagen, schließlich bekommt man das ja bezahlt. Allerdings nützt das eben den Leuten aus LA Manchas nicht wirklich und die werden doch immer ins Feld geführt.