Da wird vielleicht noch Gesprächsbedarf sein, aber es darf wieder gestorben werden

Das durfte immer. Allerdings mit Hindernissen für die Verbliebenen die hinter den Verblichenen stehen. Wir hatten ja nun monatelang kein funktionierendes Krematorium mehr, weil das neu installierte in Breña Alta nicht entsprechend verbrannt hat. Von zu niedriger Hitze und Abgasproblemen war da die Rede und so hat der Gesundheitsdienst einen Riegel zur Brennkammer vorgeschoben. Für die Angehörigen hier war das arg umständlich, weil man mit Sarg nach Teneriffa musste um dann mit der Urne wieder nach La Palma zu reisen. Die Schließung war bereits Ende vergangenen Jahres veranlasst worden und man versprach die Geschichte bis zum Frühjahr zu regeln, aber es hing mal wieder an den entsprechenden Ersatzteilen, die man nicht bekommen habe, so die Verwaltung. Jetzt funktioniert der Brenner aber wohl, was die Situation auf La Palma nun für die Hinterbliebenen erheblich erleichtert.

Dann ist nun die Sache mit dem nationalen Vulkanforschungszentrum in aller Munde. Zwar gibt es auch Gerüchte, dass sich die Andalusier bewerben würden, aber im Prinzip ist es klar, dass das Ding auf die Kanaren kommen soll. Der Ministerrat, der die Ausschreibung nun freigegeben hat, war da recht deutlich. Dass so ein Zentrum geplant ist, welches eben auch als Anlaufstelle für die Internationale Vulkanologie und Geologie dienen soll, das ist schon länger bekannt, und wir auf La Palma haben da natürlich lauthals gerufen, dass wir das auf jeden Fall haben möchten. Wiederaufbau nach dem Ausbruch, war das Motto und wo, wenn nicht bei uns, könnte denn derzeit besser geforscht werden. Die aus Teneriffa wollen aber auch das Ding haben und brachten sich, mit einem der höchsten Vulkane der Welt und mit einer bereits bestehenden Infrastruktur in Sachen Vulkanforschung in Stellung. Man hat sich da im Vorfeld darüber unterhalten, dass man unter Umständen da ein gemeinsames Ding daraus machen könnte, um zu vermeiden, dass es da einen Verlierer gibt. Das klingt im ersten Moment ja auch vernünftig und fair. Man hat sowas ja schonmal gemacht, nämlich beim IAC (Kanarisches Institut für Astrophysik). Nun klang das vorgestern aber dann doch so, als ob der Ministerrat schon mit dem Zaunpfahl in Richtung La Palma gewunken har, was wiederum nichts bedeuten muss, schließlich treffen die am Ende nicht die Entscheidung über den Standort. Erstaunlich war dann aber die Reaktion der Inselpräsidentin von Teneriffa, Rosa Dávila, die sich dann gestern gleich an die Presse gewandt hat, um mitzuteilen, dass man mit La Palma abgesprochen habe, gemeinsam zu kandidieren um sicher zu stellen, dass das Ding am Ende auch wirklich auf den Kanaren landen würde. Man könne da ein ähnliches Konzept, wie beim IAC fahren. Und sie meinte direkt, dass der Hauptsitz nach La Palma verlegt werden soll, eben weil wir so vulkangeschunden sind, ebenso die Feldforschung. Der Rest der forschenden Tätigkeit solle dann nach Teneriffa, wegen der tollen Infrastruktur. Jetzt ist es aber erstaunlich, dass nicht beide Inselpräsidenten ganz schnell die gemeinsame Kandidatur verkündet haben, und natürlich regt sich da entsprechender Widerstand. Letztlich wäre die aktuelle Feldforschung natürlich vor allem hier, gegeben durch den neuen Vulkan. Ein Hauptsitz wäre auch nicht mehr als ein Büro. Die wirkliche Arbeit findet dann auf Teneriffa statt, so die empörten Kritiker, die sich nun in Meinungsbeiträgen zu Wort melden. Außerdem kenne man genau diese Nummer eben von IAC. Da sitzen die Apparate bei uns, und die Sternengucker auch, der Löwenanteil der Wissenschaft ist aber auf Teneriffa. Bislang fehlt aber aus La Palma noch das Bekenntnis zur gemeinsamen Kandidatur Unser Inselpräsident Sergio hat sich da noch nicht gemeldet und auch der für den Wiederaufbau zuständige Hector Izquerda, klang vorgestern nicht so, als ob das tatsächlich schon als abgemachte Sache gelten würde. Und der ist ja mit der Politik in stetigem Austausch.