Kiesgrube im Rianchuelo ist das Stichwort. Alle paar Wochen kommt was neues zu dem Thema auf, das den Anwohnern stark auf den Magen schlägt. Zusammengefasst, für diejenigen, die nicht wissen um was es geht: Oberhalb von El Paso wird seit vielen Jahren gebuddelt um sogenannte Abschlagsprodukte zu gewinnen. Das ganze am Rande des Naturschutzgebietes mit großen Löchern. Es gab da noch ganz andere Pläne, so wollte der Betreiber da auch gleich noch ein Asphaltwerk errichten, wobei da dann der Aufschrei, auch von der Politik als so laut wahrgenommen wurde, dass das gerade kein Thema ist. Die von der Bürgerinitiative „La Graja de Rianchuelo“ versuchen nun schon seit Jahren gegen das Treiben vor zu gehen. Akustische Belastung und auch der aufgewirbelte Staub, seien für die Anwohner nicht hinnehmbar, und man würde da dann auch noch das naturgeschützte gebiet, schließlich befindet sich die Grube am Eingang zum Nationalpark, arg belasten. Es gab Proteste und Demonstrationen und natürlich hat sich die lokale Politik mit den erbosten Anwohnern solidarisiert. Die Genehmigung lief dann aus und man teilte mit, dass es das dann eben war, und im Prinzip alle ganz happy seien, bis plötzlich herauskam, dass die Genehmigung verlängert worden sei das auf fast 20 Jahre, und dass der Betreiber sich einfach selber ein Gutachten über die Umweltverträglichkeit erstellt hatte. Die Inselregierung hat dann schnell verkündet, dass sie da ja nichts dafürkönnen, weil das die kanarische Regierung gewesen sei, unter der Leitung des zuständigen Ministers, der wiederum der letzte Inselpräsident von La Palma war, aber eben von einer anderen Partei, wie der jetzige. Dumm nur, dass die Papiere eben auch über den Schreibtisch der jetzigen Regierung liefen, und da auch abgesegnet wurden, was man aber bei Pressemitteilungen einfach weglässt und weiter die Schuld an andere gibt. Im Rathaus von El Paso, gleiche Partei, kam es zu einem irgendwie ungeklärten menschlichen Versagen. Irgendwie scheint man da die Einspruchsfrist verpasst zu haben, weil die zuständigen Leute die Papiere zu spät erhalten hätten. Also irgendwo auf dem Weg, zwischen Posteingang und einem Stockwerk höher, waren die Papiere dann weg, und man es wird freilich arg bedauert, dass das so passiert ist. Die Bürgerinitiative wiederum hat natürlich keine Lust sich da zu veräppeln lassen und war dann auf der Suche nach der Zauneidechse. Gefunden hat man die, weil sich rausstellte, dass die auch einen „historischen Weg“ anbuddeln, und man ein Gesetz ausgegraben hat, das sowas verbietet. Das Rathaus hat dann mal einen kurzen Stopp reingehauen, aber der Weg ist auch schon kaputt, und im Prinzip geht es ja um die Buddelei an sich. Für Eine Beendigung dieses Treibens hat das aber nicht gesorgt. Auch dass man vor Jahren schon dokumentiert hat, dass die zu tief graben und sich auch überhaupt nicht an die Vorgaben zur Renaturierung halten, sorgte zwar bei der Politik für lautes Entsetzen, aber irgendwie war die zur Schau gestellte Empörung nie groß genug, dass sich daraus wirkliche Konsequenzen ergeben hätten.
Aber es gibt ja noch andere Ebenen auf denen man sagen könnte, dass es so nicht gehen würde. Im Juni berichtet Cadena Ser, dass es wohl zu Beeinträchtigungen von historischen Stätten gekommen sei. Die kanarische Regierung hat eine Untersuchung eingeleitet und festgestellt, dass da kulturelle Statten in Mitleidenschaft geraten sind. Genauer gesagt die Felszeichnungen in der archäologischen Stätte Cueva Tiznada. Zum einen durch die Vibrationen (Mikrorisse) und zum anderen durch den aufgewirbelten Staub. Man solle da tätig werden und ein Überwachungssystem installieren, so wird dringend empfohlen. Und man hat ausdrücklich eine Schuld bei der Betreiberfirma Áridos El Riachuelo S.A.U. festgestellt, welches sanktioniert gehört. Für eben diese Sanktionen ist dann aber wieder die Inselregierung zuständig und die haben nun vor einigen Tagen die Papiere bekommen, damit die einen Strafzettel ausstellen können. Die Bürgerplattform macht sich da aber überhaupt keine Hoffnungen. Der Betreiber gibt nämlich an, dass er ja nichts von der Höhle gewusst habe, und deswegen ja auch nichts dafürkönne. Natürlich hätte er da sofort Maßnahmen ergriffen, wenn man das nur gewusst hätte. Und auch der Inselpräsident, der jegliche Schuld für die Verlängerung der Genehmigung weit von sich weist, hat sich auch schon in die Richtung geäußert, dass doch alles in Butter sei und man keine schuldhafte Belastung für die Umwelt und Kulturdenkmäler feststellen könne, weil die ja gar nichts gewusst hätten. Allerdings steht in der alten, nun verlängerten Genehmigung eben drin, dass das Unternehmen verpflichtet sei, Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Wenn die Höhle also zustaubt, und natürlich auch der Wald und die Lungen der Anwohner, dann liegt die Verantwortung eben doch beim Betreiber, so meint die Bürgerinitiative. Das einzig positive sei nun, dass der Inselpräsident nun durch seine Aussagen öffentlich zugegeben habe, dass es sehr wohl zu einer Belastung kommen würde. Aber natürlich kann da die Firma ja nichts dafür, alldieweil die das ja gar nicht gewusst haben. Allerdings hat eben jenes Unternehmen bereits 2019 mit der Verwaltung eine Vereinbarung zum Schutz der Natur und auch von Kulturdenkmälern unterzeichnet. Aber deswegen kann man die ja nicht verantwortlich machen.