Sieben Millionen für ein „L“

Wir haben einen riesigen Flughafen, zumindest für unsere Verhältnisse. Und im Westen ist da noch ein Hafen. Geplant und gebaut, dass da Fähren und Kreuzfahrer in Tazacorte anlanden können. Die altgedienten La Palma Besucher erinnern sich noch an den alten, kleinen Fischerhafen, den es da mal gab, bevor die Lange Mole entstanden ist, die eigentlich noch länger geplant war. Jetzt ist da Beton und zumindest lassen sich nun prima Konzerte und andere Veranstaltungen abhalten. Für irgendwas müssen die ganzen Millionen, die da geflossen sind, ja auch gut sein. Wer nun aber denkt, dass das nun so bleiben wird, der hat die Rechnung ohne die Hafenbetreiber und die kanarische Regierung gemacht. Da wird nun nämlich die nächste, wenn auch wesentlich kleinere Ausbaustufe gezündet, und die kanarische Regierung stellt sieben Millionen für ein „L“ bereit. Von einem neuen Wellenbrecher ist da die Rede, und wenn man nur so liest, und nicht nachforscht, dann versteht man gar nicht um was es da gehen soll. 130m im Ganzen aber wo und wie steht da eben nicht. Aber das Foto, auf dem die strahlenden Politiker zu sehen sind, verrät mehrt, wenn man den Hintergrund betrachtet. Da sieht man nämlich ein Vorher/nachher-Bild und kann dann auch das geplante „L“ erkennen. Wir reden nicht über die äußere Hafenmauer, sondern über die innere Mole, die vorne bei der Betonfigur, welche in die Ferne schaut, endet. Also die Stelle an der man die Angler beobachten kann. Hier soll das Ende der Mauer verlängert werden. Also der Teil am Kopfende, der zum Land hin geht, soll zum einen verlängert werden und dann soll da nochmal ein Stück, parallel zum Ufer ran gebaut werden. Das dann eben ein „L“ ergibt. Man kann sich nun um den Ausbau bewerben, darf sieben Millionen verbraten muss aber bedenken, dass die Mehrwertsteuer da schon inklusive ist. Aber das Ganze soll auch hübsch umweltfreundlich werden, alldieweil der Teil der abgerissen wird, im Meer versenkt werden soll, um als Grundlage für den Anbau zu dienen. Kreislaufwirtschaft vom Feinsten, und Beton gespart. Warum das Ganze, das weiß ich nicht. Die sagen, dass es ein wichtiges Projekt sei, weil da die Zufahrt zum Hafen vor hohem Wellengang geschützt werden würde. Allerdings ist da ja auch noch die große Mauer davor, und dass die Leute an der Stelle angeln hängt auch damit zusammen, dass es da eigentlich schon recht ruhig ist. Der Geschäftsführer von Puertos Canarios, José Gilberto Moreno, spricht aber vom wichtigsten Hafenprojekt auf den Kanaren in den letzten 10 Jahren.  Die Sicherheit von Sport- und Touristenboten soll da erhöht werden und es ist auch die Rede von der Aquakultur, also den Fischbecken, die da schon rumdümpeln.  Wir gewinnen also alle massiv, bis auf die Angler eben, die da nun nicht mehr hinkönnen. Außerdem erzählt man uns noch die Geschichte, dass die Blinkelichter, die die Boote in den sicheren Hafen leiten sollen, zukünftig Solarbetrieben sein sollen, also alles spitzenmäßig tiptop umweltfreundlich. Da fällt mit ein, dass die schwimmenden Solarpanele auf den Fischbecken ja auch mal Thema waren, sah hübsch aus, war eine tolle Meldung und dann hörte man nie wieder was davon. Die könnte man ja für die Leitlichter nehmen. Vielleicht kann man die neue Stelle mit dem „L“ auch als Anlegestelle für die Wasserflugzeuge benutzen, die sind aber ähnlich wie die schwimmenden Solaranlagen, irgendwie scheint es die nicht zu geben.

In der Mitte des Bildes, entspringt ein „L“. Foto: Gobierno Canarias