Neues Plastik und neue Zeitung

Gestern Abend kam noch eine Pressemitteilung von „Somos Una Ola“ ins Postfach. Bei dieser Gruppierung handelt es sich um eine Gruppe von Menschen, die hier vor allem durch großangelegte Putzaktionen bekannt wurde. Dabei rufen die dann animieren die Bevölkerung auf, sich zu beteiligen und dann sammeln die dann Kiloweise Müll aus der Natur auf, und publizieren diese Aktionen dann auch immer entsprechend, um Aufmerksamkeit für dieses Problem zu generieren. Das ist eine ganz prima Geschichte, allerdings muss man sich wiederum fragen, wieso da die Bürger die Barrancos und Strände in freiwilliger Arbeit putzen, und es die zuständige Verwaltung nicht hinbekommt, sich dann aber artig bedankt. Dier Grund für die Pressemitteilung gestern war, dass die da, am Strand auf der Ostseite Plastik gefunden haben, welches sich nicht wirklich zuordnen lässt. Aufgrund der Verteilung, hauptsächlich um Gebiet um den Hafen von Santa Cruz wird nun spekuliert, dass es sich dabei um verbautes Material der Hafeninfrastruktur handelt, weil das Vorkommen, je weiter weg vom Hafen, entsprechend abnimmt. Klar sagt man, dass es sich dabei derzeit um eine Hypothese handeln würde, und eine chemische Analyse des Stoffes dringend erforderlich sei, um da Klarheit zu schaffen. Man habe in dem Zusammenhang die Inselregierung und auch SEPRONA, die zuständige Abteilung für Umweltdelikte der Guardia Civil informiert, und die Hafenbehörde der Provinz Teneriffa in Kenntnis gesetzt und zum Handeln aufgefordert. Auf den mitgelieferten Bildern lässt sich auch gut erkennen, dass das Material sich bereits in einem Zersetzungsprozess befindet, und deshalb weist man nun darauf hin, dass eben auch eine große Gefahr wegen des Anfallenden Microplastiks für die lokale Fauna gegeben sei.

Dann gibt es auch wieder eine neue Internetzeitung auf der Insel. Und wie immer, wenn sowas neu ist, fragt man sich als erstes, er denn da dahintersteckt. Die Seite selber lässt da nicht wirkliche Rückschlüsse zu. In der Erklärung zum Selbstverständnis des oder der Macher steht, dass man sich bemühen wolle, anders als der große Teil der Medien hier, entsprechende Meldungen nicht nur wiederzugeben, sondern diese in einen Kontext zu bringen, damit man die Information entsprechend einordnen kann. So weit so gut. Und die scheinen produktiv zu sein bei „El Faro de La Palma“. Fleißig werden da Beiträge veröffentlicht, und gleichzeitig erscheinen noch keine Werbeanzeigen, die den ganzen Spaß finanzieren. Grundsätzlich ist eine Publikation, die eben nicht nur die Pressemitteilungen der Politik wortwörtlich abdruckt, und dabei gar keinen Hinweis darauf gibt, dass es sich dabei um eine schlichte Kopie jener Mitteilung handelt, eine Geschichte die sehr begrüßenswert ist. Und wenn man sich durch die Artikel liest, dann merkt man, dass die Schreiber sich sehr wohl Gedanken machen. Und, aber das ist in Spanien recht üblich, es steckt eine recht klare politische Stoßrichtung dahinter, bei der ich als linksgrün-siffiger Idealist zwar sehr gut mitkann, aber dann eben manche Artikel als etwas unterkomplex bewerte, weil die Agenda da zu offensichtlich ist. Ob das auf Dauer genug Leserschaft findet und bindet, ist dann so eine Frage, und dass man die eigene Meinung dann durch den entsprechenden Stoff, bestätigt bekommt, das ist vielleicht mal kurz ganz gut für das Ego, aber man kommt dabei eben nicht wirklich weiter. Vieles wirkt eher so wie ein Meinungsbeitrag, was im Übrigen, ich mache ja nichts anders, mehr als legitim ist. Da wäre es dann aber eben wünschenswert, dass mein seine eigene Subjektivität auch durch einen Namen offenlegt, anstatt nur von der Redaktion zu sprechen, zudem eben nirgends ersichtlich wird, wer denn die Redaktion ist. Grundsätzlich finde ich die Geschichte aber erst einmal recht prima, da scheinen Leute am Werk zu sein, denen Dinge wichtig sind, und die sich engagieren und gleichzeitig versuchen der etablierten lokalen „Jubelpresse“ etwas entgegen zu setzten.