Endlich wird es kühler aber die heiße Luft bleibt

Die letzten Tage waren arg unangenehm. Für September viel zu heiß. Man könnte jetzt sagen, dass das ja egal wäre, schließlich sind wir ja ganz gut durch den Sommer gekommen, und dann ist es eben jetzt etwas unangenehmer geworden. Allerdings geht die Rechnung nicht auf. Im Sommer, wenn es heiß wird, da fährt ganz Spanien runter. Die Öffnungszeiten der Geschäfte sind verschoben, die Leute machen Urlaub, gerne in Asturien oder Galizien, weil es dort kälter ist. Hier auf La Palma begibt man sich ans Wasser, weil es da erträglicher ist. Das geht auch meistens, weil man eben Urlaub hat und die Kinder nicht in die Schule müssen. Ab September ist dann aber alles wieder „normal“ und deswegen ist so eine Hitzeperiode dann unangenehmer. Unsere eigenen Kinder gingen in der vergangenen Woche dann auch entsprechend am Stock. Der Grund war die Situation in der Schule, und unter der Elternschaft regt sich so langsam Unmut. 30 Grad im inneren und das schon vor 11 Uhr morgens machen da nämlich wenig Freude, und wenn man das Klassenzimmer dann noch im flachbedachten obersten Stockwerk hat, wo die Sonne ungehemmt draufbrezelt, dann wird das ganz schnell arg unangenehm. Im Instituto in Los Llanos haben die mittlerweile Klimageräte, was Lehrern und Schälern dann etwas Milderung verschafft. In El Paso gibt es sowas aber nicht und die Eltern fordert das nun aber lautstark und sind entsprechend stinkig, weil da wohl in absehbarer Zeit, schließlich mahlen die bürokratischen Mühlen langsam, auch nichts passieren wird. Bei den Kleinen in der Grundschule sind die Dinger zumindest schon beantragt, wann da was passieren wird ist aber unklar. Normalerweise würde man da schreien, dass die Kinder ja Hitzefrei haben könnten. Dafür ist aber das Ministerium und nicht die Schule zuständig. Und dann kommen da wirklich alberne Regelungen dabei raus. So wurde in der letzten Woche die Pause draußen bei den Kleinen abgesagt, weil das wegen der Hitze gesundheitsgefährdend sei, so meinte die Direktorin. Da hat die nämlich die Entscheidungsgewalt. Daran, dass die Kinder 2,5 Stunden später, bei noch größerer Hitze, von der Schule nach Hause gehen, da kann man dann aber nichts machen. Aber nun ist es schon deutlich runtergekühlt, und in wenigen Wochen werden wir uns dann wieder beschweren, dass es zu kalt ist, weil man ja sonst nichts zum Klagen hat.  

Die Diskussion um den Araber, der bei uns investieren soll, geht derweilen weiter. Der Consejero für Landwirtschaft des Cabildos, Alberto Paz meint, dass das doch eine prima Sache sei, weil das ja Geld auf die Insel bringen würde. Und überhaupt sei das Land ja in Privatbesitz und so könnten die einzelnen Eigentümer ja verkaufen, an wen Sie gerne möchten. Das Cabildo sehe sich nur in einer Vermittlerrolle zwischen verkaufsbereiten Palmeros und investitionswilligen Firmen der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Diskussion, die da entsteht, ist aber vielleicht einfach nur albern. Welchen Grund hätten denn die Großinvestoren hier auf La Palma Geld zu lassen, schließlich sind die einzelnen Parzellen gar winzig, im Vergleich zu den Ländereien, die da sonst erworben werden. Wir haben auch keine Infrastruktur um entsprechenden Großproduktionen, von der Insel zu bekommen. Die Geschichte, dass man Investoren an der Hand hätte, die uns in eine rosige Zukunft führen, die ist so alt, wie die lokale Politik selber. Und irgendwie scheint es eben bei bestimmten Parteien Mode zu sein, möglichst laut zu trommeln und zu zeigen, dass man uns auf der Weltkarte ganz nach vorne bringen wird, was für das identitäre Ego wichtig zu sein scheint. Man muss nun aber auch die Frage stellen, wieso die anderen Parteien, und auch die Umwelt- oder Landwirtschaftsverbände da regelmäßig drauf anspringen, und sich empört geben, ob des nächsten Ausverkaufs, der da nun wieder droht.