Jetzt muss man einen guten Eindruck machen

Diplomatie ist das Stichwort bei unseren Bemühungen um das Riesenteleskop TMT, welches wir so gerne bei uns auf dem Roque de los Muchachos hätten.  Deswegen haben wir nun eine Konferenz auf der Insel, beziehungsweise da wo der Apparillo hinsoll, also oben auf dem hohen Berg. „DiploInnova“ nennt sich diese und es wird getrommelt, was das Zeug hält. Der Direktor des Kanarischen Instituts für Astrophysik (IAC), Valentín Martínez Pillet, und der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, haben sich deshalb vor Beginn der DiploInnova-Konferenz ausgiebig an die Medien gewannt, um die Vorteile zu verdeutlichen, dass das Ding letztlich bei uns und eben nicht, wie eigentlich gedacht, auf Hawaii, gebaut wird. Dabei ist es freilich wichtig, die Standortvorteile zu verdeutlichen. Zum einen ist es so, dass wir unbedingt wollen, und dass auch die Bevölkerung hinter dem Projekt steht, was auf Hawaii nicht so der Fall ist. Wir haben da eine komplette Einigkeit von der Insel, über die Kanaren bis hin zum spanischen Staat, welcher auch schon Gelder versprochen hat, um die Geschichte zu unterstützen. Just in dem Moment, in dem die Trumpregierung den Geldhahn für Hawaii wieder zugedreht hat. Letztlich könnte eben diese Unzuverlässigkeit des orangenen Prasidentendarstellers unsere große Chance sein, in dem, im Prinzip schon verlorenen Wettlauf, doch noch die Nase vorn zu haben. Aus Sicht der Astronomen dürfte es vielleicht sogar egal sein, weil sich beide Standorte entsprechend hervorragend eignen. Internationale Zusammenarbeit zwischen den Forschern gibt es ebenfalls an beiden Standorten, und es läuft entsprechend gut. Aber Wissenschaft und Forschung benötigt eben Verlässlichkeit. Und wenn man nun da Wissenschaftsfeinde in Washington hocken hat, dann hat man nun tatsächlich ein riesiges Argument. Klar hat man hier schon immer vermittelt, dass wir das TMT haben möchten, aber, wenn man ehrlich ist, war man eigentlich komplett chancenlos. Das die indigenen Gruppen auf Hawaii dagegen geklagt und protestiert haben, weil der Berg für sie heilig ist, hat den Bau zwar verzögert, aber die Initiatoren haben dennoch immer an dem Projekt festgehalten. Bislang war es immer die Politik, die versucht hat unsere Chance hoch zu halten aber eigentlich hatten wir keine. Jetzt sagen sogar die Wissenschaftler in Person Valentin Martinez Pillet, dass wir da besser dastehen. „Wir haben die Möglichkeit, ein 30-Meter-Teleskop zu beherbergen, das beispielsweise Leben auf anderen Planeten nachweisen könnte. Es ist noch immer ein heikler Moment, und wir brauchen diese Diplomatie, denn Hawaii bleibt eine Option, aber auch die Kanarischen Inseln, die sich zunehmend zu einem starken Kandidaten entwickeln“, sprach der Mann in die Mikrofone, die ihm da entgegengehalten wurden. Cavijo der Kanarenpräsident, wird seiner politischen Aufgabe gerecht, und meint dagegen ganz klar, dass er von Natur aus optimistisch sei, dass wir das TMT nach La Palma bekommen werden. Schließlich habe man schon andere Länder, die an dem Projekt beteiligt sind, an seiner Seite, die sich für La Palma als Standort aussprechen würden. Dass man nun zumindest eine wissenschaftlich diplomatische Konferenz abhält mag bei der Geschichte nun sichert helfen. Schließlich geht es ja darum, dass man sich selber gut darstellt und so hat man es geschafft, dass auch der Geschäftsführer des TMT, Robert Kirshner, einen Vortrag über die Erforschung des Universums mit extrem großen Teleskopen halten wird. Der ist dann also gleich mal vor Ort, und wir zeigen dem, wie gut hier alles funktionierten könnte. Bei der ganten Euphorie muss man nun aber immer wieder betonen, dass bislang offiziell immer noch an Hawaii als Standort festgehalten wird. Was auch erstmal klar ist, schließlich geht es dabei um Finanzierungen und alles Mögliche drum herum. DA will man ja auch keine Tür zuschlagen. Unsere halten wir ja weiterhin weit geöffnet.