Die Geschichte am Riachuelo geht munter weiter. Nun hat die Nachbarschaftsvereinigung „El Riachuelo – La Graja“ bei Gericht Beschwerde gegen die Aktivitäten eingelegt. Ziel ist es weiterhin die Aktivitäten zur Kiesgewinnung da oben, am Rande des Zugangs zum Nationalpark zu stoppen. Alle bisherigen Geschichten, sei es durch Demonstrationen oder andere Proteste waren aber bislang erfolglos. Zwar versichert die lokale Politik stets, dass man das Anliegen unterstützen würde, aber heimlich still und leise gibt das die kanarische und die Inselregierung ihr „OK“ für eine neue Genehmigung, die dem Unternehmen Aridos el Riachuelo S.A.U., von Tomas Barreto, für die nächsten rund 20 Jahre ein Fortführen der Arbeiten zusichert. Grund hierfür seien die guten politischen Verbindungen und der offene Geldbeutel im Wahlkampf, so behaupten es die Gegner der Kiesgrube. So wurden die notwendigen Gutachten für die neue Genehmigung gar nicht von der Politik in Auftrag gegeben, sondern die Betreiberfirma hat sich die selber ausgestellt und die Geschichte wurde dann abgenickt. Allerdings wurde in der Vergangenheit schon mehrfach nachgewiesen, dass da eben gab nicht alles mit rechten Dingen zuging. Die Abbaugrube war nachgewiesenermaßen zu tief, für die obligatorische Renaturierung wurde so ziemlich alles in die Grube gekippt. Später dann hat man den Camino de la Palomas angebaggert, ein alter Pfad, der qua Gesetz geschützt war, und nun teilweise zerhackt wurde, und, nachgewiesenermaßen, hat der anfallende Staub Felsmalereien von historischem Wert, in der 2017 entdeckte archäologische Stätte „La Cueva Tiznada“ beschädigt. Die kanarische Regierung hat das anerkannt und die Inselregierung aufgefordert hier eine Strafe zu verhängen. Die letzten beiden Punkte hat man nun in die Klage mit reingepackt, hat aber einen noch wichtigeren Punkt angeführt. Die Bürgerinitiative sieht eine Gefährdung für das Grundwasser. Genau dort läuft nämlich der große Trinkwasserleiter der kanarischen Inseln und man geht davon aus, dass die Chemikalien, die das Unternehmen zur Reinigung der Maschinen verwendet, dieses Wasserleiter gefährden können. Die großen Brechmaschinen werden nämlich in der Grube selbst, seit Jahren mit Chemikalien behandelt, damit die Reibungslos laufen und munter in den Felsen fressen können. Diese Mittel versickern dann, ungefiltert und ungereinigt, direkt in den Untergrund, so argumentiert die Bürgerinitiative. Die Forderung auf einen Lizenzentzug für die Tätigkeiten bleiben also bestehen, und weiterhin wirft man der Verwaltung und der lokalen Politik sich apathisch zu verhalten und spricht von einer „Vetternwirtschaft mit dem Geschäftsmanns“, der nebenbei auch noch die rotweiße Supermarktkette auf La Palma unter seinen Fittichen hat.