Noch wissen wir nicht, wie ungemütlich das hier morgen werden wird. Noch scheint die Sonne im Tal, abwechselnd mit einigen Wolken. Aber was die Warnungen des spanischen Wetterdienstes angeht, da tut sich etwas. Bis 12 Uhr morgen ist alles im grünen Bereich. Ab da ist dann erstmal gelbe Warnung und zwar für Wind, Gewitter und Regen. Ab 15 Uhr dann steigt die Regenwarnung dann auf orange. Und das wurde nun auch auf Donnerstagvormittag ausgeweitet. Ab 12 Uhr ist dann wieder auf Gelb und das dann bis 21 Uhr. Hinzu kommt nun am Donnerstag eine gelbe Warnung vor hohem Wellengang an der Westküste. Dass der orangene Regenalarm nun auf 15 Uhr nach hinten verschoben wurde, lässt die Hoffnung meiner Kinder, morgen schulfrei zu bekommen, auf nahezu null sinken. Für Übermorgen sind die Chancen nun aber gestiegen. Generell reden wir aber vom jetzigen Stand, und vielleicht wird die Sache auch nicht all zu wild. Dennoch ist da Vorsicht geboten, 30 l pro Stunde, die da möglich sind, können schon etwas bewirken. Und generell gilt, dass die Wetterdienste nicht sagen, dass diese 30 Liter pro qm in einer Stunde kommen, sondern, dass diese möglich sind. Und die Erfahrung sagt dann aber auch, dass es manchmal an der einen Messstelle richtig Regen gibt, und 5 Km weiter, nur einige Tropfen. Der Palmero wartet aber auf den Regen, der Boden kann es brauchen, ebenso die Wasserbecken, und im Prinzip kommen ja auch die Touristen bewusst auf die „grüne Insel“. Und dafür braucht es dann aber auch ab und an etwas Regen.
Dann gibt es noch eine spannende Geschichte zur Gassituation in Puerto Naos. Im Prinzip ist fast überall die Situation komplett in Ordnung. Die Werte, die alle paar Meter genommen werden sind im absolut grünen Bereich und die Totalüberwachung sorgt dafür, dass man da gar keine Bedenken haben muss, weil die Zuständigen da eher vorsichtig waren und sind. Immer noch gibt es aber die „schwarze Zone“, die Ihren Namen schon hatte, bevor klar war, dass es da weiterhin Probleme gibt. Da darf man nicht hin und die Werte die da gemessen werden, sind einfach richtig hoch. Auch hier ist es wichtig zu betonen, dass diese Stellen weiträumig abgesperrt sind. Die gefährliche Zone fängt nicht hinter dem Zaun an, sondern man ist da äußerst vorsichtig. Seit geraumer zeit gibt es nun schon den Plan, den diesem Gebiet, dem CO2, mittels großer Absaugvorrichtung zu Leibe zu rücken. Aber das Pilotprojekt zur „Bodenentlastung“, das vom Eduardo-Torroja-Institut für Bauwissenschaften (IETCC) des Spanischen Nationalen Forschungsrats (CSIC) in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Geographischen Institut (IGN) entwickelt wird, um CO₂ aus den am stärksten belasteten Gebieten abzuleiten, wird nun von mehreren Mitgliedern der Expertengruppe PAINPAL, die für die Sicherheit im vom Vulkan betroffenen Gebiet zuständig ist, in Frage gestellt. Es geht darum, dass das CO2, mittels starker Pumpen, an verschiedenen Stellen abgesaugt wird, und dann über ein geschlossenes Rohrsystem in eine Gegend geleitet wird, wo für Menschen keine Gefahr besteht. Speziell von den Vertretern, die für die öffentliche Gesundheit zuständig sind, gibt es nun aber Bedenken. Schließlich würde man da von einem Pilotprojekt sprechen, und man befürchtet zum Beispiel, dass sich die CO2-Konzentration, durch das Absaugen an anderer Stelle erhöhen könne, weil niemand genau wisse, wie die Geschichte mit den unterirdischen Rissen und Netzen im Lavagestein genau verlaufen. Zudem müsse beachtet werden, dass die Pumpen ja im Dauerbetrieb laufen würden, und die Belastbarkeit nicht feststehen würde. Auch die Frage nach der Wartung der Pumpen wird in den Raum gestellt. Zudem sei unbedingt zu klären, wo das CO2 dann wieder frei gesetzt werden wird. Man habe Bedenken, dass entsprechende Wetterverhältnisse dann für eine erhöhte Konzentration an anderer Stelle sorgen könnten. Bei der PAINPAL-Sitzung Ende Oktober wurde das Thema nun ausgiebig erörtert und raus kam nun eben, dass es durchaus noch Bedenken, wegen der Umsetzbarkeit gibt. Dass die Gesundheitsbehörden die technischen Überlegungen der anderen aber nicht einfach durchwinken, zeigt umso mehr, wie vorsichtig man hier mit der Situation umgeht. Deswegen braucht einen eine solche Meldung auch nicht unbedingt beunruhigen.