Das Unwetter, mit dem Namen Claudia ist durch und so langsam kehrt wieder Normalität ein. Es hat gewaltig geregnet gestern, und wir haben an verschiedenen Stellen über 100l /qm überschritten. Der Wind war eher zurückhaltend, und auch Blitz und Donner haben nur im Norden der Insel zugeschlagen. Dafür ist der Boden nun getränkt mit dem dringend benötigten Nass, auch wenn man sich da lieber ein zwei Tage einen ruhigen Landregen gewünscht hätte. So ist das meiste nun über die Barrancos ins Meer geflossen. Der gemeine Inselbewohner ist trotzdem ganz froh, auch weil die Geschichte ganz gut ausgegangen ist. Zwar haben einige Medien einen Unfall am Ausgang des Cumbre-Tunnels Richtung Santa Cruz in Verbindung gebracht, aber die Polizei hat bislang nicht gesagt, dass es da einen Zusammenhang gibt. Zudem das sich zu einem Zeitpunkt ereignet hat, wo es gar nicht so dolle geregnet hat. Mittlerweil scheint im Westen die Sonne und der Boden trocknet ab. Morgen ist dann wieder Schule und einige Aktivitäten draußen, finden auch schon wieder statt. Ursprünglich sollte der Veranstaltungsshutdown noch bis heute Abend gehen, aber die einzelnen Gemeinden haben in Eigenverantwortung die Sache wieder frei gegeben. Probleme haben wir nach wie vor noch am Flughafen. Bis 14:30Uhr ging gar nichts. Im Anschluss hat es dann eine Binter geschafft und die Maschine der LuxAir kam im zweiten Anlauf runter. Danach war dann erst einmal wieder keine Landung möglich und die großen Maschinen sind nach Teneriffa bzw. haben sich die Inselhopper gar nicht erst auf den Weg gemacht. Das Problem dabei ist nicht unbedingt die Windstärke, sondern die sehr ungünstige Richtung, was zu Fallwinden führt, und eine Landung gefährlich oder eben unmöglich macht.
Wir bekommen ein neues Gesetz zu den Ferienhäusern auf den Kanaren. Die Geschichte ist durch das Parlament und soll auch dann bald als Gesetz veröffentlicht werden, was dann dafür sorgt, dass es auch in Kraft tritt. Ziel der ganzen Geschichte ist es den Wildwuchs zu regulieren. Man plante sowas schon seit 2 Jahren und hat damit eher das Gegenteil ausgelöst. Bevor etwas Neues kommen konnte, haben ganz viele die Lizenz beantragt und auch erhalten. Durch den Plan ein Gesetz zu verabschieden, dass den Zuwachs an Unterkünften etwas drosselt, hat man in den zwei Jahren das Gegenteil erreicht, und eine Totschlusspanik ausgelöst. Nun hat man das Gesetz aber da noch nicht veröffentlicht, weiß auch gar niemand was da nun drinsteht. Die einzigen, die sich nun öffentlich freuen, sind die Hotelverbände. Dagegen protestiert der Interessensverband der Ferienhausbetreiber am lautesten und sehen sich stark benachteiligt. Allerdings ist das, was da, laut diversen Zusammenfassungen aus der Presse steht, erstmal in weiten Teilen nicht unvernünftig. Der wichtigste Aspekt ist hierbei, dass es eine Begrenzung der Viviendas Turisticas geben soll. Und zwar legt man da einen Wert von 10% zugrunde, was bedeutet, dass in einer gemeinde oder einem Stadtteil, nicht mehr als mindestens 90% „normaler Wohnraum“ zu sein hat. Aber man hat da Ausnahmen eingebaut. Gemeinden die strukturschwach sind, oder fallende Bevölkerungszahlen haben, könne da Ausnahmen machen. Und, das ist nun eben für hier ganz wichtig: Für die sogenannten grünen Inseln, also La Palma, El Hierro und La Gomera, liegt der Anteil nicht bei 10% sondern, aufgrund der gewachsenen touristischen Struktur, bei 20%. Das aber nicht generell, sondern die Gemeinden haben nun 5 Jahre Zeit, Ihren Wert festzulegen, müssen diesen dann aber, entsprechend begründen. Bis dahin dürfen also erstmal auch keine neuen Lizenzen erteilt werden, wobei, das Gesetz liegt ja noch nicht vor, nicht ganz klar wird, ob das generell gilt, oder nur, wenn man die 10%-Marke schon erreicht hat. Die Lizenzen werden in Zukunft auch zeitlich begrenzt sein. Auf den großen Inseln sind es 5 Jahre und auf den grüne Inseln 10 Jahre. Die Genehmigungen können verlängert werden, sofern es die Rahmenbedingungen zulassen. Für Gemeinden gibt es nun eine gewaltige Aufgabe. Die müssen sich nun um die Geschichte kümmern und die Pläne erstellen und anschließend auch umsetzten. Ansonsten gibt es auch noch einige Neuerungen. So dürfen „ehemalige Sozialwohnungen“ nicht mehr in Ferienwohnungen umfunktioniert werden. Auch der Rückbau von Geschäftsraumen in Wohnräume, der zwar möglich ist, darf am Ende keine Ferienwohnung werden. Dann gibt es nun auch Regelungen zur Mindestgrüße, und es müssen auch eine gewisse Energieeffizienz eingehalten werden, wobei diese nun etwas aufgeweicht wurde. Für La Palma wird die Sache sicher gar nicht so wild werden. 20% sind schon viel. Allerdings gibt es eben auch den großen Inseln schon Stadtteile, wo man schon über den 10% liegt, welche da gelten. Das wird dann sicher happig werden. Legen wir aber nun mal die 10% der Einfachheit nach als Grundlage, und rechnen das auf die Zahl der registrieren Wohnungen um, die bei Rund 1 Million auf den Kanaren liegt. Dann kommen wir auf bis zu 100.000 Ferienwohnungen. Momentan sind laut statistischem Institut 47.000 vorhanden. Allerdings sagt die kanarische Regierung selbst, dass die Zahl nicht stimmen kann, und kommt auf rund 70.000, was eben bedeutet, dass man noch Luft hätte.