Zum Jahresende soll es Geschenke geben und ein wenig Kultur

Der Ministerrat von Spanien hat beschlossen, dass wir nun auch für das laufende Jahr unseren 60% Einkommenssteuernachlass bekommen sollen, allerdings muss der Geschichte noch im Kongress zugestimmt werden. Angel Victor Torres, ehemaliger Kanarenpräsident und nun Minister in Madrid und zuständig für dir Regionalen Angelegenheiten hat in dem Zusammenhang mitgeteilt, dass die spanische Regierung damit ihren Versprechungen zur Bewältigung der postvulkanischen Krise nachkommen würde. In dem Gesetzesdekret steckt aber noch mehr drin. So gaben die Landwirte aus dem Tal, die wegen des Ausbruchs Kredite aufnehmen mussten, eine Verlängerung der Zahlungsaussetzung bewilligt bekommen, und es werden 100 Millionen aus dem Überschuss des kanarischen Haushaltes zur Unterstützung für den Wiederaufbau von landwirtschaftlichen Flächen um Aridanetal bereitgestellt. Die ganze Geschichte, die man da mit Madrid verhandelt hat und sorgt aber auch wieder für Unmut. Sowohl der Inselpräsident Sergio Rodriguez von der Coalicion Canarias, als auch sein Vorgänger Mariano Zapata von der konservativen Partido Popular hätten gerne mehr gehabt. Die 100 Millionen seien ja auch gar nicht vom Staat, sondern würden aus dem Haushaltsüberschuss der Kanaren resultieren, das seien also gar keine Geschenke, schließlich gehöre einem das Geld ja im Prinzip schon. Und auch dass sie 60% Einkommenssteuerrabatt wieder nur für das laufende Jahr bewilligt worden sind stimmt die beiden nicht gerade fröhlich. Dass der spanische Staat dafür aber geschätzte 111 Millionen nach La Palma zurücküberweisen wird, lässt man aus der Rechnung raus. Auch dass es das Geld bereits in den letzten Jahren gegeben hat, und dass die Zentralregierung dafür tief in die Tasche hat greifen müssen. Dies 60 %-Regelung um die man nächstes Jahr, laut Zapata, nicht schon wieder „betteln“ wolle, steht aber auch in der Kritik. Nicht nur, dass eben auch Menschen, die gar nicht betroffen waren, von dem Steuergeschenk profitieren. Auch ist ein prozentualer Nachlass eben auch immer eine Geschichte, die Menschen mit höherem Einkommen übermäßig beglückt. Alternativ hätte man ja auch einfach höhere Freibeträge ansetzen können, dann wäre das bedarfsgerechter verteilt gewesen. Und wie hoch der generelle Bedarf der palmerischen Bevölkerung ist, dass steht ja auch auf einem anderen Blatt. Natürlich profitieren wir auch persönlich von der Regelung, hätten das aber ehrlich gesagt nicht wirklich nötig. Bei der ganzen Geschichte merkt man, dass die Hälfte der Legislatur schon wieder rum ist. Während die einen erzählen, dass man nun den großen Wurf gelandet hat, beklagen die anderen, dass da viel mehr möglich sei, und der politische Gegner auch ein Gegner der palmerischen Interessen sei.

Dann gibt es nun noch einen Tipp für der Urlauber, der entweder nicht nur wandern will, oder aber vom winterlichen Wetter in seine Schranken verwiesen wir. Wir haben gestern einen Familienausflug ins Inselmuseum unternommen. Und die Idee stammte tatsächlich von mir selber. Eigentlich ist das mit den bebilderten Künsten nicht so meine Welt, aber da gibt es gerade eine Ausstellung (noch bis 18.12.) von klassischen Filmplakaten und das ist dann eben doch etwas, dass mein Interesse weckt. Dem pubertierenden Sohnemann einen Museumsbesuch schmackhaft zu machen, ist auch nicht so einfach, wenn man ihm aber verspricht, dass wir in Santa Cruz auch noch eine Flasche der schärfsten Soße Europas kaufen können, dann kommt der auch mit. Außerdem gibt es dort nicht nur Kunst, sondern auch einen Austellung mit ausgestopften Tieren. Und die Zicklein, mit sieben Beinen oder zwei Körpern und nur einem Kopf, die fand der junge Mann am Ende dann doch ganz spannend. Die zwei Nachkommen mussten gar nichts löhnen und wir hatten als Erwachsene auch noch den Residentenrabatt und jeder musste nur zwei Euro abdrücken. Das Museum befindet sich im alten Franziskanerkloster mit gewaltigem Innenhof und eigentlich ist schon der Bau den Eintritt wert. Neben den Naturgeschichten, gibt es Räume zur Handwerkskunst der Insel, und zur Geschichte. Die dort ausgestellte Kunst reicht von klassischer Malerei bis zu moderner Kunst, und selbst mir als Banausen haben da einige Machwerke gefallen. Das Museum als solches ist auch nicht wirklich groß, man muss sich da also auch nicht einen halben Tag Zeit nehmen, sondern einen Beuch prima in einen Stadtbummel in Santa Cruz einfließen lassen.