Claudia, so hieß das Unwetter, welches hier Mitte November über die Inseln gefegt ist. Da kam ein wenig was runter, wobei das allermeiste eben direkt, via Barranco, in den Atlantik geflossen sein wird. Allerdings verraten nun die Füllstände unsere Speicherbecken, dass die ganze Geschichte eben doch was gebracht hat. Anfang November waren die Beckengerade einmal zu 19% gefüllt, nun sind es 31 %. Das ist schon mal ganz gut, allerdings brauchen wir noch mehr, um gut über den nächsten Sommer zu kommen. Es ist eben immer die Geschichte, dass im Winter mehr reinfließt als rausfließt, und im Sommer fließt gar nichts rein, und nur raus. Nicht nur, dass es nicht regnet, also kein Wasser nachkommt, wenn es ordentlich heiß ist, dann muss auch mehr bewässert werden, um die Landwirtschaft am Leben zu halten. Von solchen Sachen sind dann auch die normalen Verbraucher betroffen, weil die Landwirte die Kosten für das Wasser auf den Verkaufspreis umlegen. Der Wasserpreis ist min Nichten konstant, sondern hängt auch von dem verfügbaren Nass ab. Wichtig bi der Betrachtung der einzelnen Becken ist nun aber auch, dass die nicht alle zu gleichen Teilen gefüllt sind. Die kleineren machen teils einen recht vollen Eindruck. Fa gibt es Füllstände von 80 %. Der optische Eindruck verzerrt die Geschichte dann aber, weil die beiden großen Becken, da noch ganz weit weg sind. Gerade einmal 9 % Füllstand weist das Becken von Barlovento auf und das hat eine Kapazität von über 1,7 Millionen Kubikmeter. Dass wir gerade nur etwas mehr als 1,5 Millionen Kubikmeter in allen Becken zusammen an Wasser vorrätig haben, zeigt, dass da noch ordentlich Kapazitäten vorhanden sind. In der Theorie haben wir Platz für 4,85 Millionen Kubikmeter Wasser. Es darf also durchaus nochmal regnen in diesem Winter.

Dann gibt es noch neues von unserem Wal. Vor etwa zwei Jahren Ist da ein Pottwal an der Playa Nogales angespült worden. Erst ging man davon aus, dass das Tier vielleicht durch den Schiffsverkehr, oder gar durch ein Militärmanöver zu schaden gekommen ist. Die Lösung war am Ende viel profaner, es war ein Darmverschluss. Schild an der Verstopfung war aber nicht irgendwas, sondern ein beträchtlicher Brocken Ambra. Und dieses Zeug ist begehrt und sehr teuer, man benutzt es zur Herstellung von Parfüm, und da eben nur für die richtig edlen Tropfen. Da sich Ambra nur im Pottwal bildet, ist das Zeug extrem selten und der Wert des Brockens, mit immerhin 9kg, der unseren Pottwal am Stuhlgang gehindert hat, liegt bei geschätzten 500.000 Euro. Auf die Frage, wem der Schatz nun gehören würde, hatte man schnell eine Lösung. Man will das Geld den Vulkanopfern zur Verfügung stellen, so lautete die Idee, die alle ganz dufte fanden. Dann hörte man lange nichts mehr vom Wal und seinem Brocken. Nun gibt es aber eine Meldung, dass der Ambraklumpen welcher nun ganz offiziell im Besitz der Inselregierung ist, zur Schau gestellt werden soll. In Breña Alta, im Zigarrenmuseum, soll dies stattfinden, und das in Zusammenhang mit dem La Palma Blue Experience-Festival. Hierbei wird also dann eine Wanderausstellung über die Wale der makaronesischen Inseln, zu denen neben den Kanaren auch Madeira und die Azoren gehören, eröffnet. Man möchte der Bevölkerung den Schutz der hier lebenden Tiere nahebringen. Organisiert wird die Geschichte von der Loro Parque Foundation mit Unterstützung der La Caixa Foundation, Fred Olsen und Archipiélago Renting. Die vom Loro Parque müssen da auch ordentlich was für die Öffentlichkeit tun, schließlich stehen die wegen der Haltung ihrer Orcas schon lange in der Kritik, so dass nun sogar ein großer Reiseanbieter die Zusammenarbeit aufgekündigt hat. Dann spielt da noch der Olsenfred mit, die mit Ihren Schnellboten eben auch in der Kritik bei den Tierschützern steht. Man geht davon aus, dass die schnellen Kampfkatamarane schon manchen Wal geschreddert haben. Aber die eigentliche Frage ist ja nun, warum wird das Ambra ausgestellt und nicht meistbietend, zu Gunsten der Vulkanopfer versteigert, das war doch der Plan.