Wir glauben nicht an unser Glück

Morgen ist es wieder so weit. Jedes Jahr am 22 Dezember ist in Spanien große Beschwerung. Alles hofft und bibbert, dass es dieses Jahr klappt mit dem Dicken. Also dem Hauptgewinn aus der Spanischen Weihnachtslotterie. €400.000,- wären das. Was sich, angesichts der Tatsache, dass es sich dabei um die größte Lotterie der Welt handelt, erstmal nach nicht viel anhört. Aber die 400.000, die bekommt man für ein Zehntel Los. Und Jedes Los ist dann auch nochmal mit 198 Serien auf dem Markt, was bedeutet, dass die fünfstellige Gewinnzahl am Ende 1980 Mal ausbezahlt werden würde. Dazu kommen dann aber noch Gewinne in den unteren Kategorien 125.000,-, 50.000.-, 20.000,- und 6.000,- teilweise mehrfach und jeweils für ein Zehntellos. Dazu gibt es noch Prämien, für die ersten 3 richtigen Zahlen oder die letzten zwei, oder wenn man die Nummer neben dem Dicken sein Eigen nennt, und am Ende gibt es noch fast 2.000mal die Möglichkeit, vom Hagel getroffen zu werden. Da werden jede Menge Nummern gezogen und man ist immer noch mit € 100,- dabei. Auf La Palma ist bislang nicht richtig viel angekommen, mal ein dritter Preis und öfter auch mal ein vierter oder fünfter. Der Aberglaube spielt da auch mit, und man versucht traditionell an Lose von außerhalb ran zu kommen. Hübsch integriert machen wir da auch mit, und haben, neben dem Los von der Fußballschule von Sohnemann, auch noch Lose aus Teneriffa und von den Balearen. Vier Stück haben wir in der Familie, was €20,- Ausgaben pro Nase bedeutet. Damit liegen wir aber weit unter dem Kanarischen Schnitt. €47,24 gibt der Canario dieses Jahr im Durchschnitt für Lose der Weihnachtslotterie aus. Und dennoch scheint es, als ob wir nicht so richtig an unser Glück glauben. Der nationale Durchschnitt liegt bei €76,08,- und ist damit deutlich höher. In 5 Regionen liegt der Prokopflosverkauf sogar bei über €100,-. Und eine Sache ist tatsächlich sehr auffallend. Die Schlusslichter bilden die beiden autonomen Städte in Nordafrika, Ceuta und Melilla. In beiden kommt man nicht einmal auf ein zehntellos pro Einwohner. Auf den Balearen und den Kanaren sind es immerhin etwas über 2 Lose pro Nase, aber man bleibt unter den letzten Vieren. Wir lernen also, dass man auf den Inseln und den Randgebieten, entweder weniger an sein Glück glaubt, oder man einfach besser rechnen kann. Schließlich werden ja nur rund 70% der Einnahmen wieder als Gewinn ausgeschüttet. Und das ist damit also letztlich eine recht dumme Form der Geldanlage. Trotzdem macht man da mit, und wird morgen den Tag über am Handy sitzen und die Nummern eingeben. Und weil man Gewinne, zumindest die höheren, hier auch noch versteuern muss, fragt man sich doch tatsächlich, ob wir hier auf La Palma dann auch die Steuererleichterung von 60% erhalten würden, was natürlich wieder mal Blödsinn ist, weil der Dicke hier eh wieder nicht einschlagen wird. Aber man weiß ja nie, schließlich haben wir, und da sind wir nicht die einzigen, ja auch Lose von außerhalb.