Nun aber wirklich und alte Autos entsorgt

Es gab ein Weihnachtsgeschenk von der kanarischen Regierung. Der Bau der LP2 zwischen Tajuya und Las Manchas ist nun genehmigt worden. Versprochen war der Baubeginn ja schon viel früher. Damals nicht als Präsent zu Weihnachten, sondern zur Wahl. Aber wenn es nun tatsächlich wirklich losgehen soll, dann will man ja nicht nachkarten. Allerdings wird aus der Presseerklärung seitens der Inselregierung nicht klar, wie die Widrigkeiten, vor allem die Geschichte mit dem Umweltgutachten, nun aus der Welt geschafft worden sind. Aber egal, man verspricht direkt, also schon am kommenden Montag, los zu legen. 2,3 Km Strecke müssen da überwunden werden und für die 14 Monate Bauzeit, hat man 24 Millionen Euro veranschlagt. Wenn also alles nach Plan läuft, sprich nicht so, wie mit dem Tiefbahnhof in Stuttgart, dann sollte man im Februar/März 2027 fertig werden und da dann wieder direkt von El Paso nach Las Manchas gelangen. Die Wichtigkeit dieser Verbindung kann man gar nicht oft genug betonen. Aus 5 Minuten Fahrtzeit sind nach dem Vulkan erst mal 1,5 Stunden geworden, dann, mit den ersten Straßen über die Lava, immer noch 30-40 Minuten. Mittlerweil geht es noch etwas schneller, weil man von La Laguna wieder direkt nach oben fahren kann. Für die Menschen aus Las Manchas de Abajo, die nach Los Llanos müssen, damit schon fast wieder alles so wie davor, zumindest, was die Verkehrsanbindung angeht. Der obere Teil von Las Manchas gehört aber zur Gemeinde El Paso. Menschen arbeiten dort und müssen in die Schule, und das war alles immer arg kompliziert, auch wenn m an sich schon etwas daran gewöhnt hat, dass alles länger dauert.

Gestern hat es in Tazacorte gebrannt. Nicht im Ort selber, sondern unterhalb des Friedhofs. Dort hat die Gemeinde ein Lager, wo allerlei Müll, und auch alte Gemeindefahrzeuge abgestellt sind. Es gibt da aber auch Autos, die in der Gemeinde irgendwo abgestellt waren, und die gewissermaßen beschlagnahmt wurde, weil der Besitzer das Ding irgendwo an der Straße hat stehen lassen. Da kleben die dann einen fetten Aufkleber drauf, dass das Auto weg muss, mit der Androhung, dass die Autos sonst kassiert und verschrottet werden. Und nun sind eben wohl 5 dieser Fahrzeuge, an der Zwischenlagerstelle der Gemeinde in Flammen aufgegangen. Ich konnte das live mit anschauen, weil der eigene Nachwuchs zwar die 3-5-jährigen Kinder aus El Paso trainiert, aber, mit seinen 16 Lenzen, noch nicht Auto fahren darf. Deswegen musste ich den gestern zum Stadion von Tazacorte bringen und wir konnten die Entstehung des Feuers live miterleben, weil der Fußballplatz direkt daneben liegt. Der Platzwart hat dann die Feuerwehr gerufen und, entgegen der Zeitungsmeldung, dass die ganz schnell vor Ort waren, kam es uns so vor, als ob 25 Minuten, zwischen Anruf und Eintreffen dann eben doch arg lang sind, weil die Feuerwehr ja in La Laguna stationiert ist, und die Netto Fahrzeug schon ohne Blaulicht, keine 5 Minuten beträgt. Für die kleinen Kinder, die eigentlich zum Kicken da waren, war das ein ganz spannendes Erlebnis, in nicht einmal 100 Metern Entfernung das Feuer und die Löscharbeiten zu betrachten. Jetzt gehen allerdings die Spekulationen los. Schließlich droht die Gemeinde ha den Fahrzeughaltern an, dass diese für die Verschrottung aufzukommen hätten. Nun ist aber nichts mehr zum Verschrotten da, und die Überreste, die nun verkokelt sind, stehen ja auf einer Art städtischen Bauhof, sprich, wenn die Entsorgung nun ins Geld geht, dann kann ja der Fahrzeugbesitzer da nichts dafür, dass das so aussieht. Und die Brandermittler untersuchen nun auch ausdrücklich eine mögliche Brandstiftung. Wenn es also die sogenannte „warme Sanierung“ gibt, dann gibt es vielleicht auch eine „warme Verschrottung“.