Die Ampel bleibt auf gelb

Irgendwie klingt das ja immer etwas seltsam. 4 Jahre ist es nun her, dass der elende Geselle an der Cumbre Vieja damit aufgehört hat, sein schwarzes Material über die Insel zu kotzen, aber die Vulkanampel, die die Gefahr für die Bevölkerung anzeigt, die bleibt auf „gelb“. Dabei versichern und Wissenschaft und Politik, dass alles bombensicher ist, und die Bevölkerung und auch die Besucher gar nichts zu befürchten hätten. Allerdings muss man sich da einfach die Begründung anschauen, und dann wird die Sache entsprechend klarer. Es besteht derzeit und in absehbarer Zeit, keine Gefahr einer Eruption. Aber die vergangene hat eben noch Folgen. So gibt es einige Wenige Gebiete, wo es noch zu einem erhöhten CO2 Aufkommen kommt, die sind aber weiträumig abgesperrt und damit ist alles, was geöffnet ist eben entsprechend sicher. Außerdem ist die Rede von einigen Zonen auf der Lava, wo es noch entsprechend heiß sein soll, und man spricht von instabilen Bodenverhältnissen, Stichwort „Vulkanröhren“ die unter Umständen unter dem Gewicht des darauf wandelnden, einstürzen könnten. Deshalb bleibt die Ampel auf gelb und vor allem gibt es weiterhin Sperrzonen. Die nicht nur in Puerto Naos, sondern eben auch in Gebieten, in denen die Lava liegt und um den Krater rum. Die Beibehaltung der Sperrzonen und der verbleib auf gelb, obwohl ja nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, keine Eruption bevorstehen würde, wird aber vom „betroffenenverein“ „Tierra Bonita“ aufs heftigste kritisiert, und man klagt dagegen. Man fordert schlichtweg freien Zugang auf die verschütteten Grundstücke in den bislang gesperrten gebieten. Schließlich handelt es sich dabei um privates Eigentum, das nicht nur nicht genutzt, sondern eben teilweise nicht betreten werden kann. Die Vereinigung begründet ihre Kritik vielfältig. Zum einen wird bemängelt, dass bei der Begründung für die Restriktionen größtenteils keine öffentlich zugänglichen Messergebnisse vorliegen würden. Die Aussage, dass, z.B. wegen erhöhten Temperaturen ein Zugang zu bestimmten Gebieten nicht möglich sei, müsse anhand konkreter Messungen begründet werden, so wird da argumentiert. Man muss ein Datum und ein Messergebnis haben. Eine pauschale Argumentation sei nicht zulässig. Ansonsten würde das Recht des einzelnen Grundstückbesitzers, sein Eigentum zu betreten oder sogar entsprechend zu nutzen, unzulässig eingeschränkt. Ein anderes Argument sei, dass es gar nicht zulässig sei, die Ampel auf „gelb“ zu lassen, weil das Ampelsystem, (grün, gelb, orange, und rot), ja eigentlich dafür gedacht sei, den Anstieg einer vulkanischen Bedrohung zu klassifizieren. Das System, dass man im Nachgang wieder von rot auf gelb stellt, sein nicht korrekt und auch nicht zulässig. Im Prinzip sei nur ein Anstieg möglich und nach „rot“ könne nur „grün“ kommen, es sei den es drohe eine weitere Eruption. Folgt man dieser Argumentation, dann haben wir freilich ein Problem, was die postvulkanische Sicherheit angeht. Und wie immer ist das natürlich gerade wieder ein Kommunikationsproblem, welches sich aber nicht wirklich so schnell lösen lässt. Die Frustration, dass es für die betroffenen an manchen Stellen nicht weitergeht, ist absolut nachvollziehbar. Und man kann ehrlich nachvollziehen, dass man, nach 4 Jahren endlich mal das eigene Grundstück betreten, oder sogar, wenn möglich, entsprechend nutzen möchte. Auf der anderen Seite ist die Geschichte dann aber natürlich entsprechend Neuland. Sprich, die Vulkanampel, war zwar anders gedacht, erfüllt aber eben so auch ihren Zweck. Und mangels anderer Regelung, muss man diese eben als Grundlage nehmen, sonst hat man keine Basis für entsprechende Einschränkungen. Konkrete Messergebnisse für jedes einzelne Grundstück, sind sicher auch nicht wirklich möglich, und am Ende sind es vielleicht auch die vielen Versprechungen, die da gemacht wurden, dass alles ganz schnell gehen würde. Hätte man Ehrlich gesagt, dass man sich zwar bemühe, aber das eben sehr lange gehen kann, und man viele Dinge einfach nicht per Dekret regeln könne, dann wäre das vielleicht nicht populär gewesen, hätte aber nun weniger Frust verursacht.