Wetter und touristische Infrastruktur

Wenn, wie gerade zwischen den Feiertagen, nicht viel passiert, dann gibt es immer noch das Wetter, über das man reden kann. Wir haben dazu tatsächlich auch einen Grund, weil es nämlich regnet, stürmt, und wellig ist. Francis heißt der tiefgedrückte Übertäter, der die Sonne verschwinden und die Wäsche nicht trocknen lässt. Und Francis hat auch schon richtig was hinterlassen. Gestern waren es in Puntagorda 97,6 Liter/qm Niederschlag und in Tijarafe nur 1,4 Liter weniger. Heute, es ist noch nicht einmal Mittag, ist El Paso (Station Vista Alegre), mit 55 Litern in Führung, aber auch in Garafia sind es schon über 50. Wind egeht auch ordentlich. Gestern sagt Apamet glatte 100 km/h in Las Indias an, heute liegt Barlovento mit knappen 88 km/h in Führung. Und natürlich gibt das auch immer Wetterwarnung, also hochoffizielle Hinweise des spanischen Wetterdienstes AEMET. Gestern war alles gelkb, wegen Regen und Wind, nur die Höhenlagen in und um El Paso haben, wegen den Windprognosen auch noch die Farbe Orange bekommen. Heute nun hat sich da ein wenig gewandelt. Die Regenwarnung ist weg, aber ab 12 Uhr wird vor Wind und Wellen gewarnt, wobei sich das noch ein wenig hinziehen wird. Morgen werden am Vormittag sogar Wellen von 5 bis 6 Metern erwartet/befürchtet. Die Warnstufe steigt damit auf orange. Über Schäden, die Francis bislang hinterlassen hat, ist derzeit noch nichts in der Presse veröffentlicht. Der Barranco führt Wasser, das aus der Caldera, schlammig und braun Richtung Fischzuchtbecken in Tazacorte fließt und natürlich sind die Wanderwege gesperrt. Einmummeln und abwarten ist derzeit angesagt. Die Prognose verkündet für heute und morgen nochmal ordentlich Wasser, dann soll es aber, auch wenn nicht Niederschlagsfrei, schon etwas besser werden. Von 5l/qm, über den Tag verteilt ist dann für die darauffolgenden Tage die Rede, aber es soll sogar schon wieder die Sonne durchspickeln. Erst ab dem kommenden Wochenende soll es dann wirklich wieder trocken werden. Wer nun in seinem Urlaub wettertechnisch enttäuscht ist, dem helfen vielleicht die Temperaturen in Deutschland, da etwas großmütiger darüber hinweg zu sehen.

Dann hat mir noch ein Freund von der neuen touristischen Infrastruktur in Santa Cruz berichtet. Wobei mir gar nicht klar ist, ob das wirklich neu ist, oder ich es einfach nie gesehen habe, weil sich sowas komplett außerhalb meiner Realität bewegt. Es gibt nun mindestens eine Selfiestation, wo der Instagrammensch seinen mobilen Kommunikator reinstellen kann, um sich selbst, vor den blumigen Balkonen ins rechte Bild zu stellen, und somit seinen Mitmenschen seine Existenz und seine Urlaubsdestination veranschaulichen kann. Die Zeiten, in denen man einen netten Mitmenschen das Fototeil in die helfende Hand gedrückt hat, damit diese auf den Auslöser gedrückt hat, sind offensichtlich vorbei. Klar, der Kreuzfahrer mit Rollator hat Hemmungen da den Carlos anzusprechen, weil der kein Englisch kann. Und außerdem weiß man ja nicht, ob der Carlos dann mit dem Handy das Weite sucht und man dann nicht mit der Gehilfe hinterherkommt, schließlich ist der Südländer gar schwer einzuschätzen. Deswegen steckt man sein Mobilteil zukünftig in die Schicke Halterung aus Metall und Holz, auch wenn man da dann eben nur einen Winkel auf der, wohl eher unwichtigen, Hintergrund hat.

Hier hat der Fotograf das Prinzip nicht verstanden. Das ist nicht das Motiv sondern von da sollte geknipst werden