Es ist kalt

Es ist gerade bitterlich kalt auf den Kanaren. Durch die Presse geisterte sogar die Meldung, dass es sich um den kältesten Königstag seit 40 Jahre gehandelt habe, wobei ich da keine Statistik zur Hand habe, um das zu überprüfen. Ob das wirklich so ist, ist aber gar nicht so relevant. Schließlich merken wir das ja auf der eigenen Haut. Für die Urlauber ist das aber nicht immer ganz einfach. Schließlich sind die meisten Unterkünfte eben nicht auf solche Witterungsbedingungen ausgelegt. Das passiert einfach so selten, dass man hier nie so gebaut hat. Es war schlichtweg nicht nötig für die paar Tage im Jahr. Da will man dann gerne Heizen und genau da taucht dann eben das nächste Problem auf. Wohl dem, der einen Kaminofen oder eine Split-Klimaanlage im Haus hat, da bekommt man die Bude wenigstens einigermaßen erträglich. Der Tipp, dass man, wenn es im Haus kalt ist, einfach nach draußen gehen soll, der geht gerade auch nicht auf. Der Nieselregen und der Wind machen es draußen nicht gerade angenehmer. Manch einer kommt nun auf die Idee, die Bude mit Radiatoren auf Temperatur zu bringen. Da taucht dann aber das nächste Problem auf. Nicht selten ist dann einfach der Strom weg, und wer nun denkt, dass das ein Problem des Hauses sei, der liegt nicht unbedingt richtig. Je nach Wohngegend, gibt das öffentliche Stromnetz ein Maximum an verfügbarer Potenz her. Und fast alle Hauseigentümer sind bemüht da auch das Maximum vertraglich zu vereinbaren. Vor 10 Jahren war das auch noch gar nicht so wild. Da hat es im Zweifel einfach nur im Haus die Sicherung rausgelegt. Wir sind aber in Spanien digitalisiert, und haben deshalb, nun schon seit geraumer Zeit, digitale Zähler. Und genau die machen nun aber Probleme, wenn zu viele Verbraucher gleichzeitig Strom ziehen. Am Ende ist die Rechnung ganz einfach. Selbst Häuser, die einen Anschluss mit 5,5 KW haben, können das nicht ab. 2 Radiatoren am frühen Morgen angeschaltet, weil es eben bitter kalt ist, dann erstmal heiß duschen (E-Boiler) und vielleicht dann noch ein Haartrockner und die Kaffeemaschine. Zack macht der Zähler zu und trennt das Haus vom Netz. Im Normalfall muss der Elektriker kommen und das wieder anschalten, bzw. der Stromversorger eingeschaltet werden, wenn das mehrfach passiert. Das wird dann richtig teuer, und wenn es ganz dumm läuft, dann ist der Strom einfach ganz lange weg. Wenn nun jemand sagt, dass es ja nicht sein könne, dass man im Urlaub friert, dann kann ich das durchaus nachvollziehen. Die Schuld an dem Dilemma trägt aber nicht unbedingt der Vermieter, sondern es sind schlichtweg die Rahmenbedingungen die es einfach gibt. Die digitalen Zähler sind nämlich nicht wirklich ein Segen. Früher als noch die analogen Teile angebracht waren, war das im Normalfall kein Problem, wenn mehr Strom verbraucht wurde, als vertraglich vereinbart. Allerdings haben da manche auch versucht einen Vorteil zu ziehen. Minimum 1,5 KW vereinbart und am Ende einfach entsprechend mehr verbraucht. Die Warnungen, dass der neue Apparat dann zumacht, haben einige lange ignoriert, bis es dann wirklich so weit war. Dann bildeten sich lange Schlangen vor dem Büro des Stromanbieters und alle waren plötzlich bereit, die Potenz zu erhöhen, was eben auch eine höhere Grundgebühr mit sich gebracht hat. Allerdings war das gar nicht immer so einfach, weil man da dann ein Gutachten über die Verkabelung im Haus brauchte, um zu beweisen, dass das dann auch sicher ist. Und da dann alle auf einmal kamen, war auch kein Gutachter mehr zu bekommen, der das kurz mal regelt. Da sind dann etliche plötzlich in Tränen ausgebrochen, als sie realisiert haben, dass man nun ein gewaltiges Problem hat. Das ist nun aber fast 10 Jahre her, und alle haben das in Ordnung gebracht. Das Problem, dass der Zähler zumacht, wenn zu viele Verbraucher angeschlossen sind, besteht aber weiterhin, selbst wenn man es mit komplett neuer interner Verkabelung, entsprechend erhöht hat. Aber nun soll es ja Stück für Stück wieder etwas wärmer werden, und zumindest der fiese Wind ist abgeflaut. Im Zweifelsfall also einfach raus und runter ans Wasser. Wenn da die Sonne scheint, dann ist es, betrachtet man die Temperaturen in Deutschland gerade, nahezu paradiesisch.