Vor einigen Monaten kam hier, seitens der Inselregierung die Idee auf, dass wir eine oder zwei Seilbahnstrecken über die Lava bauen könnten. Das ganze als touristische Attraktion, damit die Besucher von oben auf das schwarze verderben schauen können. Das wurde erstmal al Bahnbrechende Idee verkauft, aber die meisten haben da eher mit Kopfschütteln drauf reagiert und das als „heiße Luft“ tituliert. Darum muss man sich auch nicht wundern, dass es nach dem Vorschlag erstmal keine weiteren öffentlichen Äußerungen zudem Thema gab. Der populistische Versuchsballon ist gewissermaßen am Boden geblieben. Allerdings hat die große Schwester nebenan ja eine Seilbahn die zum Teide hoch führt. Und wir haben ja auch einen hohen Berg, sogar mit Teleskopen, die touristisch eine Attraktion darstellen und auch noch ein gar nicht mal so schlechtes Besucherzentrum zum selben Thema. Und der Weg von Garafia hoch auf den Roque ist auch eher beschwerlich, die Straße ist nicht sonderlich gut ausgebaut und sogar im Winter manchmal gesperrt. Drum gibt es nun die Idee, dass man, eben von Garafia aus, so eine Seilbahn bis zum Roque bauen könnte und deshalb hat die Nordwestgemeinde nun verkündet, dass man, finanziell unterstützt durch das kanarische Ministerium für Tourismus, eine Studie erstellen möchte, ob sowas machbar wäre und ob sich sowas verkehrspolitisch und touristisch lohnen, sowie ökologisch verkraften lassen würde. Der Gemeinderat dankt der Ministerin für Tourismus ausdrücklich für die Unterstützung dieser Studie zum Infrastrukturprojekt und ja, der Schwerpunkt der Betrachtung ist touristisch. Kaum vorstellbar, dass die Wissenschaftler der Observatorien da mit der Seilbahn zur Arbeit anreisen. Letztlich geht es dabei auch gar nicht so sehr um das Erreichen des Gipfels, sondern um ein Infrastrukturprojekt für die dünn besiedelte Nordwestgemeinde, die außer bildschöner Natur, nicht gerade mit touristischer Infrastruktur ausgestattet ist. Folglich ist das Interesse an einer solchen Installation auch durchaus nachvollziehbar. So äußert sich auch der Bürgermeister, der eine Möglichkeit darin sieht, dass Besucher des Gipfels dann ermutigt werden würden auch die Gemeinde zu besuchen. Ob das so funktionieren kann, steht auf einem ganz anderen Blatt. Der größte Teil der Gipfelbesucher reist über die Ostseite an, weil da auch die Straße erheblich besser ist, und der Kreuzfahrthafen näher ist. Aber natürlich kann man die Farge stellen, ob es nicht auch attraktiv sein könnte, die organisierten Besucher mit dem Bus auf den Gipfel zu fahren und anschließend mit der Seilbahn, für einen gastronomischen Abstecher nach Hoya Grande zu transportieren. Anschließend dann wieder nach oben und mit dem Bus zurück ins Hotel oder auf den Dampfer. Ob das attraktiv wäre, genau das soll nun geprüft werden. Und deshalb währe es nun auch unfair zu behaupten, dass die da eine Seilbahn bauen wollen. Momentan will man prüfen, ob das was bringen könnte. Und diese Studie wird nun also erstellt. Mehr ist es nicht und wenn man ehrlich ist, erwartet kaum einer, dass das Ding dann wirklich umgesetzt wird. Die Stadträtin für Umwelt und Tourismus von Garafia, Daina Del Arco Iris Sgobino, tritt da auch gleich auf die Erwartungsbremse und erklärt, dass dies „nicht die sofortige Umsetzung der Infrastruktur impliziert, sondern vielmehr die Schaffung einer soliden technischen Grundlage, die eine objektive Bewertung der Durchführbarkeit eines wegweisenden Projekts für die Gemeinde, den Norden der Insel und die gesamte Insel La Palma ermöglicht.