Zahlen hinter den Zahlen

Wir haben hier recht viele Menschen auf der Insel, die ohne Arbeit sind. Ende des Jahres waren, laut Daten der SEPE, des staatlichen Arbeitsamtes, auf La Palma 6.150 Menschen arbeitsuchend registriert, was rechnet man Rentner und Kinder aus der Statistik raus, richtig viele sind. Auch hier hat man, zumindest zeitlich begrenzt Anrecht auf Unterstützung vom Amt. Da gibt es die versicherungsbezogenen Leistungen, oder auch später noch Arbeitslosengeld. Ein kleiner Teil bekommt auch eine Erwerbsminderungsrente. Allerdings und das ist erstaunlich, bekommet ein erheblicher Teril gar nichts. 70,5 % der offiziell arbeitssuchend gemeldeten, bekommen kein Geld vom Amt. Damit ist La Palma Spitzenreiter auf den Kanaren. Im Schnitt sind es da rund 65% und Inseln wir Lanzarote oder Fuerteventura liegen nur bei rund 50%, was aber immer noch beachtlich ist. Man kann sich da nun auf die Suche nach Gründen begeben. Zum einen ist es durchaus möglich, dass in dem Zusammenhang das Familieneinkommen reicht, und es deshalb entsprechend keinen Anspruch gibt. Aber es gibt wohl auch sehr viele, man vermuten sogar den größten Anteil, die gar keinen Antrag auf Unterstützung stellen. Auch hier gibt es verschiedene Gründe. Häufig meldet man sich hier kurz arbeitslos, um dann direkt den neuen Job anzutreten. Dem Arbeitgeber nützt das unter Umständen in Sachen Versicherung, weil gemeldete Arbeitslose da günstiger sind. Auch wenn man sich selbstständig meldet, ist es gut, wenn man sich nur für einen Tag arbeitslos meldet, nur dann kommt man in den Genuss einer zeitlich vergünstigten Sozialversicherung. Das ist dabei auch nicht unbedingt eine Trickserei, sondern eben so vorgesehen. Die Meldung pro forma ist hier also etwas recht Normales. Das sollen aber im Ganzen auch nicht ganz so viele sein, die da die Statistik nach oben treiben. Und deshalb ist es nun erstaunlich, dass sowohl der Arbeitgeberverband FEDEALMA als auch die Arbeitnehmerkommission CCOO da nun einer Meinung sind, was ja sonst durchaus selten der Fall ist. Den Hauptgrund sieht man in der Schattenwirtschaft, sprich in der Schwarzarbeit. Wobei da natürlich die Schuldfrage sicher unterschiedlich bewertet wird. So gibt es eben den Handwerker, der alles unter der werkenden Hand macht, aber auch die Arbeitgeber sind da nicht ohne. Wen man den Arbeitenden einfach so „anstellt“, dann muss man keine Sozialversicherung bezahlen. Am Ende ist das natürlich für den Betroffenen doof, aber man bekommt da dann auch gerne mal gesagt, dass man das entweder so, oder eben gar nicht machen würde. Vor Kontrollen hat man da auch wenig Angst. Wenn die Kontrolleure vor Ort sind, dann läuft die Telefonkette direkt von Hinterhofwerkstatt zu Hinterhofwerkstatt durch. Glaubt man also dem Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften, dann gibt es hier viele, die zwar offiziell kein finanzielles Einkommen, wohl aber ein Auskommen haben. Beachtenswert ist übrigens, dass der Anteil derer, die keinerlei Leistungen beziehen, innerhalb eines Jahres von 60,1% auf 70,5% gestiegen ist.