Wenn man, wie wir in El Paso wohnen, dann bekommt man das gar nicht so mit, dass das so viele sind. Natürlich, hier direkt am kirchlich-vulkanischen Aussichtspunkt, da halten die Busse. Aber man weiß ja gar nicht ob es sich dabei um organisierte Hotelausflügler oder um Kreuzfahrgäste handelt. Nun hat aber Raquel Rebollo, die massivbebrillte Conseja für Tourismus und damit oberste Fremdenführerin der Insel, voller Stolz die Zahlen der Kreuzfahrer rausgehauen, und sich dabei freilich für Ihre unermüdliche Arbeit in Sachen nachhaltigem Tourismus gelobt. Ob Kreuzfahrschiffe, mit laufend stinkendem Schiffsdieselmotor, und Menschen mit einer bis drei Stunden Landgang, wenn es dumm läuft gerade mal, bis zum Fastfoodverbrecher an der Hafeneinfahrt, kommend, wirklich so nachhaltig sind, das steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber wer Wachstum schafft, der wähnt sich auf der richtigen Seite der Geschichte und teilt das dann auch so mit. Deswegen nun die nackten und durchaus beindruckenden Zahlen, die aber durchaus auch beängstigend wirken könnten. Im vergangenen Jahr, sollen sage und Schreibe 363.325 Kreuzfahrer in unserer insularen Hauptstadt angelandet sein. Bedenkt man, dass die Saison nur ein halbes Jahr geht, kommen wir da locker auf einen Tagesschnitt von knapp 2.000 Menschen, die zusätzlich durch die Fußgängerzone Watscheln oder Rollatieren. Bei der ganzen Geschichte scheint es eine ungebremste Entwicklung zu geben, wenn man die Zahlen der letzten Jahre anschaut. Zudem die Hafenbehörde von Santa Cruz de Tenerife bereits die Schiffe, mit der Belegungszahl für das laufende Kalenderjahr rausgehauen hat. Und es soll hier einen Anstieg um weitere 34,56% geben.
2023 – 190.193 Passagiere
2024 – 254.126 Passagiere
2025 – 336.325 Passagiere
2026 – 452.559 Passagiere (errechnet anhand der angemeldeten Kreuzfahrtschiffe für dieses Jahr)
Raquel Rebollo spricht von einem Riesenerfolg und betont den Wert Ihrer Arbeit. Die Frage ist nun eben, ob es sich um einen generellen Anstieg von Kreuzfahren auf den Kanaren handelt, oder ob La Palma, ob der gestiegenen Bekanntheit durch den Vulkan, mehr ins Licht und damit in den Fahrplan der kreuzenden Dampfer auf den Kanaren gerückt ist. Interessant wäre es auch zu wissen, aus welchen Ländern die Schiffe stammen. Damit ist nicht die exotische Beflaggung gemeint, sonst kann man da ja keine Minimallöhne an die asiatischen Arbeiter auf dem Schiff bezahlen, sondern von wo die Veranstalter und somit auch die Gäste stammen. Eigentlich hatte man ja erwartet, dass die Zahlen, wegen einem erhöhten Bewusstsein, ob der mangelnden Umweltverträglichkeit, eher global zurückgehen. Allerdings spricht die Branche selbst von einer starken Nachfrage nach der Pandemie. Wobei die Zahlen für La Palma weit über dem liegen, was es hier in der Vergangenheit, auch in vorcoronalen Zeiten, gab.