Manchmal fragt man sich, was denn, aus touristischer Sicht das absolute Highlight der Insel ist. Da gibt es ganz verschieden schöne Orte, und natürlich hängt das auch immer von den persönlichen Vorlieben des einzelnen ab. Man kann aber einfach mal schauen, welche Motive immer herhalten müssen, wenn da ein Foto gemacht wird, um die Einzigartigkeit der Insel anzupreisen. Da gibt es die Lorbeerwälder, die Balkone, natürlich den neuen Vulkan, die Observatorien und natürlich die Caldera. Ganz gerne nimmt man sich da dann die Cascada de Colores vor, das wirkt wild und bunt. Dabei muss man aber wissen, dass diese Touristische Attraktion gart nicht natürlich entstanden ist, sondern das Resultat des Baus eines Rückhaltebeckens in den 1960er Jahren darstellt. Das ist aber auch nicht so wichtig, Zwar wurde der Wasserfall 2003 vom Cabildo restauriert, aber der Prozess, wie der sich nun verändert, der ist dann eben doch natürlich. Verantwortlich ist nämlich das Wasser, das bei Regen durch die Caldera fließt und Geröll mit sich bringt oder eben wieder abträgt. Heute ist nun ein Bericht bei La Palma Ahora zu finden, welcher sich genau mit dieser Dynamik befasst. Und siehe da, vom Wasserfall ist derzeit nicht mehr viel übrig. David del Rosario, Umweltbeauftragter des Nationalparks Caldera de Taburiente erklärt diese Veränderung eben mit der entsprechenden Dynamik, die das fließende Wasser da mit sich bringt und hat auch Bilder mitgeliefert. Und da sieht man dann, dass momentan gar nicht mehr viel Wasser fällt. Gerade noch 2 Meter Höhe sind übrig. Vor 10 Jahren waren es noch ca. 10 Meter Die das Wasser heruntergefallen ist. Der Mann hat auch die entsprechenden Vergleichsbilder geliefert, und wenn man diese betrachtet, dann wirkt die Geschichte tatsächlich etwas mickrig. Beschrieben wird das als ein natürlicher Prozess, und es könnte also sein, dass, wenn das Wasser stärker fließt, das Geröll unten weiter transportiert wird und der farbige Wasserfall wieder an Höhe gewinnt und damit wieder spektakulärer wird. Folgt man dieser Argumentation, dann könnte es allerdings auch passieren, dass da irgendwann nur noch ein schräges Geröllfeld, ganz ohne Fall und ganz ohne Farben übrigbleibt. Vermarktungstechnisch wäre das ein Supergau. Wobei die Caldera auch ohne das entsprechend attraktiv bleiben würde. Dennoch bleibt die Frage, ob man das denn so lassen kann. Schließlich verwendet man, zwecks Werbung ja nicht die neuen Fotos, sondern ganz gerne die aus 2016. Vergleicht man dann diese mit der momentanen Realität, dann wirkt das fast wie ein Betrug am Kunden. Jetzt darf man mal gespannt sein, ob man dem Wasser und seinen Folgen einfach den freien Lauf lässt, oder ob man da auf die Idee kommt zu intervenieren, sprich den Schotter da wegschafft, damit es entsprechend spektakulärer ausschaut. Ob man das so einfach machen kann, das weiß ich auch nicht wirklich. Schließlich ist das ja ein Nationalpark und auch wenn der Ursprung des Wasserfalls gar nicht natürlich ist, dann ist es zumindest seine Entwicklung. Man soll ja da explizit, der Natur willens keine Steine rumschleifen und da irgendwas verändern. Und rund 8 Meter Geröll abtragen ist dann noch mehr Eingriff als der offiziell unerwünschte Bau eines Steintürmchens durch die Parkbesucher