Enteignungen und Altenheim

Das mit der LP 2, zwischen Las Manchas und Tajuya bleibt weiter Thema. Angefangen hat der Bau ganz offiziell, Ende letzten Jahres. Kurz vor Sylvester hat man da noch ein Foto mit Bagger und Politikern gemacht, und dann passierte erstmal wieder recht wenig. Die letzten Tage waren dann noch mehr Politiker, auch von außerhalb da, und man hat noch weitere Fotos gemacht und mitgeteilt, was man schon 4 Wochen zuvor gesagt hatte, nämlich, dass man nun anfangen würde. Und hat gleichzeitig nochmal auf die technischen Probleme hingewiesen. Zuerst sei es nötig gewesen, mittels Wärmedrohnen, ein entsprechendes Bild zu erzeugen. Es sei nämlich streckenweise noch arg heiß, und die Sicherheit der Bauarbeiter gehe schließlich vor. Der Bau der neuen alten Strecke, der zu Wahlkampfzwecken eigentlich gar kein Problem darstellen sollte, und dessen Beginn von unserem Inselpräsidenten schon vor über 2 Jahren versprochen wurde, stellt sich nämlich viel komplizierter dar, als man eben zuvor verkündet hatte. Dass man die ganzen Mahnungen von vor der Wahl, nachdem das eben doch nicht so einfach sei, als Lügen abgetan hat, sei an dieser Stelle geschenkt. Wichtig ist und bleibt, dass da etwas passiert. Letztlich ist die LP2 die wichtigste Verbindung, die es wieder herzustellen gilt. Obwohl angeblich ja nun schon gebaut wird, sind immer noch einige Fragen zu klären. Die Streckenführung soll, bzw. muss nämlich verändert werden., weil es technisch, entlang der alten Verbindung wohl nicht klappt. Zu dick und zu heiß ist die Lava da, und man muss offensichtlich etwas weiter Richtung Küste ausweichen. Dazu benötigt man aber Zugriff auf die entsprechenden Ländereien, und diese sind, obwohl unter der Lava, weiterhin in Privatbesitz. Deshalb hat man nun, obwohl ja schon mit dem Bau begonnen wurde, mit den Enteignungen angefangen und dies nun im Amtsblatt der kanarischen Regierung veröffentlicht, was den Prozess nun, gesetzlich verankert, in Gang setzt. 94.000 qm sind davon betroffen, allerdings ein teil nur teilzeitlich, für den Bauprozess. „Vorübergehende Inbesitznahme“ nennt sich das dann. Ob man nun gegen diese Anordnung klagen kann, das weiß ich nicht, wenn das aber einer tut, dann könnte das spannend werden.

Das Problem, dass einer nicht mitmacht sehen wir gerade in der Seniorenresidenz Dehesa. Da soll nämlich renoviert werden, weil die Zimmer im 2. und 3 Stock nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen würden, und weil man da gleichzeitig neue Plätz schaffen will, weil es auf La Palma derzeit 490 Menschen auf der Warteliste gibt. Die momentanen Bewohner hat man nun vorübergehend ausquartiert. Allerdings war die Angebotene Alternative, für den Sanierungs- und Umbauzeitraum nicht für alle akzeptabel. Von Mehrbettzimmern war da die Rede, und einige weigerten sich einfach, ihr zuhause zu verlassen. Mittlerweil sind alle aber mit einer angebotenen Alternative einverstanden. Bis auf einen älteren Mann von 80 Jahren, der sich beharrlich weigert, sein Zimmerchen zu räumen. Die Situation ist festgefahren, da mittlerweile auch ein riesiger Zeitdruck besteht. Die Umbauarbeiten müssen aufgrund der entsprechenden Fristen von höheren Stellen, schließlich handelt es sich um eine öffentliche Einrichtung, bis 31.12.2026 abgeschlossen sein. Die Zuständige. Die Conseja für Soziales der Inselregierung, Ángeles Fernández, kommt nun richtig unter Druck und hat nun angekündigt, dass man gegebenenfalls am Freitag, auch unter Zuhilfenahme der Polizei, das Zimmer räumen lassen wolle. Der betroffene 80-jährige argumentiert gegenüber der Presse, dass ein Umzug seine Rechte laut den Sozialgesetzen verschlechtern würden, weil die angebotenen Alternativen, eine Beeinträchtigung seiner Lebensqualität bedeuten würden. Die Verwaltung wiederum spricht davon, dass das derzeitige Zimmer nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen würde, weshalb da ja eben renoviert werden müsse, alle angebotenen und ausgeschlagenen Alternativen aber eben schon. Alleine die Ankündigung, den Mann gegebenenfalls mit der Polizei räumen zu lassen, hat die komplette Inselpresse auf den Plan gerufen. Wenn das nun wirklich so kommen sollte, dann werden sich alle auf die Bilder stürzen, wie der alte Mann mit polizeilicher Begleitung aus seinem persönlichen Reich gezogen wird. Schmutzig ist die Geschichte sowieso schon, weil es nun ein wenig um die Deutungshoheit geht. Die einen zeigen sich solidarisch mit dem Widerständler und weisen auf die Planungsfehler hin. Einige gehen aus Mitleid soweit, dass sie ein Verbrechen wittern und auf die kaltherzigen Politiker schimpfen. Die andere Seite wiederum argumentiert mit einem gesellschaftlichen Solidaritätsgedanken, und argumentiert, dass eine einzelne Person, nicht seinen Vorteil, zu Lasten aller anderen suchen könne.