Da bewegt sich was

Wissen Sie was die Tazacorte-Verwerfung und die Mazo Verwerfung sind? Ich wusste das mal, als der Vulkan gespuckt hat, war das mal Thema, aber da damals nicht nur Lavaflut, sondern auch Informationsflut herrschte, ging das irgendwo im Weit der eigenen Gehirnwindungen verloren. Plötzlich sind diese Verwerfungen aber wieder Thema, weil die Wissenschaftler des IGME, also des Geologischen Instituts von Spanien, da eine Studie erstellt haben. Mit feinstem Messgerät hat man sich daran gemacht, die Bewegungen, die an diesen beiden Verwerfungen auftreten, zu messen. In den letzten beiden Jahren waren die da aktiv, im Auftrag der Gemeinde El Paso und finanziert unter anderem durch die kanarische Regierung, und nun hat man festgestellt, dass entlang dieser beiden Linien, nach wie vor, Bewegung herrscht. Die Studie wurde gestern in der Fachzeitschrift „Natural Hazards“ veröffentlicht, und stellt laut der Autoren eine gute Messmethodik dar, im Katastrophenfall entsprechende Analysen über die Gleitbewegungen des Erdreichs zu erstellen. Die Bewegungen, die da in den letzten Beiden Jahren festgestellt wurden, haben es durchaus in sich. Einmal waren es nur 0,24mm pro Jahr, dann aber auch 2,8mm pro Jahr. Wohlgemerkt nach dem Ausbruch, und eben nicht abhängig von irgendwelchen seismischen Ereignissen. Wegen der großen Unterschiede kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass es nötig sei, die Geschichte mittel- und langfristig zu beobachten. Dabei geht es jetzt nicht um eine mögliche Vulkanische Aktivität, obwohl es da einen massiven Zusammenhang gibt, schließlich kreuzen sich die beiden Verwerfungen exakt am Ausbruchsort. Vielmehr geht es um die Überwachung der Gebäude und der Infrastruktur entlang der Linien, weil die fortwährende Bewegung den Gebäuden massiven Schaden zufügen können, und dies auch für die Zukunft für die Errichtung von neuen Gebäuden, von großer Wichtigkeit sein kann. Auf den Karten, die man da im Netz findet, sind die beiden Verwerfungslinien nur recht ungenau eingezeichnet. Die eine läuft vom Vulkangipfel in Richtung Tazacorte, die andere stellt eine Verlängerung von Mazo, über den Gipfel, Richtung Westküste dar. Und wenn sich das weiterbewegt, dann kann das langfristig einige Gebäude unbewohnbar machen. Das verursacht, wegen der Gegenläufigkeit nämlich Risse in den Gebäuden, weswegen die Wissenschaftler nun gemeint haben, dass diese Geschichte auch langfristig und satellitengestützt, weiter beobachtet werden sollte. Der Erkenntnisgewinn beläuft sich aber nicht nur auf die aktuelle Bewegung. Dass es diese Bruchlinien gibt, war schon vor dem Ausbruch bekannt, bzw. zu bemerken. Seit der 80er Jahren traten da immer wieder Risse auf. Anhand der Berichte über Reparaturmaßnahmen, die die Anwohner entlang der Linien ausgeführt haben, kann man feststellen, wie lange das schon so ging. Und man kann eben auch Rückschlüsse ziehen, dass der Aufstieg der Magma, eben durch die Bodenbewegungen der Verwerfungen entsprechend beeinflusst wurde.