Ein Stück vom Kuchen

Wir haben, das war nun schon öfter Thema, extrem viele Kreuzfahrer auf der Insel.  Alleine im Monat Februar stehen 31 Schiffe an, die da im Hafen von Santa Cruz de La Palma anlegen. Das nützt definitiv der lokalen Wirtschaft dort. Einkäufe, Kaffeetrinken, usw. da kann bei einigen Tausend Passagieren schon etwas zusammenkommen. Ob die Geschichte nachhaltig ist, sowohl was den Umweltaspekt, als auch die touristische Nachhaltigkeit angeht, das steht ganz woanders geschrieben. Im Schnitt landen da aber, laut Prognose für dieses Jahr, aber über 1.000 Leute pro Tag an, und selbst, wenn nur wenige konsumieren gehen, kann da was zusammenkommen. Das weckt nun natürlich Begehrlichkeiten im Westen der Insel. Schließlich ist der Hafen der Inselhauptstadt ja nicht der einzige. Der verwaiste Hafen von Tazacorte würde, glaubt man den Stadtoberen dort, auch ein gewisses Potential aufbieten, und all zu gerne hätte man da auch ab und an ein Schiff. Seit vielen Jahren ist der Hafen fertig, und eben entsprechend überdimensioniert. Der Jachthafen funktioniert, aber die große Mole an der Außenseite, da kommt kein Schiff, und selbst das riesige betonierte Gelände, wo schön die Linien aufgemalt sind, wo man auf die Fähre, die niemals kam, drauf fahren kann, dient den Kindern zum Inlineskaten oder Fahrradfahren. Dass die Fähre nie kam, war eigentlich logisch, aber ohne die Ankündigung damals, dass die schon kommen würde, hätte man die Neugestaltung des Hafens ja nicht finanziert bekommen. Dass man da, wenn m an von den anderen Inseln kommt, einmal um La Palma rumfahren muss, was entsprechend länger dauert, als am Ende mit dem PKW von Santa Cruz nach Tazacorte zu fahren, war da egal. Und eigentlich haben wir uns hier schon dran gewähnt, dass wir einen gigantischen, aber ungenutzten Hafen haben. Jetzt da aber so viele Kreuzfahrtschiffe nach La Palma kommen, glaubt die Gemeinde Tazacorte, dass da doch noch was gehen könnte. Momentan nicht, alldieweil da zwar eine Mauer ist, aber ansonsten eben nichts. Da fehlen nun mal ein Hafenterminal und die offizielle Inbetriebnahme des „kommerziellen Anlegers“. Und deswegen hat die Gemeinde Tazacorte nun bei der kanarischen Regierung angeklopft, und mitgeteilt, dass die nun endlich mal in die Hufe kommen sollen. Für die Diversifizierung der lokalen Wirtschaft sein das unerlässlich, so argumentiert der Bürgermeister, dass Tazacorte und auch das komplette Aridanetal die Chance bekommen würde, sich als attraktiver Anlegepunkt zu präsentieren und deshalb sei es an der Zeit, das eingeschlafene Hafenprojekt wieder zum Leben zu erwecken. Man geht aber noch über die Kreuzfahrer hinaus. Schließlich weiß man ja selber ganz genau, dass man nicht mit einer schönen Altstadt punkten kann, wie Santa Cruz, und auch, dass es für die Schiffe immer einen Umweg bedeutet, von Teneriffa kommend um La Palma rum zu fahren. Deshalb präsentiert man sich als Transatlantiker, zumindest was die Schifffahrt angeht, und argumentiert, dass sich der Hafen zu einem Knotenpunkt für den Schiffsverkehr, der über den großen Teich geht, entwickeln könnte. Ob da wirklich was passieren wird, das steht auf einem ganz anderen Blatt, und letztlich geht es ja darum, dass man den Bedarf betrachtet. Wenn aber von den Kreuzfahrtunternehmen niemand sagt, dass man nach Tazacorte fahren würde, wenn es eben gehen würde, dann wird da wohl auch nichts passieren. Gleichwohl muss natürlich die Gemeinde die entsprechende Forderung stellen. Wenn nicht jetzt, wann dann, wo es doch darum geht, die vulkangeschädigte Wirtschaft im Tal neu zu beleben. Allerdings wäre das, momentan zumindest, eben eher nur eine Belebung der Bauwirtschaft, und die haben gerade aber sowieso viel zu tun.