Da kommt was Neues

Wir haben hier auf den Kanaren ein Gesetz aus dem Jahr 2012, nachdem Menschen, die einen Rettungseinsatz durch Fahrlässigkeit verursacht haben, die Kosten dafür selbst zu tragen hätten. Wer also gesperrte Wanderwege betritt, oder aus Eiseskälte, wie dieses Jahr, in kurzen Hosen auf dem Roque de los Muchachos, eingesammelt werden muss, der soll für den Rettungseinsatz bezahlen. Und das ist nicht ganz billig. 36 € pro Stunde für jedes Mitglied des mobilisierten Rettungsteams, 2.000 € pro Stunde für den Hubschraubereinsatz, 40 € pro Stunde für jedes Fahrzeug, 300 € pro Stunde für den Einsatz des Einsatzleitwagens und 300 € pro Stunde für jedes Schiff sollen nach dieser Verordnung in Rechnung gestellt werden, so berichtet die Regionale Zeitung El Dia gestern. Allerdings wurden bislang nicht ein einziges Mal eine entsprechende Rechnung geschrieben, weil das laut Auskunft der Kanarischen Regierung nicht ganz einfach sei. Die Rettungsteams hätten, so heißt es nämlich gar nicht die rechtliche Kompetenz, ein Fehlverhalten zu beurteilen, bzw. dann diese juristisch einwandfrei dem Verursacher zu übermitteln, weil diese gar keine personenbezogenen Daten aufnehmen dürfen. Es handelt sich dabei formaljuristisch um eine Entschädigungszahlung, welche da eingefordert werden sollte, und offensichtlich sah man da bislang keine Aussicht auf Erfolg und hat deswegen auf jegliche Forderungen verzichtet. Gleichwohl ist man aber auf Seiten der Verwaltung der Ansicht, dass es nicht akzeptabel sei, dass die Allgemeinheit für entsprechende Missachtungen von Wegsperrungen, bezahlen soll. Dasselbe gilt für Missachtung von roten Flaggen am Strand sowie abgesperrte Bereiche an Uferpromenaden, wegen hohem Wellengang. Gerade in diesem Bereich gab es in den vergangenen Monaten verschieden Vorfälle, teils mit tödlichem Ausgang, die auf eine Missachtung von Absperrungen zurück zu führen waren, so Fernando Figuereo, Leiter der Abteilung für Katastrophenschutz der Kanarischen Verwaltung.

Weil also die bisherige Regel nichts bringt, plant man nun ein neues Gesetz, welches nicht auf Kostenübernahme, sondern auf Strafe setzt. Zuständig dabei sollen die lokalen Polizeibehörden sein, die zum großen Teil bereits an den Rettungseinsätzen beteiligt sind. Sprich, wer durch Fahrlässigkeit, oder durch bewusstes Ignorieren von Absperrungen einen Rettungseinsatz verursacht, soll in Zukunft eine Multa bekommen. Bislang ist da nichts Konkretes gesagt, aber Strafandrohungen dienen in Spanien gerne auch zur Abschreckung, und so ist es denkbar, dass die Strafen in dem zukünftigen Gesetz potentiell sehr hoch sein werden. Gerade dann, wenn durch den Rettungseinsatz auch die Helfer in Gefahr geraten. Z. B. wenn man bei Waldbrandgefahr im gesperrten Bereich unterwegs ist, und am Ende tatsächlich aus den Flammen geholt werden kann. Man muss da nun keine Panik haben, wer auf normalen Wanderwegen wandelt und wegen eines Sturzes gerettet werden muss, dem wird nichts passieren. Genauso wenig wie bei einem Badeunfall. Allerdings soll die Strafandrohung natürlich dafür sorgen, dass sich die Leute an die Regeln halten.