Am Ende sollen es noch mehr gewesen sein

Der Stadtrat von Santa Cruz hat sich an die Öffentlkichkeit gewannt, und berichtet, dass der Indianertag ein Riesenerfolg gewesen sein soll. „Friedlich“ und „sicher“ sei es zugegangen, vermeldet so der Bürgermeister Asier Antona, und hebt dabei nochmal den besonderen Charakter des Festes hervor, bei dem Santa Cruz de La Palma seine Tradition bewahren würde. Am Ende sollen die offiziellen Besucherzahlen nicht bei 70.000, sondern, so vermeldete die Policia Local, sogar bei über 80.000 gelegen haben. Wobei es auch eine Zeitungsmeldung gibt, nachdem alleine über 20.000 Menschen mit der Fähre für das Ereignis angereist seien. Schon am Vormittag seien unzählige in der Stadt unterwegs gewesen und hätten ausgelassen und fröhlich gefeiert und deshalb müsse man festhalten, dass die ganze Geschichte ein großer Erfolg gewesen sei. Die Internetzeitung „El Apuron“ die über die Stellungsnahme seitens des Rathauses berichtet, lässt aber auch Leserkommentare zu. Und was man da liest, enthält auch einiges an Kritik. So wird die Tradition in Frage gestellt. Noch vor einigen Jahren sei die Geschichte erst am Nachmittag losgegangen, begleitet von traditionellen Musikern die das Thema Kuba auf dem Zettel hatten, mittlerweile sei das alles nichts anderes als ein Massenbesäufnis unter vielen. Man habe den Eindruck, dass es den Verantwortlichen nicht so sehr um die Tradition, sondern mehr um „Gigantismus“ gehen würde. Beklagt, wie jedes Jahr wird auch die Müllsituation und der Mangel an Toiletten. Obwohl das Problem bekannt sei, dass diese nicht ausreichen würden, hätte sich daran nichts geändert. Im Gegenteil es kämen immer mehr Leute, und schon am frühen Nachmittag seien die Dixieklos randvoll gewesen, so meldete sich ein empörter Anwohner zu Wort. Die Folge sei hemmungsloses urinieren in Hauseingänge und Straßenecken. Und das sei für die Bewohner der Altstadt kaum zu ertragen. Gleich zwei andere meldeten sich zu Wort und meinten, dass es wohl sogar Fotobeweise geben würde, wie der Bürgermeister selbst, wildgepinkelt hätte, und man hoffe, dass die Zeitungen diese Fotos auch veröffentlichen werden. Wobei der Mann ja den Schlüssel des Rathauses in der Hosentasche haben müsste, also dann auch einfach dort mal schnell auf die Toilette gehen könnte. Wobei es den Anwohnern auch herzlich egal sein dürfte, ob da nun das Stadtoberhaupt oder ein anderer Besucher gegen die Hauswand pinkelt. Natürlich ist es schwierig da entsprechende sanitäre Anlagen entsprechend vorzuhalten. Nötig ist es aber dennoch, schließlich ist ja bekannt, was da auf die Altstadt zukommt. Beinahe jedes Jahr werden es mehr Besucher, vor allem von außerhalb. Allerdings geht es denen halt nicht wirklich um die Tradition, sondern um die große Fiesta. Und neben den Salsaklängen und dem Tanzen auf der Straße, beschallen dann nun auch etliche Bars mit Elektromusik die Gassen und nutzen das Fest vor allem um hohe Umsätze mit erhöhten Getränkepreisen zu machen. Das ist etwas, was in den letzten Jahren massiv auf der Insel passiert ist. Kostet ein kleines gezapftes Bier normalerweise 1,50, so verlangt die gleiche Bar während eines Festes schon mal gerne glatte 4 Euro, was dann wiederum dafür sorgt, dass viele Besucher den Kofferraum randvoll mit Supermarktgetränken machen, und statt auf die eigentliche Fiesta zu gehen, hockt man mit den Kumpels um das eigene Fahrzeug rum und dreht die Anlage auf. Aber in Sachen Karneval ist nun, bis auf einige kleine Ausnahmen, wieder Ruhe auf der Insel. Erst im Sommer geht dann die Festsaison wieder richtig los. Solange kann man ganz entspannt in der Bar sein Bier zum guten Preis konsumieren