Das könnte spannend werden, wobei das nun wohl erst einmal niemanden interessieren dürfte, aber im Nachgang vielleicht dann doch. Wir reden mal wieder über die LP2 zwischen Tajuya und Las Manchas, die nun endlich gebaut wird. Zumindest nun fährt der Bagger an der Südseite und schaufelt etwas rum. Wobei mir der genaue Verlauf der Straße noch nicht wirklich klar ist. Man hat mitgeteilt, dass man nicht exakt die alte Strecke nehmen kann und einige Umwege zu erwarten sind. Den Anwohnern aus Las Manchas dürfte das egal sein. Die Hauptsache ist, dass es endlich losgegangen ist, und man uns verspricht, in 14 Monaten durch zu sein. Wobei die versprechen bezüglich dieses Abschnittes bislang nicht viel hergeben haben. Nun wird die Geschichte aber spannend, und wenn es nach der Vereinigung „Centinela-Ecologistas en Acción La Palma“ geht, dann ist man nun, nach nur wenigen Wochen Bauzeit, offiziell hat man am 29.12.25 losgelegt, schon fertig. Die Umweltschützer sind nämlich der Ansicht, dass der Bau nun komplett illegal sei. Dabei ist der Hintergrund beachtlich und geht tatsächlich mit einigen juristischen Drohungen einher. Für den Bau ist die Kanarische Regierung verantwortlich, und bei denen haben die aktionistischen Ökos Protest gegen die Baugenehmigung des Projektes eingelegt. Hintergrund dabei ist eine irreparable Zerstörung der dortigen Natur, sprich des neuen Lavafeldes, und in einem ersten Gutachten habe das spanische Bergbauinstitut IGM ja schon gesagt, dass die neue Lavalandschaft in diesem Bereich unbedingt geschützt werden müsse. Dass es diesen Einspruch gab, das ging schon durch die Presse, aber niemand hat das so richtig ernst genommen, weil wir ja die Straße brauchen und so weiter und so fort. Jetzt hat sich aber nach Ansicht der Gruppierung die Situation verändert, und man verkündete heute, dass dem Einspruch nun recht gegeben worden sei. Dabei stützt man sich auf ein Gesetz aus dem Jahr 2015. Der Hintergrund ist, dass die kanarische Regierung nicht auf den Wiederspruch reagiert habe, und damit die Fortführung Arbeiten „durch Schweigen illegal“ geworden sei. Gewissermaßen gilt der Protest als angenommen, so argumentieren die Ökoaktionisten, und damit seien sämtliche Tätigkeiten an dem Bauabschnitt, seit dem 29. Januar, als die Frist für eine Reaktion seitens der kanarischen Regierung abgelaufen sei, illegal. Und da haut man gleich noch richtig einen raus und teilt mit, dass den verantwortlichen in der Verwaltung diese Illegalität durchaus bewusst sei, weil man ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass dies die Folge sei. Wenn man dies, trotz Kenntnis des kolportierten Sachverhaltes, aber ignorieren würde, dann würde es sich bei einer Fortführung der Arbeiten nicht nur um einen schwerwiegenden Verwaltungsverstoß handeln, es sei vielmehr sei auch „Eine rechtswidrige Handlung eines Amtsträgers in voller Kenntnis der Sachlage ist strafrechtlich als Amtsmissbrauch bekannt. Centinela schließt ein solches Vorgehen nicht aus, sollte die Bauarbeit, für die keine Genehmigung vorliegt, nicht eingestellt werden. Auch zivilrechtliche Haftung könnte dem Bauunternehmer für alle Schäden zufallen, die nach dem 30. Januar am Naturerbe oder an Grundstücken entstehen.“
Die Sache wird also nun nochmal etwas spannend. Dass die Umweltschützer sich gerade viele Freunde machen ist nicht wirklich anzunehmen. Allerdings haben die ja das absolute Recht, gegen den Vorgang zu klagen, schließlich leben wir ja in einem Rechtstaat. Und sollte der Sachverhalt wirklich so sein, dass die Verwaltung nicht auf den Einspruch eingegangen sei, und somit zumindest diesem Zeitweise stattgegeben hat, dann müsste nun eigentlich etwas passieren. Die Darstellung, dass man alles in trockenen Tüchern habe, wäre dann halt nicht der Fall gewesen, schließlich kann da immer noch jemand dagegen klagen. Fragen Sie mal die Zauneidechsen von Stuttgart 21. Auch wenn fast alle behaupten, dass man die Straße unbedingt bauen muss, sollte man sich dann doch nicht so sicher sein, dass das nun ungestreift durchgeht. Die Umweltschützer sind Überzeugungstäter und werden sicher nicht so einfach lockerlassen. Im Prinzip ist das auch gut so, auch wenn ich in diesem speziellen Fall anderer Ansicht bin.