Der Gegenwind wirkt

Wenn man sich nur laut genug aufregt, dann passiert wirklich was. Klar kann man sich fragen, warum wir uns kollektiv über eine anberaumte Straßensperrung empören, uns andere Geschichten aber gleichzeitig am Allerwertesten vorbeigehen. Aber Verkehrsfluss ist wichtig und wenn man ehrlich ist, geht es dabei gar nicht um die Sperre, sondern um die Art, wie diese verkündet wurde, bzw. um die Haltung die dahintersteckt. Wo wir da wieder bei der Sache mit dem Vorbeigehen am Allerwertesten sind. Zu sagen, dass wir den Tunnel zumachen und dann mitzuteilen, dass man dann halt über den Süden müsse, ohne Erklärung oder einer Erörterung von Alternativen, kommt dann eben doch recht schräg rüber. Und dabei geht es nicht um die Tatsache, dass eine Autofahrt länger dauert, sondern um den Wegfall von Bussen, darum, dass Jugendliche aus dem Tal, die dort auf die Kunstschule gehen, gesagt bekommen, dass es einen nicht interessiert, wie und ob die nach Schulschluss nach hause kommen. Ebenso wenig scheint man bedacht zu haben, dass es Menschen gibt, und das sind hunderte täglich, die zu einem Untersuchungstermin ins Hospital müssen. Teilweise warten die Monate auf so einen Termin und können den dann in der Pfeife rauchen, weil sie irgendwie halt nicht zurückkommen. Die Empörung war groß, und zack da ist die Lösung, die der Inselchef persönlich vorstellt, und gleichzeitig noch mitteilt, dass wir unbedingt ein Asphaltwerk brauchen, sonst hätte man die Arbeiten ja nachts machen können, aber Mangels eigenen Asphaltes würde das nicht gegen.

Aber egal, die Lösung heißt Lichtzeichenanlage. Der Tunnel wird beidseitig geöffnet, aber immer nur in eine Richtung. Im 5 Minuten-Tackt soll die Ampel hin und her schalten, was aber, ob der Länge der Strecke, dann doch wieder Wartezeiten von bis zu 15 Minuten bedeuten könnte. Den Zweispurigen Tunnel dürfte man nicht in beide Richtungen gleichzeitig befahren, meint der Herr Inselpräsident, weil das gar nicht zulässig sei. Zu lang, zu wenig Belüftung, keine Fluchtwege, zu viel Steigung, usw. Natürlich hat man in der Vergangenheit, bei der Renovierung des alten Tunnels, da gar keine Probleme gehabt. Da war das teils über Monate so geregelt.  Deswegen nun die Ampel. Im Prinzip ist es ja begrüßenswert, wenn man sich nun an die Vorschriften halten möchte.  Außerdem sein das ja gar nicht die Idee seiner Verwaltung gewesen, dass man alle über den Süden leiten will, die von Ost nach West wollen. Die ausführende Baufirma sein auf die Idee gekommen. Das ist aber dann schon recht abenteuerlich in der Argumentation. Die sind fürs Bauen da. Die Planung die macht die Verwaltung. Und den Plan wie man das macht, sprich Nöte und Notwendigkeiten da mit einzudenken halt eben auch. Ehrlicher wäre es nun einfach mal hin zustehen und zu sagen: “Sorry Leute, da haben wir nicht nachgedacht. Auf die Idee mit der Ampel hätten wir ja auch selber kommen können.“ Aber das wird nie passieren. Die Baufirma wars.