Wir sind eine kleine Insel im Atlantik, aber wir haben großes vor. Dazu ist es wichtig, dass wir arg laut trommeln. Bzw. macht das die Politik, damit wir alle das Gefühl haben, dass man sich dolle kümmert und uns global ganz weit nach vorne transportiert. Da kommt einem auch gerade die Frage in den Sinn, wie es eigentlich um unser Büro der Inselregierung in Abu Dhabi steht. Wir wollten den Arabern doch Bananen oder auch Land zur landwirtschaftlichen Nutzung verkaufen. Haben die gerade die Rollläden runtergelassen? Kommt der Bananendampfer unbeschadet durch die Straße von Hormus? Ach, der fährt da gar nicht. Na dann… Aber wir haben nicht nur Bananen, wir haben auch Tourismus. Die USA waren in den letzten Jahren als potentielles Entsendeland zur Sprache gekommen, aber nun, wo der Pedro in Madrid dem Orangenmann gesagt hat, wo er sich seinen Militärstützpunkt schön machen kann, wollen die ja offiziell nichts mit uns zu tun haben. Zu uns kamen die US-Boys and Girls bislang nicht wirklich. Aber man plant sich ja global aufzustellen und schielt weiter in den Rest der Welt. Das Cabildo Insular, vielmehr der Abteilung für Tourismus, unter der Leitung von Raquel Rebollo (die Frau mit der Brille), hat schon wieder eine nicht ganz so neue Geschichte in die Welt gesetzt. China ist die Zukunft, da geht die Sonne auf und scheint dann für alle Menschen, also auch für uns. Vor einigen Jahren hat man bereits die Idee geäußert, dass man die Geschichte um die Taiwanchinesin und Schriftstellerin Sanmao vermarkten könnte. Und nun hat man es tatsächlich geschafft, eine kleine Gruppe von Reiseagenten, in Begleitung einer Reiseleitung des spanischen Tourismusbüros in Peking, zu uns auf die Insel zu lotzen. Denen hat man, auch mit Geschenken (Jutebeutel mit dem Konterfei von Sanmao) und Attraktionen, wie Vulkan und Roque, versucht, uns als Reiseziel schmackhaft zu machen. Am Ende noch ein Gruppenbild, für den eigenen Facebook-Account des Cabildos gemacht, und raus damit der Information in die Welt, damit wir das Gefühl bekommen, dass wir mächtig bedeutsam sind. Die Information wird, laut der Tourismusabteilung der Inselregierung noch bedeutsamer, angesichts der Tatsache, dass Binter und Air China sich darüber einig seien, dass man die Verbindung aus Fernost mit den Kanaren ausbauen sollte. „Ausbau“ bedeutet dann wohl, dass noch mehr Flieger aus China auf Teneriffa landen. Ach die landen hier gar nicht? Na dann… Gut man hat vereinbart, dass man China aus nach Madrid fliegen kann, und dann mit nur einem Ticket weiter nach Las Palmas kommt.
Jetzt mal schauen, wie das weitergeht. Aber spätestens, wenn China seine Finger auch militärisch gehn Taiwan ausstreckt, dann wird der Pedro in Madrid wieder vorlaut sein. Schon sind dann die diplomatischen Beziehungen wieder im Argen.