Ganz gut davongekommen

Therese ist noch da, zumindest die Nachwehen. Momentan regnet es leicht im oberen Teil des Aridanetals. Oder es tröpfelt eben ein wenig. Die Sonne ist gerade weg, hat heute morgen aber schon gereicht, um einen Teil des angestauten Wäscheberges trocken zu bekommen. Die nächsten Tage soll das noch ein wenig so weitergehen. Aber im Prinzip ist die Geschichte nun vorbei. Am Flughafen ist auch seit gestern wieder alles normal, wenn man von der Truppe von Jugendlichen absieht, die gerade auf dem Weg nach Italien sind. Die aufgeregte Schaar von Müttern, die es mit der Angst zu tun haben, dass das alles gutgeht, kommen da noch hinzu. Sohnemann ist da auch dabei, wollte aber sogar verhindern, dass wir mit aussteigen. Dass dem jungen Mann Bemuttern oder Bevatern eher peinlich ist verbuche ich unter dem Stichwort „gelungene Erziehung“. Bammel, dass die nicht wegkommen, hatten aber alle. Kurz vor dem Schulabschluss ist das dann tatsächlich die erste große Fahrt, der Covid hat denen einen Strich durch die Rechnung gemacht, als es turnusmäßig nach Madrid hätte gehen sollen. Aber zurück zur Therese: Von großen Schäden ist bislang nichts bekannt. Die Shell Tankstelle an der LP-3 in Breña hat einen beträchtlichen Teil des Daches eingebüßt, und weil die Teile auf die Straße geflogen sind, hat man da abgesperrt und die Autos über die LP204 umgeleitet, um bei La Grama zurück auf die Hauptstraße zu gelangen. Aus Tazacorte kam die Meldung, dass durch eine eingestürzte Mauer, einige Autos ein paar Dellen abbekommen hätten. Aber letztlich ist der größte Aufreger, dass das Schild der Cascada de los Colores in Tazacorte am Strand aufgetaucht ist. Die Leitung des Nationalparks hat aus diesem Grund sogar eine Bilderserie veröffentlicht, welches das Schild im Februar noch sauber am Felsen zeigt, und nun die Reise zum Strand dokumentiert. Nicht ganz unironisch nahm man dabei auf den „Tag des Wassers“ Bezug, welcher gestern gewesen sei. Zwar sei das Thema da eher Trinkwasser und die Versorgung der Menschheit mit eben diesem, aber die Geschichte habe nun doch deutlich gezeigt, welche Kraft in dem Element stecken würde. Die nächsten Tage will man auch bis zum Wasserfall gelangen um mal zu schauen, ob da überhaupt noch etwas übrig ist. In den letzten Monaten war das ja bereits Thema, weil der Wasserfall, durch herunter gespültes Geröll gewaltig an Höhe und Pracht eingebüßt hatte. Aus diesem Grund gibt es schon ironische Forderungen, dass man das in Tazacorte gefundene Schild doch am besten gleich ins Museum bringen sollte, weil es das nun mit dem Wasserfall gewesen sein könnte. Aber man hat ganz klar schon gesagt, dass man da tätig werden will, und die farbenprächtige Felswand wieder instant setzen möchte. Zum Schluss hat man dann aber, umsichtig wie man ist, den Menschen noch mitgegeben, dass die Gefahr noch auf keinen Fall, vorbei sei. Auch wenn die Sonne scheinen würde, könne es überall noch zu Erd- oder Felsrutschen kommen. Gesperrte Wege bleiben also erstmal tabu.

Nachtrag vom Nachmittag:

Und schon ist die Neue Warnung, wieder in orange vom Spanischen Wetterdienst AEMT da, offensichtlich kommt da noch was nach. Nun sind wieder, ab morgen Nachmittag 120l in 12 Stunden, bzw. auch 30l in einer Stunde im Bereich des Möglichen. Wohlgemerkt ist das keine Prognose, die die da raus geben, sondern eine Warnung, dass es eben auch doof laufen kann.