Das wird voll im Dorf und langsam wirft das Fragen auf

Morgen rennen die Bekloppten wieder über die Berge. Nein, noch ist nicht Transvulcania, sondern Reventón. Ein Trailrennen das sich in den letzten Jahren immer weiterentwickelt hat und gewachsen ist. Dereinst, als „Klassiker“ mit knapp über 30 Kilometern noch arg im Schatten des läuferischen Highlights im Mai, gibt es mittlerweile auch den Marathon den Halbmarathon den Halbklassiker (17km) und eben auch den Ultra-Lauf mit mehr als 70km. Dazu kommen im Vorfeld noch rennen für Minderjährige und den Lauf zu den Sternen, was eine Art Sprint nur den Berghoch darstellt. Alles in allem werden über 2.000 Teilnehmer erwartet und nun kommen da eben auch die Vollprofis, und die nicht nur aus Spanien. Die Strecke ist nicht ganz so Spektakulär wie die Transvulcania, gilt aber, zumindest unter den Hobbyläufern als anspruchsvoller. Bei denen zählt mehr das Durchkommen, als die Auseinandersetzung mit dem prominenteren Teilnehmerfeld der Transvulcania, und der Aufstieg zum Reventón ist eben so happig, dass man als Hobbyathlet da entsprechend größeren Respekt hat. Start und Ziel ist das Zentrum von El Paso, und da wird schon heute und auch schon in den letzten Tagen kräftig aufgebaut. Auf dem Parkplatz des Dinos steht ein riesiges Zelt, in dem der ambitionierte Hobbyathlet, nach erhalt seiner Startnummer, dann auch noch Schuhe und andere Geschichten käuflich erwerben kann.  Parkplätze sind also schon die ganze Zeit Mangelware, und morgen, wenn das Rennen steigt, ist auch die komplette Straße Richtung Centro de Salud gesperrt. Wer sich also nicht für den Sport interessiert, der sollte sich am morgigen Samstag aus dem Zentrum fernhalten. Was nicht beeinträchtigt sein wird, ist die LP3 über die Cumbre. Da kommen die nicht lang.

Allerdings ist über die Cumbrte, oder vielmehr durch die Cumbre durch, dann eine Geschichte, die langsam Fragen aufwirft. Nach wie vor bleibt der neue Tunnel in beide Richtungen geöffnet, alldieweil die Zufahrt zum alten Tunnel an der Ostseite, nach dem regen, alles andere als sicher ist und deshalb vorerst gesperrt bleibt. Man bemühe sich die Geschichte so zügig wie möglich zu lösen, so das Cabildo. Und wenn man ehrlich ist, spart man ja gerade richtig zeit, wenn man von der Ostseite kommt. Der Weg verkürzt sich um etliche Kilometer. Wenn, ja wenn, wie heute Nacht, im Tunnel kein Unfall passiert. Dann geht nämlich nichts mehr. Laut Presse waren 4 Fahrzeuge beteiligt, verletzt wurde niemand, aber es kam zu massiven Wartezeiten in beide Fahrtrichtungen. Eigentlich geht das nicht, dass der Tunnel in beide Richtungen befahren wird, so sagte es zumindest unser Inselpräsident noch vor wenigen Wochen, als man dort auf der Westseite am Asphalt gearbeitet hat, und man vorhatte die Leute teilweise über Fuencaliente zu schicken. Die Begründung war, dass dies, Aufgrubnd der Länge des Tunnels und der mangelnden Rettungsröhre, im Ernstfall zu einer Katastrophe kommen könne, und deshalb der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben hat. Das sei schlichtweg verboten, so unser Inselpräsident. Der Aufschrei war groß, weil das ja in der Vergangenheit nie wirklich ein Problem war, und man da einfach eine andere Lösung gewünscht hat. Und siehe da, die gab es. Eine Ampel auf beiden Seiten, Durchfahrt jeweils nur in eine Richtung, maximal 10minuten Wartezeit und alle waren glücklich und man hatte sich auch an das Gesetz gehalten und noch wichtiger, die Menschen nicht unnötig in Gefahr gebracht. Schließlich gibt es keine Rettungsröhre. Seit mehrt als einer Woche nun ist der Tunnel in beide Richtungen geöffnet. Das ganz ohne Ampel und permanent in beide Richtungen befahrbar, und, so die Ankündigung, das bleibt auch erstmal so. Dass man mitten in Sturm und Regen, in Verbindung mit Wetteralarm und so weiter, sicher die ein oder andere Gesetzliche Sonderregel bekommt, und dass man da kurzfristig keine mobile Ampel hinstellt, dass kann man irgendwie noch nachvollziehen. Nun ist der Alarm aber vorbei, und wenn es wirklich um Sicherheit gehen würde, dann wäre da vielleicht längst eine Ampel aufgebaut. Und deshalb fragt man sich, was das Tamtam vor Wochen den eigentlich sollte. Vor allem wenn man im Zusammenhang mit dem Aufschrei der Bevölkerung dann sofort wieder ein Asphaltwerk auf der Insel ins Spiel bringt, welches ja bislang stehts an der Bevölkerung gescheitert ist. Und so gibt es nun die ersten, die behaupten, dass man den Frust absichtlich erzeugt hätte, um das Asphaltwerk wieder ins Spiel zu bringen. Die Argumentation war, dass, mit Inselasphalt, dann die Arbeiten in der Nacht stattgefunden hätten, was zu kaum Einschränkungen geführt hätte.