Viel ist das nicht

Wir leben auf den Kanaren in einer Sonderzone, was die Besteuerung angeht. Das hängt mit unserer Randlage zusammen. Die normale spanische Mehrwertsteuer IVA gibt es bei uns nicht. Unsere Steuer nennt sich IHIC, die ist wesentlich niedriger und liegt bei gerade mal 7%. Wer nun denkt, dass deswegen hier alles billiger ist, der hat die Sache nicht zu ende gedacht. Weil wir weit draußen im Atlantik sind, haben wir eben ein Problem, den benötigten Krempel hierher zu bekommen. Das Verschiffen geht gewaltig ins Geld, und deshalb ist die eigene Mehrwertsteuer, mit dem reduzierten Satz, eine Art Kompensation. Die 7% gelten übrigens gar nicht auf alles. Beim Sprit stehen wir noch besser da, und haben momentan ein mageres 1%chen, dass die Kanarische Regierung über die IHIC abzwackt. Allerdings kommt nun hier auch die Schwierigkeit ins Spiel. Weil der Orangenmann gerade im Iran Rabatz macht, steigen auch hier die Spritpreise, auch wenn der gemeine Mitteleuropäer über unsere Preise an der Zapfanlage nur lachen kann. Wenn man auf die 1% Steuer, zwecks Gegensteuerung, verzichtet, dann sinken die Preise natürlich nicht sonderlich. Trotzdem würde das, auf der Einnahmeseite im Steuersäckel, mehr als 15 Millionen Euro bedeuten, die der kanarischen Regierung durch die Lappen gehen. Geld, das man ganz gerne Wiederhätte, und deshalb hat man nun mit Madrid vereinbart, dass die uns das Geld, also die 15 Millionen, einfach überweisen, mit der Option, dass man die Geschichte entsprechend verlängern könnte. Für den einzelnen Verbraucher wird das nicht viel bringen. Vor allem, weil die Tarnsportkosten generell in die Höhe gehen, und weil es bei uns eben mehr Tarnsport benötigt, hat man hier entsprechend größere Angst vor der Inflation. Die 1,5 Cent Steuernachlass, pro Liter Sprit, machen den Geldbeutel dann auch nicht mehr fett. An der Supermarktkasse wird die Rechnung gemacht, und es ist eben zu befürchten, dass das uns härter treffen wird, als den spanischen Rest, zudem man hier sowieso ein niedrigeres Durchschnittseinkommen hat, als auf dem Festland.

Zum Thema Tankstelle gibt es auch, ganz aktuell, weiterhin die 20 Cent Rabatt. Die kanarische Regierung zahlt das auf den grünen Inseln, weil die Preisdifferenzen zu den Hauptinseln, entsprechend zu groß sind. Bei der ganzen Geschichte darf man nicht vergessen, dass die Kohle am Ende eben dann doch alle zahlen. Dann aber eben über die normale Steuer. Im nächsten Quartal läuft die Geschichte also weiter, man bekommt an der Kasse etwas Geld zurück. Die Tankstellen freit das, ist ja nicht ihr Geld, und solange man die Preise auf den „grünen Inseln“ schön hochhält, läuft das dann auch weiter, zumindest bis Jahresende, dann muss das für den nächsten Haushalt neu beschlossen werden. Es wird aber eben nicht Benzin subventioniert, sondern die Tankstelle. Die Verbraucher zahlen es am Ende eben auf Umwegen, und der Anreiz, den Sprit zu günstigen Tarifen anzubieten, fällt weg, weil man sich da ja selber ins Subventionsbein schießen würde.