Das sagt der Präventionsbericht für Waldbrände der kanarischen Inseln über La Palma aus. Sprich, es gab in den letzten Jahren mehr Feuer, aber weniger große Waldbrände bei uns. Im letzten Jahr waren es deren acht, allesamt, unter einem Hektar betroffenen Gebiet, weswegen das eben als „kleines Feuer“ gewertet wird. „Waldbrände“ gibt es da deutlich weniger Seit 2010 ist die Anzahl auf unter zwei im Jahresschnitt gesunken. Zuvor lag der Schnitt noch bei 6,7 „größeren Feuer“ im Jahr. Die Tatsache, dass es zwar mehr Feuer gibt, aber entsprechend weniger „große Brände“ ist sicher auch der Aufrüstung der Brandbekämpfung zu verdanken. Mittlerweile gibt es mehr Einheiten der Feuerwehr, die im Sommer durchgängig an verschiedenen Orten der Insel stationiert sind, und im Zweifelsfall, auch mit schneller Luftunterstützung, die Sache in den Griff bekommen. Ganze 6 Feuerwehrposten sind da dauerhaft Einsatzbereit, um im Notfall schnelle agieren zu können. Diese Arbeiten aber auch präventiv, um eine Eskalation zu verhindern. Neben ausgeklügelten Warnsystemen, gibt es auch in den gefährdeten gebieten immer mehr Brandschneisen, die im Ernstfall als Barriere fungieren. Dies wollen in Stand gehalten werden, sprich von Unterholz befreit sein, was bedeutet, dass die Brandbekämpfungseinheiten auch immer gut zu tun haben.
In dem Bericht stehen aber auch die Brandursachen, die es seit Beginn der detaillierten Aufzeichnungen seit 1983 gab. Mit 350 Feuern steht Fahrlässigkeit bzw. Unfall an erster Stelle. Gefolgt von „ungeklärten Ursachen“ (117), Brandstiftung (113) und anderen, selteneren Ursachen wie Blitzeinschlägen (13). Und da gibt es eine spannende Verteilung. Besonders fahrlässig, also tünselig, ist man in Garafia, El Paso, Tijarafe und Mazo. Brandstiftung kommt eher in El Paso, Puntagorda und Tijarafe vor. Wobei das nicht unbedingt etwas über die Bewohner, sondern über die Gelegenheit aussagt. Gezielt den Wald in seiner eigenen Heimatgemeinde, sprich in der Nahe der eigenen Behausung, anzuzünden ist ja noch blöder, als sonst was. Gerne wird hier auch och die Legende erzählt, dass, immer wenn es brennt, irgendwelche Strolche Drogen auf der Insel anlanden wollen, und die Einsatzkräfte dann vom Ort des Geschehend fernhalten, indem ein Feuer gelegt wird. Besonders in konservativen Kreisen, und bei Menschen, die überall Kriminalität wittern, ist das eine gern gehörte Erzählung. Angriffsfläche um ein Feuer gezielt zu legen, gibt es hier auf La Palma genug. Fast 40% der Oberfläche gilt als Hochrisikogebiet in Sachen Waldbränden. Soviel wie auf keiner anderen Kanareninsel. Dabei spielt es nicht nur eine Rolle, dass wir hier recht viel Wald haben, der theoretisch brennen könnte. Besonders relevant für diese Einstufung sind auch andere Gegebenheiten, die eine schnelle Ausbreitung, begünstigen. Vor allem die Barrancos stellen da ein großes Problem dar, alldieweil die Löscharbeiten in so einem Gelände entsprechend erschwert werden. Der Barranco de las Mejeras und Barranco de Briestas, die im Brandschutzbericht als „gemeinsame Brandausbreitungspunkte in Richtung Norden der Insel“ beschrieben werden. Die Hänge des Bejenado und in Jedey sind ebenfalls gefährdet und werden namentlich hervorgehoben. Hier spiel en sicher auch die permanenten Fallwinde mit rein, die ein Ausbreiten dann entsprechend beschleunigen können. Montes de Luna und den Kiefernwald von Tiguerote in Villa de Mazo werden, wegen der „großen Bernnstoffmenge“ und dem zusammenhängenden Waldgebiet, als Gefahr für den Südosten und den Süden der Inselk genannt.
Bevor man aber nun panisch wird, muss man sich immer wieder vors innere Auge halten, dass zwar Vorsicht geboten ist, wir hier mit der Brandbekämpfung aber entsprechend weitergekommen sind. Ja, es gibt mehr Feuer, aber eben auch weniger große.