Gastbeitrag von Administrator
Unser oberster spanischer Chef, Pedro Sanchez war in China. Da wir uns hier ja gerne als Canarios bezeichnen, und erst in zweiter Linie zu Spanien gehören, sollte das normalerweise keine Meldung wert sein. Was die in Madrid machen, ist uns herzlich egal, es sei denn, es geht um die Finanzierung von Projekten bei uns. So ein Staatsbesuch in Peking, betrifft uns dann auch nicht wirklich. Die reden da über ganz andere, globale Sachen, die uns, in unserer Wahrnehmung auf dem Inselchen nicht wirklich betreffen. Dennoch ging der Besuch gestern durch die Medien, und mag, liest man die entsprechende Überschrift, einen ganz falschen Eindruck, für den Besuchsgrund vermitteln. Der Pedro hat, als er dort war, dem XI nämlich wohl auch gesagt, dass es sehr toll wäre, wenn China die Errichtung des Megateleskopes TMT auf La Palma unterstützen würde. Bei der entsprechenden Überschrift könnte man glatt meinen, dass der eigens dafür nach China gereist ist. Dabei hat man gerade, betrachtet man die globale Situation, sicher noch ganz andere Sachen zu besprechen, als über eine Weltraumguckstation auf einer kleinen Insel im Atlantik. Aber wenn man schon mal da ist, dann kann man das auch ansprechen. Schließlich ist auch der spanische Staat bereit da 400 Millionen Euro beizusteuern, wenn das Teil dann doch zu uns, und nicht nach Hawaii gehen sollte. Aus dem Artikel geht auch nicht hervor, ob der Xi die Idee, nach La Palma zu gehen, auch unterstützen würde. Zudem der Mann da auch nicht wirklich was zu sagen hat. Mehr als einen „Beobachter“ stellen die Chinesen bei dem Megaprojekt, nicht wirklich da. Die ganze Geschichte ist ein internationales Projekt unter der Leitung eines Konsortiums, bestehend aus dem California Institute of Technology und der University of California, dem indischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie, dem Nationalen Astronomischen Observatorium Japans, dem Nationalen Wissenschaftsrat Kanadas und anderen US-Universitäten. Die Chinesische Akademie der Wissenschaften und deren nationalen Observatorien beteiligen sich lediglich als Beobachter an dem Projekt. Damit dürfte China, wenn es um die finale Entscheidung gehen sollte, dann nicht wirklich was zu sagen haben.
Alle paar Monate kommt die TMT-Geschichte wieder in die insulare Presse, und nach wie vor träumt man davor dieses Riesenteleskop auf den Roque zu verpflanzen. Seit der Orangenmann im weißen Haus sitzt, sind die Chancen, dass wir hier, als B-Lösung, dann doch noch am Ende den Zuschlag bekommen, dann aber doch gestiegen. Weil der Mann ja sparen muss/möchte, hat man am finanzierenden Schräubchen gedreht, und deshalb steht die Errichtung auf Hawaii dann doch auf wackligen Füßen. Zudem die Eingeborenen dort, all dieweil der Berg dort heilig ist, sowieso nicht wollen, dass da was gebaut wird, und da mächtigen Widerstand leisten. Hier in Spanien hat man die Chance, mit dem wirren und unzuverlässigen alten Mann mit dem Meerschweinchen auf dem Kopf genutzt, und gleich mal die 400 Millionen zugesagt. Wir sind nicht nur wissenschaftsfreundlich, sondern auch zuverlässig. Und da man in Europa ja immer noch hofft, dass sich der Braindrain, ob der Gängelung durch die US-Administration, in Richtung alten Kontinent auf den Weg macht, rührt man nun ordentlich die Werbetrommel, für das TMT auf La Palma. Ob das nun etwas bringt, dass der Pedro Sanchez in Peking auch trommelt, sei mal dahingestellt. Wir nehmen das hier aber erstmal wohlwollend zu Kenntnis.