Unsere oberste Touristenführerin, also die Conseja für Tourismus, Raquel Rebollo, hat diese Tage eine kleine Reise unternommen um die Werbetrommel für das Inselchen zu Rühren. Ziel war Miami. Nicht, dass man nun auf die Amerikaner setzt, da ist gerade bilateral schlecht Wetter. Ziel war die dortige Kreuzfahrmesse „Seatrade“. Es kommen da ja gerade recht viele Kreuzfahrschiffe in Santa Cruz an. Jedes Jahr werden es mehr, und so ein Wachstum will ja am laufen gehalten werden, so die Inselrätin. Auf der Seatrade treffen sich Hafenbetreiber, Kreuzfahrtunternehmen und potentielle Tourismusdestinationen sowie Reiseveranstalter um sektflötend in die Kamera zu lächeln, einige Geschäfte abzuschließen, und Canapés zu knappern. Man sieht da La Palma auch nicht als alleiniges Ziel an, sondern präsentiert sich da in einem Verbund, als atlantische Destinationen, mit Madeira, den Kanaren, den Azoren und den Kapverden. La Palma stellt sich da mit einer Liste von Aktivitäten vor, die hier auf der Insel möglich seien. Frau Rebollo meint, dass sich diese Art von Tourismus zu einer wichtigen Nische entwickelt hätte, und man da weiteres Wachstum anstrebe. Wobei in den letzten Jahren, während der Saison, so viele Schiffe da waren, dass man da kaum noch von einer Nische sprechen kann. Mittlerweile sind es die Einheimischen und die „Normaltouristen“ die im Kalender die Nische suchen, um die Inselhauptstadt zu besuchen, weil es eben mit der geriatrischen Schiffsfracht ein wenig überhandgenommen hat. Aber es wird eben damit Geld verdient, deshalb macht man das. Nachhaltig sind die Pötte eh nicht, aber Wachstum und Nachhaltigkeit sind ja generell nicht wirklich in Einklang zu bringen. Man möchte sich aber auch weiterentwickeln. Neben dem Schlagwort „Wachstum“ gibt es ja noch das Wörtchen „Exklusivität“, welches im Werbesprech ebenso wirksam zu sein scheint. Deshalb setzt man nun, so die Inselrätin, nicht nur auf die großen Pötte, sondern möchte auch verstärkt exklusive, sprich Luxusgesellschaften hier anlocken. Und angeblich ist man mit denen bereits im Gespräch, was, so Frau Rebollo, auch ganz dolle für unsere Wirtschaft wäre.
Dazu passt dann auch, die Meldung, dass am Wochenende zwei dieser Schiffe auf La Palma Station gemacht haben. Zum Abschluss der Kreuzfahrsaison waren die „Le Champlain“ und „Le Bougainville“, im Hafen. Die „Le Champlain“ landete um 7:00 Uhr morgens an, und kam aus Gomera. Das Ding läuft unter dem Schlüsselwort Yacht, ist 131m lang und hatte lumpige 109 Passagiere an Bord um die sich wiederum 118 Besatzungsmitglieder kümmern. Quasi eine 1 zu 1 Bereuung und das Rund um die Uhr. Schaut man sich die Preise an, die da aufgerufen werden, dann versteht man die Geschichte mit „exklusiv“. Eine Woche in der Suite können schon mal 10.000,- pro Person kosten. Kabine geht für die Hälfte, aber auch da ist der Buttler inkludiert. Dass das zahlungskräftige Publikum aber tatsächlich den ein oder anderen Groschen auf der Insel gelassen hat, das wird eher schwierig gewesen sein. Um 13 Uhr war nämlich schon wieder Abfahrt in Richtung Funchal.