40 Jahre lokales Grünzeug

Am vergangenen Sonntag gab es in Los Llanos eine kleine Feier, inklusive der Enthüllung einer Gedenktafel. Anlass war der 40. Geburtstag des Bauernmarktes von Los Llanos. Also der kleine Erzeugermarkt der jeden Sonntag in der Avenida Doctor Fleming stattfindet, und wo man für billig Geld allerlei Zeugs direkt vom erzeugenden Landwirt bekommt. Anwesend war neben dem Bürgermeister Javier Llamas auch die Stadträtin für Handel und lokale Entwicklung, Verónica González, welcher es wichtig war zu betonen, dass die Ehrung „eine Anerkennung für Generationen von Landwirten ist, die eine für die Gemeinde unverzichtbare Tätigkeit aufrechterhalten und sich einem lokalen, qualitativ hochwertigen Modell mit eigener Identität verschrieben haben.“ Dabei kaufen da ja nicht nur die Bürger des Tales ein, sondern auch unzählige Touristen, die Wert auf regionale Direktvermarktung legen. Dabei geht es nicht unbedingt um Identität, sondern schlichtweg darum, dass die Produkte lokal, saisonal und entsprechend frisch sind. Genau für so etwas haben wir hier eben auch das entsprechende Publikum auf der Insel, was den Landwirten dann ein zusätzliches Einkommen einbringt, weil die Produkte eben, bei einer direkten Vermarktung, mehr gewinn einbringen, als bei einer Abgabe beim Großhandel. Für die Kunden ist das auch ganz fein, weil die Produkte eben tatsächlich direkt vom Acker kommen, und natürlich ist es auch so, dass man, wenn man dem Erzeuger in die Augen schauen kann, ein größeres Vertrauen in das Produkt hat. Man kommt auch mit diesen ins Gespräch, und versteht, dass es dann eben das ein der andere mal nicht gibt. Den Speiseplan dann eben nach den vorhandenen Produkten auszurichten, ist ja auch nicht das schlechteste.

Angefangen hat die Geschichte eben vor 40 Jahren, anfangs nur mit zwei oder drei Anbietern. Die Bauern hatten auf dem Rathaus angefragt, und eine Möglichkeit gefordert, ihre Produkte, für die sie keine kommerziellen Abnehmer hatten, direkt in der Gemeinde an den Endverbraucher zu verkaufen. Das Rathaus hat das dann möglich gemacht. Später wuchs der Markt dann entsprechend an und ist damit der älteste Markt unter freiem Himmel auf La Palma. Nach wie vor sind dort kein Händler zugelassen, sondern es handelt sich um einen kompletten Erzeugermarkt. Jeder verkauft das, was vom eigenen Acker kommt, bzw. aus der eigenen Backstube. Während der „Flohmarkt“ der eigentlich mittlerweile fast nur noch von Händlern und ausgestiegenen Kunsthandwerkelnden betrieben wird, in den letzten Jahren an Attraktivität verloren hat, kommen zum Bauernmarkt stetig mehr Besucher. Eben auch Touristen, auch weil der Verkauf von Gemüse beim Rastro in Arguel mittlerweile nicht mehr möglich ist. Das momentane Tourismusmodell hilft bei der Sache auch mit, in einem Ferienhaus kann man ganz prima das erworbene Grünzeug in die Pfanne hauen, oder eben auch roh verköstigen.