Wir sind eine Rentnerinsel

Allerdings ist damit eben nicht der Altersdurchschnitt der touristischen Besucher gemeint. Hier ist man ja noch als Urlauber recht bewandert und aktiv. Auf den großen Inseln, wie Gran Canaria und Teneriffa mag das im Schnitt anders sein. Nein, die Bevölkerung wird zusehends älter, oder eben der Anteil der Bevölkerung, welcher sich im „Rentenalter“ also oberhalb der Grenze von 65 Jahren befindet. Dass dieser Anteil steigt, haben wir auf den kompletten Kanaren. Auf den sogenannten „grünen Inseln“ also La Palma, La Gomera und El Hierro, ist das aber besonders ausgeprägt, das geht aus einem Artikel der Zeitung El Time hervor. Im Kanarischen Schnitt lag der Anteil der über 65-jahrigen im Jahr 2025 bei 18,2%. Auf La Palma bei 21,2%. Das ist schon ordentlich über dem Schnitt. Den stetigen Anstieg merkt man, wenn man den Anteil der Rentenfähigen Bevölkerung, vor 20 Jahren betrachtet. Da waren es nur 17,7% bei uns auf der Insel. Sind wir nun weniger reproduktiv? Das dürfte nicht der wirkliche Grund sein. Wahrscheinlicher ist es, dass es hier für die jungen häufig nicht die entsprechende berufliche Perspektive gibt. Sprich die jungen Leute verlassen die Insel um woanders in Lohn und Brot zu kommen. Das hängt nicht nur mit der Möglichkeit zusammen, dass es woanders mehr Arbeit gibt, sondern auch damit, dass wir hier einen Mangel an Arbeitsplätzen für die gut ausgebildeten haben. Warum sollte man, nach einem Studium außerhalb der Insel, zurückkommen, wenn es hier nicht die Möglichkeit gibt in seinem Beruf zu arbeiten? Außerdem ist es auch sicher für viele nicht so leicht, nachdem man die große weite Welt kennengelernt hat, auf die kleine Insel zurück zu kommen. Nur zwei der Kanareninseln sind unter dem Schnitt. Fuerteventura und Lanzarote, die gleichzeitig im Verhältnis zur Einwohnerzahl, das höchste Touristenaufkommen haben. Da gibt es also Arbeit und die Leute ziehen, wenn sie schon die Kanaren nicht verlassen wollen, eher dorthin, bzw. ist der Druck, von dort zu verschwinden, nicht ganz so hoch.

Unterschiede zeigen sich aber auch innerhalb der Insel, also wenn es um die Gemeinden geht. Und auch da ist zu beobachten, dass es am Rand, also weit oben im Norden, mehr Menschen gibt, die schon zu den älteren Semestern gerechnet werden. In Breña Baja und Los Llanos wiederum liegt der Anteil mit 18,3% und 19,1% am niedrigsten. Danach folgen Breña Alta (20%), El Paso (21,3%) und Mazo (21,4%). Sämtliche Gemeinden liegen also über dem kanarischen Schnitt. Im Norden, liegt der Anteil entsprechend höher. In San Andrés sind 29% der Einwohner mindestens 65 Jahre alt. Danach folgen Garafia (27,7%), Tijarafe und Barlovento mit 26.9% bzw. 26,6%. Nur eine Gemeinde im Norden will da nicht ganz mit. Zwar ist man in Puntagorda mit 22,4% auch über dem insularen Schnitt, aber eben weit unter dem der Nachbargemeinden. Gleichzeitig ist der Bevölkerungsanteil der mitteleuropäischen Ausländer dort oben aber recht hoch. Während also der junge Palmero sein Glück in der Ferne sucht, füllt man die Lücken dann, zumindest teilweise, durch ausländische Zuwanderer wieder auf.