Antisoziales Verhalten

So sagt die Gemeinde Tazacorte, sei der Grund gewesen, dass man die Höhlen hoch zum El Time vorgestern geräumt habe. Gemeint sind die Hippies, die man nun wieder aus den Höhlen geholt hat, und in die vorübergehende Obdachlosigkeit verfrachtet hat. Die Geschichte ist schon älter und wiederholt sich eben. 2012 war mal eine große Räumungsaktion, und damals war es schon ein wenig stimmiger mit der Begründung des sogenannten „Antisozialen Verhaltes“ Die internationale Truppe, sie sich da eingerichtet hatte, kam irgendwann auf die Idee, dass es ja lustig wäre den Wanderern von El Time nach Tazacorte einen kleinen Wegzoll abzutrotzen, was das eigene Einkommen und Auskommen etwas aufbessern sollte. Das fanden dann manche Leute gar nicht mehr lustig. Streitereien gab es auch mit der Gastwirtschaft unten am Hafen, weil die Höhlen bewohnerden Gästen streckenweise arg auf die Pelle gerückt sind, wenn diese da einfach nur in Ruhe etwas trinken wollten. Tonnen von Müll hat man damals aus den Höhlen geholt, und auch aus dem Barranco, weil es einfacher war alte Matratzen einfach den Abhang runter zu schmeißen. Die Höhlen wurden dann zugeschweißt, damit der Hippie nicht aufs neue Einzug halten kann. Das ging dann auch ein Weilchen gut, bis dann wieder Leute die Höhlen für sich entdeckt haben. 2017 wurde dann erneut geräumt. Auch danach war ein Weilchen Ruhe. Im März 2025 sind dann erneut etwa zwanzig Leute aus den Höhlen gezogen worden. Allerdings hat man sich da dann nicht die Mühe gemacht die Sachen ordentlich zu verschließen, sodass die Bewohner, oder auch andere zügig zurückkehrten. Nun wurde aufs Neue geräumt, und sich ist der Zeitpunkt nicht wirklich zufällig gewählt. Öffentlich bekannt wurde jedenfalls nichts in Sachen „antisozialem Verhalten“ der Bewohner. Es gab zumindest keine lauten Klagen darüber, dass die wieder da sind. Aber wir haben ja Transvulcania am Wochenende, und da laufen die Läufer eben an den Höhlen vorbei. Nicht auszudenken, wenn da jemand über eine Klangschale stolpert, oder sich in einem zum trocknen aufgehängten Batikkleid verheddern sollte. Als Begründung muss dann eben ein nicht weiter spezifiziertes Verhalten der Bewohner angeführt werden. Außerdem kann man ach immer sagen, dass da ja unserer Ahnen schon in den Höhlen gehaust hätten, und das im Prinzip ja Archäologische Stätten seien. Dass die Hippies sich zivilisatorisch dem Level der Guanchen angleichen, zählt da freilich nicht, weil die Hippies nicht im Ziegenfell, sondern im Wickelrock gewanden. Die Gemeinde dankt nun jedenfalls den Ordnungskräften, die da geräumt haben und man möchte die Höhleneingänge bewachen und sichern. Nicht das da der Aussteiger gleich wieder einsteigt.

Zum Thema der Überschrift passt aber eine andere Geschichte. Wir sollen auf den Kanaren einen maritimen Besuch erhalten. Die Rede ist vom Seuchendampfer MV Hondius, welches gerade mit Passagieren und Hantavirus an Bord, vor den Kapverden dümpelt. Dass Schiff soll auf Teneriffa anlanden. Die Spanische Regierung hat der Bitte der WHO und der EU entsprochen, um den Passagieren und der Besatzung die notwendige medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Jetzt hat sich der Kanarenpräsident Clavijo zu Wort gemeldet und im Interview mit Cadena Ser ein treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Sanchez gefordert. Er möchte das Schiff nämlich nicht hier haben und fordert, dass die MV Hondius nach woanders cruzen möge. Am besten dahin, wo sie ursprünglich herkam, was in dem Fall die Niederlande wären, weil da die Reederei sitzt Die Hafenarbeiter seien nämlich in Angst und Schrecken versetzt, ob der Ankunft des Virus auf Teneriffa. Außerdem hätte das niemand mit den Behörden abgesprochen, wie das ablaufen soll. Auch hätte man die Geschichte ja auch schon auf den Kapverden stattfinden können. Madrid dagegen argumentiert ganz anders und meint, dass sämtliche Informationen 1zu 1 weitergeleitet werden, die da im Zusammenspiel mit der WHO auf den Tisch kommen. Man sei auf den Kanaren über alles informiert. Die Protokolle für den Ablauf einer solchen Situation würden seitens der WHO vorliegenund würden nun, für diesen speziellen Fall nochmal genauer festgelegt werden „Das Verfahren erfolgt gemäß einem gemeinsamen Protokoll für den Umgang mit Fällen und Kontaktpersonen, das von der WHO und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) entwickelt wurde und alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen trifft. Sowohl die medizinische Versorgung als auch die Transfers finden in speziell dafür eingerichteten Räumlichkeiten und Transportmitteln statt, um jeglichen Kontakt mit der lokalen Bevölkerung zu vermeiden und die Sicherheit des medizinischen Personals jederzeit zu gewährleisten“, so meldet das Gesundheitsministerium aus Madrid.