Ein Rekord jagt den nächsten

Schon am Donnerstag beim Vertikalen Kilometer zeigte sich, dass die Prognose, nachdem die diesjährige Transvulcania eine der kompetitivsten Ausgaben sein könne, nicht so falsch war. Sehr groß war die Anzahl der Laufer aus der absoluten Weltspitze und man versprach sich einen heftigen Wettbewerb und unter Umständen auch die ein oder andere bisherige Bestzeit. Bei den Männern und den Frauen fiel jeweils der bisherige Streckenrekord beim Rennen von Hafen von Tazacorte hoch auf den Torre del Time. 3 mal Kenia bei den Männern auf dem Podium mit Richard Atuya ganz oben. Bei den Frauen schaffte es zumindest die Britin Krysty Dickens die ostafrikanische Dominanz zu durchbrechen und wurde zweite. Die Siegerin wurde aber die Kenianerin Joice Njeru.

Heute am Samstag ging es dann weiter mit denn Rekorden und auch erstmal mit der kenianischen Dominanz. Philimon Kireago, natürlich aus Kenia und mit Streckenrekord, gewann den Halbmarathon, von Fuencaliente bis El Pilar bei den Männern. Bei den Frauen lag, wie sollte es anders sein, auch eine Kenianerin ganz vorne. Ruth Gitonga gewann, und verwies die Siegerin des vertikalen Kilometers Joice Njeru auf Platz zwei.

Beim Marathon, welcher von El Pillar bis Puerto Tazacorte ging war dann aber die afrikanische Dominanz vorbei. Bei den Männern gab es ein Rein spanisches Podium. Natürlich erneut garniert mit einem neuen Streckenrekord. Fran Anguita Bayo hieß der Sieger, gefolgt von Zaid Aid Malek Oudis und Olmo Allue Lopez. Natürlich waren auch die Frauen flott, und mit neuem Rekord unterwegs. Auch hier gingen Platz eins (Ikram Rhasalla Laktab) und zwei (Julia Font Gomez) an spanische Athletinnen. Auf Platz drei lief die Italienerin Elisa Desco über die Linie.

Und, wie sollte anders sein, auch auf der Ultrastrecke mit stattlichen 73,06 km, gab es neue Rekorde. Bei den Männern schafften es gleich die ersten Sechs Läufer unter der bisherigen Bestzeit von Luis Alberto, welche einige Jahre Bestand hatte, zu bleiben. Sieger wurde US-Amerikaner Davis Sinclair mit einer Zeit von 6:32:24. Auf Platz zwei kam Petter Engsdahl aus Schweden mit 6:41:19 über die Linie. Dritter wurde der Italiener Nadier Magued mit 6:42:31.

Bei den Frauen gewann die Französin Blandine L’Hirondel, die es trotz mehrer Stürze und zwischenzeitlichem Verlust der Führung, am Ende als erste über die Linie schaffte. Die Siegerzeit betrug 7:43:47 und war natürlich ein neuer Streckenrekord. Auf Platz zwei landete die Australierin Lucy Bartholomew in 7:49:26, vor der Dauerteilnehmerin und schon mehrfachen Siegerin des Rennens, Emelie Forsberg mit 8:14:40.

Neben dem hochkarätigen Teilnehmerfeld, ist auch davon auszugehen, dass die Wetterbedingungen dieses Jahr optimal waren. Nicht zu warm und nicht zu kalt war es. Die Veranstalter meldeten sich auch gleich zu Wort, ob der Ergebnisse und sind sich sicher, dass die diesjährige Transvulvcania zu den besten Trailrennen des Jahres gehören wird.

Neben den Laufgeschichten gibt es am Wochenende aber noch mehr Sport. Der Dorfclub aus El Paso geht morgen als Tabellenführer in den letzten Spieltag, mit dem Ziel den direkten Wiederausstieg in die 4. spanische Liga zu schaffen. Eigentlich hatte man gehofft, dass es nicht mehr auf dieses letzte Auswärtsspiel ankommen wird, und man den Aufstieg schon am letzten Wochenende im heimischen Stadion festmachen kann. Jetzt muss man nach Fuerteventura zum Tabellen-Fünfzehnten. Der Plan von vielen Anhängern, da auch hin zu fahren hat sich dann aber am letzten Wochenende in Luft aufgelöst. Es gab schlichtweg keinerlei Flüge, weil die ganzen kanarischen Transvulcaniateilnehmer, die morgen die Insel verlassen, die Flieger bereits vollgemacht haben. Die Gemeinde und der Verein haben aber reagiert und werden in der Calle Manuel Taño (vor dem Seidenmuseum) eine Leinwand montieren. Ab 12 Uhr ist Spiel. Im Anschluss plant man eine Feier mit DJs und die feierliche Ankunft der Mannschaft im Dorf, im offenen Doppeldeckerbus. Was bedeutet, dass niemand damit rechnet, dass die Sache auch schief gehen könnte. Der direkte Verfolger muss auswärts beim Tabellendritten ran, so gesehen hat El Paso schon die besseren Karten. Aber man weiß ja nie, wie sowas ausgeht. Ich bis auf jeden Fall die letzten Tage schon recht zittrig. Aber egal wie es ausgeht, werde ich mich aber nach dem Spiel aus dem Dorf verkrümeln. Die Selbstbefeierung schenke ich mir gerne.