Das sagt unser Inselpräsident über das neue Gesetz für Ferienwohnungen, welches gerade nochmal von der kanarischen Regierung überarbeitet wird. Deshalb habe er sich nun schon mehrfach bei der Kanarischen Regierung (gleiche Partei), beschwert und einen Sonderweg für La Palma gefordert. Und die Argumentation, die er da anbringt, die passt gar nicht so sehr zu den ganzen Hotelprojekten, welche da immer wieder in der Presse lanciert werden. Plötzlich sind nämlich die Betten in den Ferienhäusern und Ferienwohnungen der Motor, der hier die postvulkanische touristische Wiederauferstehung am laufen halten würde. Natürlich mit dem Nachtrag, dass die Hotelbetten ja noch Jahre brauchen würden, alldieweil man da ja konkrete Projekte, mit Investoren schaffen müsse. Aber die Argumentation, nachdem der Tourismus, schön verteilt in Ferienwohnungen über die Insel, den Menschen hier direkt zu gute kommen würde, ist nicht von der Hand zu weisen. Da kann man schon mal inhaltlich mitgehen. Er spricht von Familien und Kleinunternehmen, die hier lokal und direkt die Möglichkeit haben sollen, das eigene Einkommen zu verbessern. Die momentane „Nichtregelung“ sorge dafür, dass die wirtschaftliche Erholung, nach dem Vulkan, und die Wiedererlangung der verloreneren Unterkünfte ausgebremst werden würden.
Eigentlich haben wir ja schon das neue Gesetz, welches die Genehmigung von Viviendas Vacacionales regeln soll. Die Vorschriften werden strenger und es soll, je nach Region ein Limit geben, welches bei 10% im Verhältnis zu normalen Wohnhäusern liegen würde. Die kleinen Inseln, also La Palma, El Hierro und La Gomera, bekommen, wegen der anderen Art des Tourismus, sogar 20% bewilligt. Die neue Besonderheit ist aber, dass man die Verantwortung dafür den Gemeinden zuschiebt. Diese müssen einen Plan erarbeiten, wo und wie sie etwas genehmigen. Gleichzeitig gehen aber bestimmte Bereiche gar nicht mehr. Naturschutzgebiete werden da genannt. Und da die Genehmigungen jetzt erstmal auf 5 bzw. 10 Jahre zeitlich begrenzt werden sollen, gibt es zum Beispiel die Gefahr, dass längst genehmigte Unterkünfte, plötzlich keine Verlängerung mehr erhalten würden. Der Ansprechpartner, wenn man ein Ferienhaus genehmigen lassen möchte, wären dann also die Gemeinden, die einen verbindlichen Plan erstellen sollen. Dafür haben die nun einige Jahre Zeit, solange wird dann aber auch erst einmal nichts mehr genehmigt. Die Gemeinden wiederum finden die Regelung, dass die Hoheit, und die Kontrolle dann bei ihnen liegt, im ersten Moment ganz gut. Allerdings sind diese, inklusive ihrer Juristen, mit dem Gesetz, wie es momentan formuliert ist, wohl etwas überfordert, weil ihnen der rechtssichere Rahmen fehlen würde. Deshalb haben die der kanarischen Regierung mitgeteilt, dass man das so nicht machen könne, und man möge das Gesetz doch bitte überarbeiten. Fragt man die zuständigen Stadträte für Tourismus hier auf der Insel, dann wissen die momentan auch nicht wirklich weiter. Fakt ist aber, dass momentan keine neuen Unterkünfte genehmigt werden, was natürlich, und da muss man ehrlich sein, die illegale Vermietung über facebook und Konsorten ankurbelt, welche, wegen der spanischen Regelung der einheitlichen Registrierung und weil deshalb viele Unterkünfte nun nicht mehr bei booking und dem anderen großen (wo Peter Thiel dran mitverdient) auftauchen, sowieso schon zugenommen hat.
Sergio, der oberste Palmero meint, dass man seitens der Inselregierung bislang mehrere Änderungsvorschläge eingereicht habe, da aber bislang nichts umgesetzt wurde, was ihn ziemlich frustrieren würde. Schließlich plane man ja nicht mit einem Modell, welches dem Süden Teneriffas oder Gran Canarias gleichen würde. Und das hätte auch mit Fuerteventura und Lanzarote nichts zu tun. Man möchte in der Summe viel weniger Betten. Ziel sei es, ein anderes und eigenes Tourismusmodell zu etablieren, dass sich massiv von den anderen Inseln unterscheide. Ferienhäuser seinen in unserer Realität ein Motor zur sozialen und wirtschaftlichen Erholung, die den Menschen auf La Palma eine finanzielle Unabhängigkeit verschaffen könne.