Jetzt wird umlackiert

Wenn man auf einer Insel lebt, dann muss man da manchmal weg. Zwei Möglichkeiten haben wir da. Zum einen der Flieger und zum anderen, ist es die Fähre, die uns auf andere Inseln bringt. Dabei geht es aber nicht nur um Passagiere, sondern auch um unzählige Waren, die wir sonst gar nicht bei uns auf der Insel hätten. Das allermeiste kommt über die großen Inseln zu uns, und wird dann, in LKWs verpackt, zu uns rübergeschickt. Zwei Anbieter haben wir da. Zum einen den kanarischen Platzhirsch mit dem nordischen Namen, und dann noch die Armas. Das sind die roten Fähren. Die Armas hat schon vor vielen Jahren mit der Transmeditarinea fusioniert und hat auch eine Verbindung zum Festland, die dann die ganzen Inseln abklappert, um dann wieder Richtung Cadiz zu fahren. Für uns Inselbewohner ist die Verbindung, ob des 75% Rabattes auch entsprechend günstiger, und damit auch lohnend. Viele Menschen hier nutzen die Fahre aber auch um zur Arbeit zu kommen. Nicht wenige Palmeros haben einen Job auf Teneriffa und fahren da montags hin und dann am Freitag wieder nach hause. Deswegen gab es auch hier so einen Stunk, als die Verbindung mit der Armas kurzzeitig ausgefallen ist, weil das tägliche Schiff verkauft wurde, und der Ersatzdampfer langsamer und dann dauernd kaputt war.

Jetzt hat sich aber etwas getan auf dem Markt der Fährverbindungen. Armas/Transmeditarinea gehört nun ganz offiziell der Vergangenheit an. Geschluckt wurden dies von Balearia, dem großen Anbieter mit Sitz in Alicante, die nun ihr Geschäftsfeld, vom Mittelmeer auch auf die Kanaren ausdehnt. In Zukunft sollen die Schiffe nun unter dem Namen Balearia – Canarias zwischen den Inseln verkehren und auf der eigenen Website hat man schon mal das neue Design der Lackierung gezeigt. Nicht mehr rot, sondern blau wird die Geschichte sein. Allerdings will man zumindest die Namen der Boote, jedes hübsch nach einem kanarischen Vulkan benannt beibehalten. Schließlich muss sich der Fahrgast ja irgendwie mit dem Boot, welches ihn transportiert, identifizieren können.  

Der neue Chef, Adolfo Utor, verspricht, dass sämtliche Mitarbeiter, auch diejenigen, die an Land beschäftigt sind, übernommen werden sollen, von einer dauerhaften Bestandsgarantie sagt er aber erst einmal nichts. Insgesamt soll die Rederei dann 4.500 Beschäftigte haben, und über mehr als 50 Schiffe verfügen. Von einem Passagieraufkommen von 8 Millionen pro Jahr ist die Rede und einem zu erwartenden Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Man möchte, so heißt es aus Alicante, in den kommenden Jahren rund 45 Millionen in die Flotte investieren um die Schiffe auf Vordermann zu bringen.  Beschlossen wurde die Übernahme bereits im vergangenen Sommer, nun ist diese offiziell. Für die Übergangszeit ist nun erstmal eines paralleles bestehen der bisherigen Marken Armas, Transmediteriana und Balearia-Canarias geplant. Die tägliche Verbindung mit der Armas nach Teneriffa kann man noch nicht bei Balearia buchen, wohl aber die Verbindung die über die anderen Inseln nach Cadiz führt.